Schleswig-HolsteinLandesverwaltung mailt per Open Source

Der Unabhängigkeit von großen Tech-Konzernen ist Schleswig-Holstein wieder einen Schritt näher.
(Bildquelle: wirestock/123rf.com)
Schleswig-Holsteins Landesverwaltung hat den Umstieg des Mailsystems von Microsoft Exchange und Outlook auf die Open-Source-Lösungen Open-Xchange und Thunderbird vollständig vollzogen. Dem ging ein sechsmonatiger Umstellungsprozess voraus, der mehr als 40.000 Postfächer mit insgesamt deutlich mehr als 100 Millionen E-Mails und Kalendereinträgen umfasste. Damit sei das Land Schleswig-Holstein dem Ziel eines digital souveränen IT-Arbeitsplatzes ein großes Stück nähergekommen, heißt es in einer Meldung der Staatskanzlei. Der schrittweise Umstellungsprozess der Landes-IT wurde über mehrere Jahre hinweg gemeinsam mit den Herstellern vorbereitet und in der Open-Innovation- und Open-Source-Strategie Schleswig-Holstein (wir berichteten) beschrieben. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Land damit begonnen, LibreOffice als neue Standard-Bürosoftware auszurollen und Microsoft Office zu ersetzen (wir berichteten). Mit der aktuellen Umstellung des Mailsystems wird jetzt auch schrittweise MS Office von den Landesrechnern deinstalliert.
Land will Erfahrungen teilen
„Die vergangenen Wochen und Monate haben gezeigt: Eine solche Umstellung ist keine Kleinigkeit. Wir sind echte Pioniere. Wir können nicht auf die Erfahrung anderer zurückgreifen – weltweit gibt es kaum ein vergleichbares Projekt dieser Größenordnung“, sagte Digitalisierungsminister Dirk Schrödter. Andere sollen von den nun in Schleswig-Holstein gemachten Erfahrungen profitieren: „Künftig können wir mit unseren Erfahrungswerten von der Datenanalyse bis zum Monitoring im Rechenzentrum anderen helfen und sie unterstützen, wenn sie sich auf den Weg machen, den wir gerade als erste beschreiten“, so Schrödter.
Die Open-Source-Strategie des Landes umfasst weitere Bereiche. So ersetzt die Software Nextcloud Schritt für Schritt Microsoft SharePoint als zentrale Zusammenarbeitsplattform. Bei den Videokonferenzen setzt das Land auf OpenTalk (wir berichteten). Auch wird der Einsatz des Betriebssystems Linux als Alternative zu Windows erprobt. Schließlich sollen auch die Telefonsysteme mit einer Open-Source-Lösung betrieben werden.
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