NKR/BundStaatssekretärsausschuss mit erweiterten Aufgaben

[05.08.2025] Mit erweitertem Mandat soll der Staatssekretärsausschuss für Bürokratieabbau künftig auch zentrale Aufgaben der Staatsmodernisierung übernehmen. NKR-Chef Lutz Goebel begrüßt den Schritt, mahnt aber rasche Umsetzung konkreter Strukturreformen und Fortschritte beim BMDS an.
Porträt des NKR-Vorsitzenden Lutz Goebel vor dunklem Hintergrund.

Die Einsetzung des Staatssekretärsausschusses zur Staatsmodernisierung ist der erste Schritt, dem weitere folgen müssen, so der NKR-Vorsitzende Lutz Goebel.

(Bildquelle: NKR)

Mit Beschluss des Kabinetts hat die Regierung den Staatssekretärsausschuss „Staatsmodernisierung und Bürokratierückbau“ eingesetzt. Dieser bestand bereits in vergangenen Legislaturperioden – er soll in Zukunft aber auch das neue Politikfeld Staatsmodernisierung übernehmen, wie der Nationale Normenkontrollrat (NKR) berichtet. Der Ausschuss soll unter anderem dafür verantwortlich sein, bei der Vorbereitung von Gesetzen frühzeitig Vollzugsexperten und Praktiker einzubinden, um die Digital- und Praxistauglichkeit neuer Regelungen sicherzustellen. Zudem soll er dazu beitragen, Bürokratiekosten in Höhe von 16 Milliarden Euro – entsprechend dem Abbauziel von 25 Prozent – sowie 10 Milliarden Euro an Erfüllungsaufwand zu reduzieren.

Darüber hinaus ist vorgesehen, die Verwaltungsausgaben des Bundes um zehn Prozent und den Personalbestand um acht Prozent zu senken. Schließlich soll der Ausschuss auch den Abbau verzichtbarer Aufgaben, Kosten und Doppelstrukturen in der Bundesverwaltung vorantreiben, zentrale Aufgaben bündeln und die Zahl der Bundesbehörden verringern. Der Vorsitzende des NKR, Lutz Goebel, begrüßt die Erweiterung der Befugnisse, mahnt aber auch die Umsetzung weiterer Schritte an. „Wir sehen, dass die Bundesregierung die Themen Bürokratierückbau und Staatsmodernisierung sehr ernst nimmt. Die thematische Aufwertung des Staatssekretärsausschusses ist folgerichtig. Damit schafft die Bundesregierung die nötige Struktur, um die ambitionierten Ziele des Koalitionsvertrages umzusetzen.“

Tiefgreifende Reformen sind nötig

Die Regierung brauche sichtbare Projekterfolge aus jedem Ministerium. Alle Ressorts müssten mitziehen, jedes Haus soll erkennbar Verantwortung übernehmen, doch die Bundesregierung dürfe sich nicht allein auf kurzfristige Erfolge konzentrieren, so Goebel. Ebenso wichtig ist es, im Hintergrund systemische Veränderungen anzustoßen, auch wenn deren Wirkung erst in einigen Jahren spürbar wird. Zu solchen tiefgreifenden Reformen zählen etwa eine deutlich stärkere Wirkungsorientierung in Gesetzgebung und Haushaltswesen, flachere Hierarchien und schnellere Strukturen in den Ministerien sowie ein modernes Personalmanagement und ein zeitgemäßes Dienstrecht. „Wenn man im Staatssekretärsausschuss nicht weiterkommt, müssen schnell die Ministerinnen und Minister ran. Kabinett und Koalitionsausschuss müssen mutig entscheiden und klare Weisungen geben, dass jenseits von Ressortinteressen und Befindlichkeiten kooperativ und missionsorientiert gearbeitet wird“, so Göbel.

