HessenE-Akte fordert die Justizmitarbeiter
Hessens Justizminister Roman Poseck hat dem Landessozialgericht in Darmstadt einen Besuch abgestattet. Im Fokus stand dabei die Umstellung der Gerichtsbarkeit auf die elektronische Aktenführung. Seit dem 19. April 2021 wird die E-Akte am Sozialgericht Kassel erprobt (wir berichteten), das Landessozialgericht folgte im März 2022. Mit der erfolgreichen Pilotierung der elektronischen Akte gelte die Sozialgerichtsbarkeit als Vorreiter für die digitale Aktenführung, sagte Poseck bei seinem Besuch. Der Minister betonte die wichtige Rolle der Justizmitarbeiter bei der Umstellung von der Papier- auf die elektronische Aktenführung. Ein solcher tiefgreifender Umbruch im Rahmen der gewohnten Tätigkeit sei auch immer mit neuen Herausforderungen verbunden, so der Minister. Daher werde die Unterstützung der Bediensteten benötigt. Nur gemeinsam mit allen Beteiligten könne es gelingen, die Justiz modern und zukunftsfest zu machen. Er werde daran mitwirken, dass die Belange der Praxis so weit wie möglich in den Prozess der Digitalisierung eingebracht werden, so Poseck.
Derzeit wird die E-Akte im hessischen Landessozialgericht von fünf Richterinnen und Richtern, zwei Mitarbeiterinnen der Serviceeinheit sowie einer Mitarbeiterin der Verwaltung erprobt, sodass in diesem Rahmen rund 150 Akten digital bearbeitet werden können.
Bei der Umstellung mussten Arbeitsabläufe völlig neu generiert und bewährte Routinen neu erarbeitet werden. Dies stelle wohl die grundlegendste Umgestaltung des Justizarbeitsplatzes seit Einführung der EDV dar, resümierte der Präsident des Landessozialgerichts, Alexander Seitz. Um diesen Paradigmenwechsel im laufenden Betrieb zu bewältigen, sei neben einer umfassenden Schulung ausreichender technischer Support erforderlich. Dies gelte für die Geschäftsstellen, aber auch für Richter und die Gerichtsverwaltung, so Seitz.
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