GesetzgebungPraxisaustausch zum Digitalcheck

[01.12.2025] Im November fand zum zweiten Mal das Bund-Länder-Treffen zum Digitalcheck statt, auch Vertreterinnen und Vertreter der Europäischen Kommission waren dabei. Die Teilnehmenden tauschten sich über Erfahrungen und Chancen praxis- und digitaltauglicher Gesetzgebung aus.
Gruppenfoto mit sechs Personen

Die Teilnehmenden der Podiumsdiskussion am zweiten Veranstaltungstag.

v.l.: Ralf Junge Pearl, DigitalService; Louisa Solonar-Unterasinger, Hessisches Ministerium für Digitalisierung und Innovation; Milen Starke, Thüringer Ministerium für Digitalisierung und Infrastruktur; Sven Schade, Europäische Kommission; Dr. Dominik Böllhoff, BMDS; Dr. Anna Sinell, DigitalService

(Bildquelle: DigitalService)

Um sich über Erfahrungen und Chancen zu praxis- und digitaltauglicher Gesetzgebung auszutauschen, trafen Vertreterinnen und Vertreter des Bundes, der Länder und der Europäischen Union in Berlin zusammen. Das Treffen fand bereits zum zweiten Mal statt, erstmalig waren das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS), das Thüringer Ministerium für Digitales und Infrastruktur und der DigitalService des Bundes die Organisatoren. Über 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer stellten aktuelle Anwendungsbeispiele vor und diskutierten, wie Bund, Länder und die Europäische Union künftig enger zusammenarbeiten können. Wie das BMDS berichtet, war man sich darüber einig, wie wichtig ein solcher Austausch und gute Praxisbeispiele sind, um eigene Ansätze weiterzuentwickeln.

Kompetenzen bündeln

Gastgeber des Treffens war die Thüringer Landesvertretung in Berlin; eröffnet wurde die Veranstaltung durch Stephan König, Staatssekretär für Medien und Europa und Bevollmächtigter des Freistaates beim Bund. Das Thüringer Digitalkabinett hatte im August 2025 seinen Praxischeck für Gesetzentwürfe um Kriterien zur Digitaltauglichkeit erweitert. Ein neues Kompetenzzentrum und eine eigene Onlineplattform sollen zusätzlich bei der Erarbeitung von digitaltauglichen Regelungen unterstützen. Das BMDS gab einen Überblick über die neuesten Entwicklungen im Bereich bessere Rechtsetzung auf Bundesebene. Dabei wurde das Zentrum für Legistik (ZfL) vorgestellt, das derzeit aufgebaut wird. Es soll bestehende Instrumente und Methoden für bessere Rechtsetzung bündeln und insbesondere die frühe Phase der Gesetzgebung verbessern. Das übergeordnete Ziel: die Regelungsarbeit der Zukunft vorausschauend, digital und praxistauglich zu gestalten.

Primär digital denken

Luise Hölscher, Staatssekretärin im Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung, hob die Notwendigkeit eines modernen Gesetzgebungsprozesses hervor, der von Anfang an unterschiedliche Perspektiven und Lebensrealitäten berücksichtigt. Vertreterinnen und Vertreter der Europäischen Kommission erklärten, wie digitaltaugliche Gesetzgebung auf europäischer Ebene praktisch umgesetzt wird – unter anderem mit der Interoperabilitätsverordnung (IEA) der EU. In einer Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen und Vertretern von EU, Bund und Ländern herrschte Einigkeit darüber, dass interdisziplinäre Perspektiven und Bedürfnisse von Nutzerinnen und Nutzern im Mittelpunkt stehen müssen. Damit die Gesetzgebung in Zukunft den Bürokratieabbau wirksam unterstützen kann, seien strukturelle Veränderungen und eine primär digitale Denkweise bei der Umsetzung erforderlich, so das Fazit des BMDS.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Panorama
Ein Laptop, dessen Monitor die Startseite der Servicestandard-Website zeigt.

DigitalService des Bundes: Hotline für den Servicestandard

[16.04.2026] Nutzerfreundliche digitale Verwaltungsleistungen steigern die Zufriedenheit von Bürgern und Unternehmen, parallel entlasten sie die Verwaltung. Der Servicestandard hilft bei der Umsetzung. Eine Hotline liefert nun individuelle Unterstützung bei Fragen rund um diesen Kriterienkatalog. mehr...

Porträt Leonhard Kugler

ZenDiS: Wechsel an der Spitze

[16.04.2026] Beim Zentrum für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung wechselt die Geschäftsführung: Leonhard Kugler übernimmt und folgt auf Alexander Pockrandt. Mit dem Wechsel soll die Aktivierung des Open-Source-Ökosystems stärker in den Fokus rücken. mehr...

Überwachung des Imports und Exports von Containern, Kontrolle von Handelscontainern.

Zoll/ITZBund: Anwendung zur Zentralen Zollabwicklung

[10.04.2026] Zoll und ITZBund haben eine neue Version des Zollsystems ATLAS in Betrieb genommen. Mit ATLAS-CCI startet eine zentrale Zollabwicklung für Einfuhren, die grenzüberschreitende Verfahren ermöglicht. Unternehmen können sich nun auf die zertifizierungspflichtige Nutzung vorbereiten. mehr...

Hand mit Euronoten vor blauem Hintergrund

Nordrhein-Westfalen: Digital zum Mittelabruf

[08.04.2026] Das Land Nordrhein-Westfalen hat ein umfangreiches Infrastruktur- und Investitionsprogramm für Kommunen auf den Weg gebracht. Der Antragsweg für die Kommunen sollte dabei möglichst glatt verlaufen: Über ein Portal können sie über ein rein digitales Verfahren auf die Mittel zugreifen. mehr...