Dem BMDS fehlen Budget und Strukturen

Ein weiterer Punkt betreffe die europäische Ebene. Viele Regelungen entstehen in Brüssel. Deutschland braucht daher eine frühzeitige, gut abgestimmte und proaktive Verhandlungsführung in Europa, um übermäßige Regulierung zu vermeiden. Das Thema gehöre fest auf die Tagesordnung des Staatssekretärsausschusses. Zudem müsse das BMDS nun endlich weiter Form annehmen: „Nachdem der Staatssekretärsausschuss konstituiert ist, muss jetzt das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung zügig aufgebaut werden“, so Göbel – bisher gäbe es dort nur temporäre Aufbaustäbe, kein Budget und keine festen Strukturen. „Dass die Bundesregierung drei Monate braucht, um den Organisationserlass des Bundeskanzlers zu konkretisieren und noch viel länger brauchen wird, um ihn umzusetzen, gibt zu denken und sollte im Sinne effizienterer Bundesstrukturen überprüft werden.“



Stichwörter: Politik, BMDS, NKR


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik
Wehende Brandenburg-Flagge mit dem Landeswappen, das einen Adler zeigt.

Brandenburg: Breiter Dialog für neue Digitalstrategie

[07.09.2026] Brandenburg bezieht Verbände, Bürgerinnen und Bürger sowie Kommunen in die Erarbeitung der neuen Digitalstrategie ein. Nach Online-Befragung und Verbändeanhörung folgt im September ein Kommunalworkshop. Die Strategie soll bis Ende 2026 verabschiedet und veröffentlicht werden. mehr...

Porträt Anke Pörksen

Niedersachsen: Neue Strukturen bringen Digitalisierung voran

[04.09.2026] Ein Jahr nach der Neuordnung seiner Digitalpolitik zieht Niedersachsen eine positive Bilanz: Zuständigkeiten wurden neu geordnet, Strukturen geschaffen, wichtige Fortschritte sind sichtbar. Nun sollen Verwaltungsdigitalisierung, KI und Cyber-Sicherheit weiter vorankommen. mehr...

Gruppenbild im Scdhlosspark

Digitalpolitik: Kabinettsklausur in Neuhardenberg

[31.08.2026] Bei ihrer Kabinettsklausur in Neuhardenberg beriet die Bundesregierung unter anderem über industrielle KI, digitale Souveränität und Bürokratieabbau. Mit weniger Berichtspflichten sowie schnelleren Genehmigungen und Unternehmensgründungen will sie die Wirtschaft entlasten. mehr...

Blick vom Spreeufer auf das Reichstagsgebäude.

Bundeshaushalt 2027: Digitaletat steigt auf 1,44 Milliarden Euro

[27.08.2026] Der Haushaltsentwurf 2027 sieht für das Bundesdigitalministerium höhere Ausgaben für die IT-Infrastruktur und mehr Mittel aus dem Sondervermögen vor. Schwerpunkte sind Breitbandausbau und Verwaltungsdigitalisierung. Bei Mobilfunk und Registermodernisierung wird dagegen gekürzt. mehr...

Luftaufnahme Berlin, Blick über die Museumsinsel auf den Alexanderplatz

Bitkom: Wie digital sind Berlins Parteien?

[24.08.2026] Welche Berliner Parteien passen bei digitalpolitischen Fragen zu den eigenen Positionen? Zur Abgeordnetenhauswahl am 20. September gleicht der neue Bitkomat die Antworten der Nutzerinnen und Nutzer auf 20 Thesen mit den Angaben der im Parlament vertretenen Parteien ab. mehr...

Außenansicht des Rathauses in Bremen

Bremen: Leitplanken für Verwaltungs-KI

[21.08.2026] Der Bremer Senat hat jetzt eine KI-Strategie für die Verwaltung beschlossen. Sie soll den Einsatz der Technologie mit sieben Handlungsschwerpunkten und 39 Projekten verbindlich steuern, um Verfahren zu beschleunigen, Beschäftigte zu entlasten und die Datenhoheit zu sichern. mehr...

Dänemark ist ein Leuchtturm bei der Digitalisierung.

Schleswig-Holstein/Dänemark: Zwei Digitalregionen rücken zusammen

[20.08.2026] Schleswig-Holstein und Dänemark vertiefen ihren Austausch zur digitalen Verwaltung. In Flensburg diskutierten Fachleute aus Verwaltung, Wirtschaft und Technologie über erfolgreiche gemeinsame Projekte sowie Ansätze für die weitere Zusammenarbeit, etwa bei Verwaltungsdigitalisierung, Cyber-Sicherheit und Open Source. mehr...

