IT-PlanungsratIst eine föderale Antragsplattform machbar?

Eine einheitliche föderale Antragsplattform soll kommunale Marken stützen, Onlinedienste Ende-zu-Ende digitalisieren und Mehrfacharbeiten vermeiden.
(Bildquelle: michal812/123rf.com)
Um Digitalisierungsaktivitäten zu priorisieren, zu koordinieren und politisch zu rahmen, definiert der IT-Planungsrat (IT-PLR) strategische Schwerpunktthemen. Im Schwerpunkt „Digitale Infrastruktur“ wurde eine Machbarkeitsstudie zum Aufbau einer föderalen Antragsplattform erarbeitet, deren Ergebnisse nun vorliegen. Die Studie untersucht insbesondere die Herausforderungen der kommunalen Ebene bei der Digitalisierung von Online-Diensten und leitet daraus Impulse für neue Umsetzungsansätze ab. Sie ist Teil der 27 Vorhaben, die der IT-Planungsrat im Juni 2025 zur operativen Umsetzung der föderalen Digitalstrategie beschlossen hat.
Das Zielbild des Schwerpunkts „Digitale Infrastruktur“ sieht vor, die Grundlagen für eine Ende-zu-Ende-Digitalisierung von Verwaltungsleistungen zu schaffen. Als möglichen Ansatz untersuchte die Studie, ob und wie eine föderale Antragsplattform, die alle bundesgesetzlichen Verwaltungsleistungen zentral bereitstellt, realisiert werden kann. Dafür kombiniert sie technische, rechtliche und organisatorische Analysen mit qualitativen Interviews mit 50 Bürgerinnen und Bürgern sowie 30 Kommunen.
Bürger brauchen digitale Servicequalität
„Die Studie bestätigt, was viele Kommunen seit Langem zurückmelden: Digitale Angebote werden nur dann breit genutzt, wenn sie einfach, verlässlich und durchgängig funktionieren. Wir brauchen durchgängige, Ende-zu-Ende gedachte Lösungen, die Kommunen entlasten, Kosten senken und föderal anschlussfähig sind. Gemeinsam mit den Kommunen und dem Bund treiben wir im Rahmen einer Digitalisierungsoffensive entsprechende Ansätze aktiv voran“, sagt Stefan Sauer, der hessische Staatssekretär für Digitalisierung und Innovation und gleichzeitig Themenpate für den Schwerpunkt „Digitale Infrastruktur“ beim IT-PLR. Die Studienergebnisse zeigen, dass sich Bürgerinnen und Bürger eine einheitlichere Struktur und durchgängig digitalisierte Verfahren wünschen, um Zeit zu sparen und medienbruchfrei Anträge zu stellen.
Anschlusskosten für EfA-Dienste sind hoch
Kommunen sehen sich hingegen mit hohen Kosten bei der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes konfrontiert und bemängeln eine geringe Wirtschaftlichkeit. Ursache sind vor allem hohe Anschlusskosten an Einer-für-Alle-Online-Dienste sowie dezentrale Betriebs- und Lizenzkosten der Fachverfahren. Den Entwicklungskosten eines EfA-Dienstes stehen etwa das 1,5-fache an Betriebskosten, das 7,5-fache an Anschlusskosten und das 15-fache an Kosten für Fachverfahren gegenüber. Ende-zu-Ende-Dienste, die schlüsselfertig bereitgestellt werden, können diese Kosten deutlich senken.
Die Studie identifiziert strukturelle Ursachen und Hürden und schlägt den Aufbau einer föderalen Antragsplattform als strategischen Ansatz vor. Diese soll Online-Dienste durchgängig digitalisieren, Anschlusskosten reduzieren und Mehrfacharbeiten vermeiden. Vorgesehen sind zudem ein einheitlicher Cloud-Betrieb zur Nutzung von Skaleneffekten sowie eine Öffnung für Anbieter und Dienstleister, um Wettbewerb zu ermöglichen. Gleichzeitig sollen kommunale Marken unterstützt werden, damit die hoheitliche Kommunikation auch digital gewahrt bleibt.
• Mehr zum Schwerpunktthema „Digitale Infrastruktur“
• Mehr zu den Umsetzungsprojekten des IT-PLR
Interview: Fundament des mobilen Arbeitsplatzes
[18.08.2026] Materna Virtual Solution bietet mit SecurePIM einen mobilen Arbeitsplatz, der den hohen Sicherheitsanforderungen von Behörden entspricht. Nun kooperiert das Unternehmen mit Wire, einem Anbieter souveräner Kommunikationslösungen. move – moderne verwaltung sprach mit Daniel Zimmermann von Materna Virtual Solution und Oliver Brown von Wire über die Vorteile der Zusammenarbeit für die Kunden der beiden Unternehmen. mehr...
Registermodernisierung: Identitätsdatenabruf im Regelbetrieb
[30.07.2026] Das Bundesverwaltungsamt und die Bundesagentur für Arbeit haben in einem Pilotprojekt einen wichtigen Meilenstein im Großprojekt Registermodernisierung erreicht: Die Arbeitsagentur nutzt den Anschluss an das Verfahren zum Identitätsdatenabruf als erste registerführende Stelle im Regelbetrieb. mehr...
