Deutscher LandkreistagBreitband-Ausbau nur mit Förderung

[20.10.2021] Der Deutsche Landkreistag sieht den Breitband-Ausbau als wichtige Infrastrukturaufgabe des Bundes. Um Versorgungslücken in den ländlichen Räume zu schließen, sei eine Fortführung der Förderung unerlässlich, da der eigenwirtschaftlicher Ausbau vor allem in Ballungsräumen erfolge.

Der Deutsche Landkreistag äußerte sich zur Zukunft der Breitband-Förderung unter einer neuen Bundesregierung. Der Breitband-Ausbau sei eine der drängendsten Infrastrukturaufgaben, erklärte der Präsident des Landkreistages, Landrat Reinhard Sager. Es sei eine vordringliche Aufgabe für das 100-Tage-Programm einer neuen Bundesregierung, die Breitband-Förderung des Bundes weiterzuführen und fortzuentwickeln. Zwar sei richtig, dass der Glasfaserausbau so weit wie möglich privatwirtschaftlich finanziert – im so genannten Eigenausbau – erfolgen sollte. Die Erfahrung der vergangenen Jahre zeige aber, dass sich die Unternehmen in erster Linie für den Ausbau in Ballungsräumen interessierten. Ländliche Räume blieben dagegen vielfach auf der Strecke, so Sager. Erst knapp 15 Prozent der deutschen Haushalte hätten einen echten Glasfaseranschluss. Rechne man die als gigabitfähig geltenden Kabelanschlüsse hinzu, erhöhe sich die Quote zwar auf gut 59 Prozent, allerdings vor allem in den Ballungsgebieten. In den ländlichen Räumen seien lediglich rund 20 Prozent der Haushalte mit 1.000 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) online. Und auch nur rund die Hälfte der Gewerbegebiete habe Zugang zum Gigabitnetz, hier seien in den ländlichen Räumen wiederum besonders große Versorgungslücken zu verzeichnen.
Der DLT-Präsident kommt zu dem Schluss, dass der Breitband-Ausbau nur gelingen kann, wenn Bund und Länder weiterhin Fördergelder bereitstellen und damit auch das Engagement der Landkreise für einen flächendeckenden Glasfaserausbau unterstützen. Derzeit stünden zwölf Milliarden Euro an Bundesmitteln für den Breitband-Ausbau zur Verfügung, davon seien 9,3 Milliarden Euro bereits in konkreten Ausbauprojekten vor allem der Landkreise gebunden. Es sei jedoch absehbar, dass die derzeit noch verfügbaren Restbeträge bei Weitem nicht ausreichten, um den erforderlichen Glasfaserausbau auch in den ländlichen Räumen zeitnah abzuschließen. Außerdem müssten die Förderregeln vereinfacht werden, so Sager abschließend. Derzeit unterstütze der Bund nur in solchen Gebieten, die noch nicht mit 100 Mbit/s versorgt sind. Erst wenn diese Aufgreifschwelle Anfang 2023 wegfällt, werde es möglich sein, breiter zu fördern. Diese Punkte müsse die neue Bundesregierung daher so schnell wie möglich angehen.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Breitband
Im Neckar-Odenwald-Kreis kommt die Glasfaser bis ins Haus.

Breitbandatlas: FTTB/FTTH-Quote steigt stark

[11.06.2026] Neue Zahlen des Gigabit-Grundbuchs zeigen rasche Fortschritte beim Glasfaserausbau. Ende 2025 hatte fast jeder zweite Haushalt Zugang zu einem Anschluss bis ins Gebäude oder in die Wohnung. Binnen sechs Monaten stieg die Quote um sechs Prozentpunkte. mehr...

Nahaufnahme von Glasfaserkabeln.

Breitband: Gemeinsam für schnellen Netzausbau

[09.06.2026] Bund, Länder, Kommunen und Telekommunikationsbranche wollen den Ausbau von Glasfaser- und Mobilfunknetzen verbindlicher steuern. Das Memorandum setzt auf messbare Kenngrößen und einen fortgesetzten Stakeholderdialog. Der BREKO sieht dennoch weiteren Regulierungsbedarf. mehr...

Ktistina Sinemus auf der Bühne beim Gigabitgipfel 2026; roter Blazer, cyanfarbene Bühne

Hessen: Mehr Tempo für den Mobilfunkausbau

[05.06.2026] Das Land Hessen hat beim diesjährigen Gigabitgipfel einen Infrastrukturpakt mit sechs Mastinfrastrukturgesellschaften geschlossen, um den Bau neuer Mobilfunkstandorte zu erleichtern und digitale Genehmigungsprozesse voranzubringen. Auch beim Glasfaserausbau meldet das Land Fortschritte. mehr...

Nahaufnahme von Glasfaserkabeln.

Sachsen-Anhalt: Deutlicher Schub für schnelles Internet

[02.06.2026] Sachsen-Anhalt meldet Fortschritte beim Breitbandausbau. Ende 2025 hatten knapp 49 Prozent der Haushalte Zugang zu Glasfaseranschlüssen bis ins Gebäude oder in die Wohnung. Auch der Anteil gigabitfähiger Anschlüsse stieg deutlich. mehr...

Hessens Digitalministerin Kristina Sinemus stellt Fünf-Punkte-Arbeitsprogramm vor.

Hessen: Dynamik beim Glasfaserausbau

[06.05.2026] Trotz herausfordernder topografischer Bedingungen ist Hessen Glasfaser-Spitzenreiter: 82,1 Prozent der Haushalte sind inzwischen gigabitfähig versorgt; auch bei FTTB/H legt das Land deutlich zu. Bis 2030 sollen rund 2,2 Millionen Glasfaseranschlüsse entstehen. mehr...