Nahaufnahme von Aktenstapeln und Papieren auf einer Tischplatte in einem Büro.

ÖFIT: Wege zur wirksamen Verwaltung

[24.03.2026] Personalmangel und Bürokratielasten führen zum Eindruck einer überforderten Verwaltung. Eine aktuelle Studie des ÖFIT zeigt, wie innerhalb des Verwaltungssystems die Hebel für eine erfolgreiche Staatsmodernisierung umgelegt werden können – durch strikte Outcome-orientierte Handlungsleitung und pragmatische Ansätze. mehr...

Mehrere Personen sitzen offenbar miteinander redend um einen Tisch herum, dieser ist mit gelben Zetteln bedeckt.

BMDS: Kriterien für gute Servicequalität

[17.03.2026] Im Februar haben Menschen aus ganz Deutschland in mehreren Bürgerwerkstätten erarbeitet, was für sie einen guten Verwaltungsservice ausmacht. Die Ergebnisse will das BMDS nun weiter validieren, um ein Audit-Tool für die Servicequalität von Bundesleistungen zu entwickeln. mehr...

Laptop auf einem niedrigen Tisch in warmen Licht, Händet tippen darauf.

Hessen: Quick-Check Bauantrag gestartet

[16.03.2026] Das Land Hessen hat ein einfaches digitales Angebot geschaffen, mit dem Bürgerinnen und Bürger schnell prüfen können, ob für ihr Bauvorhaben ein Bauantrag erforderlich ist. Das spart Zeit, schafft Klarheit und entlastet auch die Behörden. mehr...

Eine Reihe von gläsernen Trophäen auf einer frauen Säule, darauf Schriftzug "Smart Country Convention"

OSBA: Innovative Open-Source-Lösungen gesucht

[10.03.2026] Zum zweiten Mal findet der bundesweite Wettbewerb für erfolgreiche Open-Source-Lösungen aus der öffentlichen Verwaltung statt. Behörden und öffentliche Stellen aller föderalen Ebenen können sich bis Ende Juni bewerben, die Preisverleihung erfolgt im Rahmen der Smart Country Convention. mehr...

Hessen: BAföG digital beantragen

[09.03.2026] In Hessen kann BAföG nicht nur digital beantragt werden, auch der Förderbescheid wird künftig online zugestellt. Das Bundesland ist somit das erste mit einem kompletten BAföG-Digitalpaket. mehr...

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (links) präsentiert den geteilten Fahrzeugschein

BMV: iKfz-App für Unternehmen nutzbar

[06.03.2026] Der digitale Fahrzeugschein lässt sich jetzt auch per QR-Code in die iKfz-App übertragen. Das bietet insbesondere Unternehmen, Handwerksbetrieben, Dienstleistern und Fuhrparkbetreibern neue Möglichkeiten. mehr...

Papierkorb mit zusammengeknülten Papieren, im Hintergrund unscharf ein Fax-Gerät

Nationaler Normenkontrollrat: 81 Vorschläge für weniger Bürokratie

[02.03.2026] Mit inzwischen zwölf Zielen und zahlreichen konkreten Vorschlägen erweitert der NKR sein Maßnahmenpaket zum Bürokratieabbau. Im Fokus stehen ein effizienterer Verwaltungsvollzug und Entlastungen für KMU – etwa durch schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren oder ein vereinfachtes Vergaberecht. mehr...

Zwei Personen stehen vor einem Fenster und präsentieren etwas. Im Vordergrund sitzen einige Personen schauen sie an und hören zu.

DigitalService: Work4Germany geht in die nächste Runde

[27.02.2026] Für den Herbstdurchgang des Fellowship-Programms Work4Germany beginnt am 2. März die Bewerbungsphase. Der DigitalService des Bundes bringt Fachleute als Fellows in die Bundesverwaltung, wo sie Referate in Projekt-, Produkt- sowie Team- und Organisationsentwicklung unterstützen. mehr...

Hand hält Smartphone, darauf das Logo der BeihilfeNRW-App

Nordrhein-Westfalen: Der Beihilfebescheid kommt per App

[26.02.2026] Die rund 645.000 Beihilfeberechtigten in Nordrhein-Westfalen können ihre Bescheide ab sofort in digitaler Form erhalten. Möglich wird das durch eine neue Funktion der bereits etablierten BeihilfeNRW-App. Davon profitieren die Antragstellenden wie auch die Beschäftigten der Beihilfestellen. mehr...

Angeschnittenes Bild eines Mannes in weißem Arztkittel, der an einem Tisch in einem hellen Büro auf seinem Laptop tippt.

Baden-Württemberg/Bayern: Software-Landschaft für die Gesundheitsämter

[17.02.2026] Baden-Württemberg und Bayern vereinbaren die Zusammenarbeit zur Entwicklung einer gemeinsamen digitalen Grundlage für den Öffentlichen Gesundheitsdienst. Ziel ist eine einheitliche, bürgerfreundliche Fachanwendungslandschaft. Die Kooperation steht weiteren Ländern und Kommunen offen. mehr...

Porträt von Dr. Benjamin Grimm

Deutschland-Index Digitale Verwaltung 2025: Brandenburg holt auf

[16.02.2026] Der Index Digitale Verwaltung des ÖFIT zeigt: Brandenburg ist im Jahr 2025 der Aufsteiger schlechthin. Punkten kann die Verwaltung insbesondere mit der sehr guten Benutzbarkeit ihres Angebots. Schwachpunkte bleiben die Basiskomponenten und das Angebot an Online-Verwaltungsleistungen. mehr...