3D-Rendering einer Lupe über einem aufgeschlagenen Buch mit einem Paragrafenzeichen.

Berlin: Start des Digitalchecks

[14.08.2026] Werden Gesetze von Anfang an digitaltauglich gestaltet, können Verfahren beschleunigt und Verwaltungskosten gesenkt werden. Für die dahingehende systematische Prüfung von Gesetzesvorhaben in ihrer Frühphase hat sich der Begriff „Digitalcheck“ etabliert. Einen solchen hat nun auch das Land Berlin beschlossen. mehr...

Porträt von Finanzminister Heiko Geue

Mecklenburg-Vorpommern: Zwei Strategien für digitale Verwaltung

[10.08.2026] Mecklenburg-Vorpommern ordnet die Verwaltungsdigitalisierung mit zwei Strategien neu: Eine bündelt 43 Maßnahmen für die Landesverwaltung bis 2030. Die andere legt in zwölf Grundsätzen fest, wie Land und Kommunen digitale Vorhaben gemeinsam planen, priorisieren und umsetzen. mehr...

Gruppenbild vor Holzvertäfelung

Baden-Württemberg: Maßnahmen zum Bürokratieabbau

[05.08.2026] Die Modernisierung des Staatswesens zählt in Baden-Württemberg zu den zentralen Vorhaben der laufenden Legislaturperiode. Nun hat die Landesregierung wichtige Strukturentscheidungen zum Bürokratieabbau getroffen und das Effizienzgesetz auf den Weg gebracht. mehr...

Balkengrafik

Brandenburg: Immer mehr Fokusdienste angebunden

[04.08.2026] Brandenburg informiert über den Roll-out der 15 von Bund und Ländern priorisierten Fokusleistungen. Fünf sind bereits vollständig umgesetzt, bei mehreren weiteren wurden in den vergangenen Monaten zusätzliche Stellen angebunden. mehr...

Mehrere Flaggen mit dem bayrischen blau-weißen Rautenmuster vor blauem Hintergrund.

Bayern: Weiß-blaue Erfolgsbilanz

[28.07.2026] Bayerns Digitalminister Fabian Mehring zog im Landtag eine ausgesprochen wohlwollende Bilanz der eigenen Digitalpolitik. Den Freistaat sieht er bei der Digitalisierung von Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft auf Kurs und bei der Verwaltungsdigitalisierung bereits als Taktgeber Deutschlands. mehr...

Landesdienstflagge Mecklenburg-Vorpommern, nahaufnahme des in Falten liegenden Fahnenstoffes

Mecklenburg-Vorpommern: Beitritt zum Zweckverband eGo-MV

[28.07.2026] Mecklenburg-Vorpommern tritt dem kommunalen Zweckverband eGo-MV bei. Land und Kommunen wollen damit ihre Zusammenarbeit bei IT-Infrastrukturen, Standards und gemeinsamen Digitalisierungsprojekten verbindlicher organisieren. mehr...

Deutschland/Frankreich: Kooperation bei KI-Sicherheit und digitaler Souveränität

[27.07.2026] Deutschland und Frankreich bauen ihre Zusammenarbeit bei KI-Sicherheit und digitaler Souveränität aus. Die Vereinbarungen sollen gemeinsame Bewertungen leistungsfähiger KI-Modelle ermöglichen und Europas Rolle bei der sicheren Nutzung von Künstlicher Intelligenz stärken. mehr...

Hände und Torso einer mutmaßlich weiblichen Person, die mit nachdenklicher Pose ein Smartphone hält.

BMDS: One-Stop-Shop für die Sozialverwaltung

[21.07.2026] Die Sozialplattform soll zum zentralen digitalen Zugang für Sozialleistungen ausgebaut werden. Vorgesehen sind durchgängig digitale Verfahren, Registerabrufe über NOOTS sowie perspektivisch die Anbindung von Deutschland-App und EUDI-Wallet. mehr...