BVA: Produkte der Dienstekonsolidierung übernommen
[21.07.2026] Im Programm Dienstekonsolidierung – als Teil der 2015 beschlossenen IT-Konsolidierung des Bundes – wurden für grundlegende Verwaltungsaufgaben ressortübergreifend einheitliche IT-Lösungen entwickelt. Nun ging die Verantwortung für die Weiterführung von 16 Maßnahmen des Programms an das Bundesverwaltungsamt über. mehr...
Registermodernisierung: Once Only erreicht die Praxis
[02.07.2026] Erste Verwaltungsverfahren aus den Bereichen Bauantrag und Gewerbeanmeldung greifen im Echtbetrieb auf das NOOTS zu. In Bayern und Nordrhein-Westfalen fließen somit Informationen, die bereits in öffentlichen Registern vorliegen, direkt in Verwaltungsprozesse ein. mehr...
BAMF: Fachverfahren ziehen nach Bonn
[02.07.2026] Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) mit Sitz in Nürnberg betreibt seine fast 100 IT-Fachverfahren ab sofort im hochmodernen Rechenzentrum des ITZBund in Bonn. Gestartet wurde das IT-Großprojekt bereits 2017. mehr...
Materna Virtual Solution: WorkSPACE für indigo
[29.06.2026] Mit WorkSPACE für indigo ermöglicht das Unternehmen Materna Virtual Solution jetzt ein hochsicheres und ultramobiles Arbeiten. Mitarbeitende von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben seien somit in der Lage, schnell und einfach VS-NfD-eingestufte Informationen mobil auf ihrem iPad oder iPhone zu verarbeiten. mehr...
Berlin: Landesweites Datenmanagement beschlossen
[18.06.2026] Der Berliner Senat hat Handlungsempfehlungen für den Aufbau eines Data Hubs als zentralem Knotenpunkt für die Datenarbeit beschlossen. Die Open-Source-basierte Plattform soll Daten aus verschiedenen Quellen bündeln und den Übergang in einen landesweiten Betrieb vorbereiten. mehr...
Sachsen-Anhalt: Gemeinsame Datenumgebung für BIM
[09.06.2026] Sachsen-Anhalt führt bei der Landesstraßenbaubehörde eine gemeinsame digitale Datenumgebung für Straßen- und Brückenbauprojekte ein. Die Plattform soll BIM-Prozesse bündeln, aktuelle Projektdaten bereitstellen und Abstimmungen im Bauablauf nachvollziehbarer machen. mehr...
Registermodernisierung: Pilotprojekte für den NOOTS-Anschluss
[29.05.2026] Die NOOTS-Umsetzung vollzieht den nächsten Schritt: Der IT-Planungsrat stellt 35 Millionen Euro für 16 Pilotvorhaben der Länder bereit. Sie sollen Register und Online-Dienste an das System anbinden und Erkenntnisse für die Umsetzung des Once-Only-Prinzips liefern. mehr...
Deutsche Telekom: Souveräne Cloud für die Verwaltung
[22.05.2026] Die souveräne Cloud-Infrastruktur T Cloud Public wird offizieller Bestandteil des Rahmenvertrags für Cloud- und KI-Leistungen für Bund, Länder und Kommunen. Das Angebot der Deutschen Telekom hat sich im Live-Betrieb bereits bewährt: In Baden-Württemberg dient es 1,5 Millionen Schülerinnen und Schülern als Lernplattform. mehr...
Bremen/Nordrhein-Westfalen: Schnittstellen statt Amtsgrenzen
[18.05.2026] Bremen und Nordrhein-Westfalen wollen den Datenaustausch in der Verwaltung vereinfachen. Eine gemeinsame Plattform soll technische Schnittstellen bündeln, Standards vereinheitlichen und Kommunen bei der Entwicklung digitaler Dienste einbinden. mehr...
NEGZ: Fachtagung „Deutschland-Stack decoded“
[13.05.2026] Der Deutschland-Stack soll als gemeinsamer technischer Baukasten für die Verwaltungsdigitalisierung Basiskomponenten und Standards bündeln, damit Bund, Länder und Kommunen digitale Leistungen nicht mehr doppelt entwickeln. Das NEGZ will im Juni im Rahmen einer Fachtagung offene Fragen zu dem Großvorhaben klären. mehr...
BMDS: Digitalpartnerschaft mit Brasilien
[22.04.2026] Seit 2019 existiert ein Digitaldialog mit der größten Volkswirtschaft Südamerikas – nun haben Deutschland und Brasilien eine vertiefte KI-Zusammenarbeit vereinbart. Im Fokus stehen industrielle KI und digitale Infrastruktur. Zudem wollen die Länder Ansätze erproben, die staatliche Dienstleistungen effizienter machen. mehr...
Schleswig-Holstein: Sicher kommunizieren auch bei Sturmflut
[07.04.2026] Schleswig-Holstein hat ein eigenes 5G‑Campusnetz in Betrieb genommen. Das neue Mobilfunknetz stellt sicher, dass Behörden wie der Küstenschutz künftig auch bei schweren Sturmfluten oder Stromausfällen kommunizieren und Einsätze koordinieren können. mehr...











