OSBAOpen Source Day 2022

[25.11.2022] Beim Open Source Day trafen sich Akteure aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft, um über digitale Souveränität, Open Source Software sowie kommende Weichenstellungen zu sprechen. Während das Thema in Politik und Verwaltung angekommen scheint, hat die Wirtschaft noch Nachholbedarf.
Der Open Source Day ist für die Open Source Business Alliance (OSBA) gleichzeitig Netzwerktag und Mitgliederversammlung.

Der Open Source Day ist für die Open Source Business Alliance (OSBA) gleichzeitig Netzwerktag und Mitgliederversammlung.

(Bildquelle: OSBA)

Open Source und digitale Souveränität voranbringen – das geht nach Ansicht des Bundesverbands für digitale Souveränität, der Open Source Business Alliance (OSBA), nur mit der branchenübergreifenden Kooperation verschiedener Akteure und dem gemeinsamen Aufbau von Kompetenzen. Das Thema Kooperation stand auch im Zentrum des Open Source Day 2022 der OSBA, der kürzlich in Berlin stattfand. 2022 ging es unter dem Veranstaltungstitel „Die Zukunft Europas entscheidet sich im Digitalen – warum digitale Souveränität so wichtig ist“ um einen Ausblick auf die notwendigen (wirtschafts-)politischen Handlungsfelder für die Zukunft. Während das Thema der digitalen Souveränität in der öffentlichen Verwaltung bereits tiefer verankert sei, sieht die OSBA gerade in Wirtschaft und Industrie noch „Ausbaupotenzial“ – und die Chance, ganz im Sinn der Open-Source-Kultur Wissen und Erfahrungen zu teilen.

Open Source in der Verwaltung kommt voran

Im Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) sind in diesem Jahr drei große Projekte für Open Source und digitale Souveränität in die entscheidende Umsetzungsphase gestartet. Für das Zentrum für digitale Souveränität ZenDiS (wir berichteten) wird derzeit das entsprechende Referat im Bundesinnenministerium aufgebaut. Das ZenDiS soll die Verfügbarkeit geeigneter Open-Source-Software-Lösungen gewährleisten und deren Einsatz in der öffentlichen Verwaltung begleiten, damit Behörden beim Einsatz von Open Source Software auf bereits vorhandene Lösungen und Best Practices zurückgreifen können. Andreas Reckert-Lodde, der beim BMI die Projektgruppe ZenDiS leitet und das Projekt beim Open Source Day vorstellte, sagte, dass inzwischen in der Verwaltung aus allen Richtungen digitale Souveränität gefordert werde und ein breites Verständnis für die Notwendigkeit offener IT-Alternativen bestehe.
Als Koordinierungsstelle betreut das ZenDiS auch das Projekt Souveräner Arbeitsplatz für die öffentliche Verwaltung und das OpenCoDE Repository (wir berichteten). Der souveräne Arbeitsplatz für die öffentliche Verwaltung sattelt auf dem bereits bestehenden Phönix-Projekt von Dataport auf (wir berichteten). Auch hier gehe die Umsetzung voran und mehrere Bundesländer beteiligten sich bereits an der Weiterentwicklung, berichtete Reckert-Lodde. Beide Projekte profitierten von der gelebten Kooperation.

Das Potenzial von Open Source in der Wirtschaft

Die Bedeutung von Gestaltungs- und Kontrollfähigkeit der genutzten IT durch den Einsatz von Open Source Software nimmt nach Einschätzung der OSBA auch in der Wirtschaft zu. Allerdings habe sich bei einer der Podiumsdiskussion zwischen Philipp Ludewig vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), Kai Kalusa vom Verband der Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) und Cemil Değirmenci vom Cloud-Anbieter Wavecon auch gezeigt, dass der Weg zu einem breiteren Open-Source-Einsatz noch weit sei. Während das Unternehmen Wavecon bereits seit der Gründung auf Open Source setzt und sich am Sovereign Cloud Stack beteiligt (wir berichteten), ist das Thema Open Source im VDMA und bei seinen Mitgliedsunternehmen erst im Kommen. Erst allmählich entwickle sich im Maschinen- und Anlagenbau ein Bewusstsein dafür, konstatierte Kai Kalusa. Philipp Ludewig vom BMWK sagte hierbei Unterstützung zu.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Panorama
Ein roter Bauhelm liegt auf dem Asphaltboden, im Hintergrund unscharf eine Baustelle.

Niedersachsen: Bauleitplanung landesweit digital

[08.07.2026] Niedersachsen hat für seine Kommunen flächendeckend das digitale Verfahren DiPlanCockpit PRO für die Bauleitplanung eingeführt. Das neue Online-System soll Planungsverfahren schneller und einfacher machen. mehr...

Mutter spielt mit den Füßen eines Neugeborenen

GovTech Deutschland: Elterngeldverfahren föderal nachnutzen

[06.07.2026] Das Elterngeldverfahren steht perspektivisch auf der Deutschlandplattform zur föderalen Nachnutzung zur Verfügung. Die von GovTech Deutschland verantwortete Migration zeigt, wie bestehende Verwaltungsverfahren effizient und in kurzer Zeit auf eine moderne Plattformarchitektur überführt werden können. mehr...

Nahaufnahme eines Mannes, der eine Angel in der Hand hält vor grünem Hintergrund

Nordrhein-Westfalen: Fischereischein fürs Smartphone

[06.07.2026] Wer in Nordrhein-Westfalen den Fischereischein erwirbt, erhält diesen künftig im modernen Scheckkartenformat oder als elektronisches Zertifikat auf dem Smartphone. mehr...