Gruppenbild mit formell gekleideten Menschen inkl. Innenminister Thomas Strobl und Förderurkunden

Baden-Württemberg: Der Gigabitausbau geht voran

[22.04.2026] Im Rahmen des kommunalen Breitbandausbaus fördert das Land Baden-Württemberg vier Projekte in den Landkreisen Schwarzwald-Baar, Bodenseekreis und Rottweil mit insgesamt rund 38,4 Millionen Euro. mehr...

Mehrere Flaggen mit dem bayrischen blau-weißen Rautenmuster vor blauem Hintergrund.

Bayern: Breitband-Förderung wirkt

[02.04.2026] Zwei vbw-Studien sehen den Gigabitausbau in Bayern auf Kurs. Über 99 Prozent der Haushalte haben schnelles Internet, 83 Prozent sollen in naher Zukunft Gigabit nutzen können. Das Finanzministerium wertet die Zahlen als Bestätigung seiner Förderpolitik, von der vor allem der ländliche Raum profitiert. mehr...

Sechs in einer Reihe stehende Rednerpulte, alle bis auf eines mit dunkel gekleideten Männern besetzt, am 3. von links Kristina Sinemus in leuchtend rotem Blazer.

Hessen: Mehr Masten, mehr Tempo, mehr Empfang

[06.03.2026] Hessens Digitalministerin Kristina Sinemus hat gemeinsam mit den vier großen Mobilfunknetzbetreibern den neuen Masterplan Mobilfunk vorgestellt. Ziel ist eine nahezu flächendeckende Netzabdeckung bis 2030. Vorgesehen sind neue Standorte, schnellere Genehmigungen und Satellitenlösungen für Restgebiete. mehr...

Offizielles Porträt von Alexander Schweitzer

Rheinland-Pfalz: Wie steht es um die digitalen Infrastrukturen?

[03.02.2026] Der neue Statusbericht zum Glasfaser- und Mobilfunkausbau in Rheinland-Pfalz liegt vor. Er zeigt eine deutliche Dynamik beim Glasfaserausbau und Fortschritte im Mobilfunkbereich. mehr...

Nahaufnahme einer Wiese, im Hintergrund eine Straße. Glasfaserkabel ragen aus der Erde.

Bundesnetzagentur: Konzept für die Kupfer-Glas-Migration

[26.01.2026] Die Bundesnetzagentur skizziert Bedingungen und Zeitpunkte für eine Abschaltung der Kupfernetze. So soll ein schneller, geordneter und wettbewerblicher Übergang auf flächendeckende Glasfaser ermöglicht werden. Stellungnahmen zum Konzept sind bis 16. März möglich. mehr...

Dank digitalem Antrags- und Genehmigungsverfahren sollen in Hessen und Rheinland-Pfalz Glasfaserinfrastrukturen künftig schneller verlegt werden können.

Rheinland-Pfalz: Gigabitstrategie 2030 verabschiedet

[08.12.2025] Rheinland-Pfalz hat eine neue Gigabitstrategie. Angestrebt wird ein Glasfaserangebot für alle Haushalte und Unternehmen bis 2030 sowie die Sicherstellung eines lückenlosen Mobilfunknetzes der neuesten Generation. Dazu definiert die Strategie fünf Handlungsfelder. mehr...

Thüringen: Geld und Kooperation für den Glasfaserausbau

[24.11.2025] In Erfurt hat das Thüringer Glasfaserforum wichtige Weichen für den Glasfaserausbau gestellt: Das Land sagt mehr als eine Milliarde Euro an Fördermitteln zu und bereitet einen Glasfaserpakt für 2026 vor. Bis 2030 will der Freistaat zu den Ländern mit hoher Ausbauquote aufgeschlossen haben. mehr...

Screenshot von der Website des Breitbandberichts BW: "Breitbandbericht 2025" reizeilig in einer sehr verspielten Typografie auf hell lilafarbenem Hintergrund

Baden-Württemberg: Breitbandbericht zeigt Fortschritte

[11.11.2025] Der neue Breitbandbericht für Baden-Württemberg liegt vor – erstmals rein digital. Demnach liegt das Land im Gigabit-Ranking auf Platz 4 von 13 bei den Flächenländern. Mit eigenen und Bundesmitteln sowie einem Glasfaserpakt will es einer flächendeckenden Verfügbarkeit näher kommen. mehr...

Podium mit sieben Personen an einem langen Tisch, davor die Schultern von Publikum, dahinter eine "BMDS"-Projektion.

BMDS: Infrastrukturausbau ist Chefsache

[04.11.2025] Bundesdigitalminister Karsten Wildberger traf Vertreterinnen und Vertreter von Ländern, Kommunen und Telekommunikationsunternehmen zu einem Stakeholderdialog zum Ausbau digitaler Netze. Vereinbart wurde, in einem Memorandum of Understanding messbare Ziele für Glasfaser- und Mobilfunkausbau festzulegen. mehr...

Baden-Württemberg will das Tempo beim Mobilfunkausbau erhöhen.

BMDS-Studie: Weiße Flecken im Detail

[03.11.2025] Eine neue Studie des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung zeigt: Rund zwei Prozent der Fläche Deutschlands sind ohne 4G- oder 5G-Versorgung. Die Daten sollen helfen, Ursachen der Funklücken zu erkennen und Maßnahmen zum gezielten Netzausbau zu planen. mehr...