Drei Verkehrsschilder (Abbiegen) gegen blauen Himmel aufgenommen

Baden-Württemberg: Kataster für Verkehrszeichen

[03.07.2026] Baden-Württemberg digitalisiert die Verwaltung seiner Verkehrszeichen. Ein neues Kataster soll Anordnung, Pflege und Auswertung der Schilder medienbruchfrei unterstützen und die Daten zugleich für Planung, Forschung und Mobilitätsanwendungen öffnen. mehr...

Festlich gedeckte Tafel, ein paar formell gekleidete Menschen, hinten Projektionsfläche

NEGZ/msg: Rückblick auf das Erfurter Digitalisierungsgespräch

[03.07.2026] Mit seinen Digitalisierungsgesprächen bringt das NEGZ Fachleute aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft zusammen. Beim jüngsten Termin in Erfurt ging es unter anderem um das Spannungsfeld zwischen technologischer Unabhängigkeit, effizienten Verwaltungsprozessen und rechtlichen Rahmenbedingungen. mehr...

Aus Code-Bausteinen neue Anwendungen zusammensetzen.

IT-Planungsrat: Ein Designsystem für Bund und Länder

[02.07.2026] Der IT-Planungsrat nimmt den offenen Standard KERN UX in sein Portfolio auf. Das von Hamburg und Schleswig-Holstein initiierte Projekt soll digitale Verwaltungsdienste nutzerfreundlicher, konsistenter und – zusammen mit der Digitalen Dachmarke – wiedererkennbarer machen. mehr...

Außenaufnahme: Wiese mit mehreren Männern in Uniform, auf dem Boden eine weiße Markierung.

Bitkom: Bundeswehr-Reserve muss digitaler werden

[02.07.2026] Das Bundeskabinett hat ein Gesetz zur Stärkung der Bundeswehr-Reserve beschlossen. Aus Sicht des Bitkom genügt Personalaufwuchs jedoch nicht für die Einsatzfähigkeit. Die Nutzung digitaler Technologien – von Apps über digitale Identität bis VR – müsste systematisch vorangetrieben werden. mehr...

Nahaufnahme eines Papierstapels auf einem Schreibtisch

Berlin: Zuwendungen sollen schneller fließen

[29.06.2026] In Berlin sollen eine moderne Software für digitale Anträge und eine neue Datenbank für Förderprogramme künftig dafür sorgen, dass mögliche Zuwendungen im Sozialbereich schneller und mit weniger Bürokratie vergeben werden können. Auch ein neues IT-Fachverfahren soll eingeführt werden. mehr...

Screenshot Website Digitale Dachmarke

BMDS: Alles zur Digitalen Dachmarke an einem Ort

[24.06.2026] Eine zentrale Webseite bündelt künftig Informationen zur Digitalen Dachmarke, ihren Kennzeichnungselementen und der Beantragung. Damit soll der einheitliche Auftritt staatlicher Online-Angebote von Bund, Ländern und Kommunen breiter unterstützt werden. mehr...

Frauenhände, die ein Mikro, eine Kamera und Zeitungen hochhalten vor rosa Hintergrund

NEGZ: Woher nehmen Fachleute ihr Digitalwissen?

[19.06.2026] Mit dem Thema Verwaltungsdigitalisierung befasst sich inzwischen eine ganze Reihe von Print- und Online-Publikationen sowie Podcasts. Das NEGZ will nun wissen, welche Medien von Fachleuten gelesen oder gehört werden. Die Umfrage ist in unter fünf Minuten zu schaffen. mehr...

Hessen: Immissionsschutz-Anträge werden digital

[15.06.2026] Hessen treibt die Digitalisierung von Genehmigungsverfahren weiter voran: Zum Jahreswechsel soll die Antragstellung im Bereich des Bundes-Immissionsschutzgesetzes ausschließlich über den Dienst ElIA-Online erfolgen. mehr...

Waldbrand: Dunkle Silhouette von Nadelbäumen vor orange leuchtendem Hintergrund.

Niedersachsen: Waldbrandfrüherkennung per Sensor

[04.06.2026] Um die Entwicklung größerer Brandereignisse zu verhindern, müssen Waldbrände so früh wie möglich lokalisiert und bekämpft werden. Daher baut das Land Niedersachsen sein Sensornetz zur automatisierten Branderkennung weiter aus. mehr...

In ein hellblaues Oberhemd gekleideter Männertorso mit Händen und Armen auf der Schreibtischplatte, die von Papieren übersät ist.

Unternehmensgründung: Loslegen statt Formulare ausfüllen

[03.06.2026] Nordrhein-Westfalen beteiligt sich an der bundesweiten Pilotierung von „Schneller Gründen“. Ab Juli 2026 sollen Finanzämter in Aachen und Düsseldorf einen digitalen Kombiantrag testen, der Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung zusammenführt. mehr...

Reetdachhaus auf Sylt

Bundesnetzagentur: Daten zu Kurzzeitvermietungen

[27.05.2026] Die Bundesnetzagentur fungiert ab sofort als digitale Datendrehscheibe für Kurzzeitvermietungen. Länder und Kommunen können darüber künftig verlässliche Daten zu Buchungen auf Plattformen wie Airbnb oder Booking.com erhalten und diese etwa nutzen, um Tourismusströme zu steuern. mehr...

Verkehrsmanagementzentrale RheinMain

Hessen: Digital vernetzt für bessere Mobilität

[22.05.2026] In Frankfurt am Main wurde jetzt die Verkehrsmanagementzentrale RheinMain in Betrieb genommen. Diese soll unter anderem durch die Nutzung von Echtzeit-Mobilitätsdaten zur besseren Verkehrslenkung beitragen. Geplant ist der Ausbau zu einer Verkehrsmanagementzentrale für ganz Hessen. mehr...