HessenMehr Masten, mehr Tempo, mehr Empfang

[06.03.2026] Hessens Digitalministerin Kristina Sinemus hat gemeinsam mit den vier großen Mobilfunknetzbetreibern den neuen Masterplan Mobilfunk vorgestellt. Ziel ist eine nahezu flächendeckende Netzabdeckung bis 2030. Vorgesehen sind neue Standorte, schnellere Genehmigungen und Satellitenlösungen für Restgebiete.
Sechs in einer Reihe stehende Rednerpulte, alle bis auf eines mit dunkel gekleideten Männern besetzt, am 3. von links Kristina Sinemus in leuchtend rotem Blazer.

Während der Pressekonferenz zur Vorstellung des Hesssichen Masterplans Mobilfunk 2030.

(Bildquelle: HMD)

Hessens Digitalministerin Kristina Sinemus hat gemeinsam mit den vier Mobilfunknetzbetreibern Deutsche Telekom, o2 Telefónica, Vodafone und 1&1 in Wiesbaden den neuen Masterplan Mobilfunk vorgestellt. Demnach soll bis 2030 mit 99,5 Prozent Abdeckung eine nahezu flächendeckende Mobilfunkversorgung über alle Netze in Hessen erreicht werden. Mit dem Masterplan Mobilfunk 2030 soll das große Ziel der Digitalstrategie von 2021 – flächendeckende Netze – final umgesetzt werden. „Der Masterplan ist weit mehr als ein Ausbauprogramm. Er bündelt alle rechtlichen, wirtschaftlichen und technologischen Hebel zu einer integrierten Ausbauoffensive für ein flächendeckend vernetztes Hessen. Für mehr Masten, mehr Tempo und mehr Empfang“, sagte Digitalministerin Kristina Sinemus.

Schneller eigenwirtschaftlich ausbauen

Der erste wichtige Baustein des Masterplans ist die Stärkung des marktwirtschaftlichen Ausbaus. Dazu wurde bereits eine dritte Mobilfunkvereinbarung zwischen Landesregierung und Netzbetreibern getroffen. Bis Ende 2029 sollen demnach rund 4.000 zusätzliche Standorte neu entstehen oder modernisiert werden. Im Rahmen früherer Vereinbarungen wurden bereits knapp 11.000 Standortmaßnahmen – Neubauten und Modernisierungen – umgesetzt. Erstmals soll es auch ein abgestimmtes Vorgehen von Mobilfunk- und Stromnetzbetreibern geben, um für eine schnellere Stromanbindung neuer Masten zu sorgen.
Daneben wurde der Netzausbau als „überragendes öffentliches Interesse“ eingestuft, wonach Breitbandprojekte bei Genehmigungs- und Abwägungsverfahren ein hohes Gewicht erhalten. Dieser Status ist auch im Gesetz zur Änderung des Telekommunikationsgesetzes (TKG-Änderungsgesetz) des Bundes festgehalten. In Hessen wurde außerdem die Bauordnung mehrfach angepasst, um den Ausbau zu beschleunigen – etwa an Verkehrswegen. Kern der jüngsten Reform ist eine Genehmigungsfiktion, mit der Mobilfunkmasten nach drei Monaten automatisch als genehmigt gelten können.

Satellitentechnologie für letzte weiße Flecken

Drittens sollen schwer erschließbare Restgebiete künftig über Satellitentechnologie versorgt werden. Schon heute ermöglichen moderne Smartphones Notfallnachrichten via Satellit. Perspektivisch sollen auch Telefonie und weitere Anwendungen direkt über Satellitennetze möglich sein – ohne Mast vor Ort.
Mit dem 6G-Testfeld am Bertramshof in Frankfurt wird Hessen zudem zum Zukunftslabor der nächsten Mobilfunkgeneration. Dies steht im Einklang mit der Digitalstrategie des Landes. „2021 haben wir auch in unserer Digitalstrategie formuliert, dass Hessen beim 6G-Start eine Pole Position einnehmen soll. Mit dem Masterplan Mobilfunk 2030 sorgen wir dafür, dass ganz Hessen vernetzt ist – heute, morgen und in der nächsten Technologiegeneration. Das ist moderne Daseinsvorsorge und unser Weg in die digitale Zukunft“, so Sinemus.



Stichwörter: Breitband, Hessen, Mobilfunk


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Breitband
Offizielles Porträt von Alexander Schweitzer

Rheinland-Pfalz: Wie steht es um die digitalen Infrastrukturen?

[03.02.2026] Der neue Statusbericht zum Glasfaser- und Mobilfunkausbau in Rheinland-Pfalz liegt vor. Er zeigt eine deutliche Dynamik beim Glasfaserausbau und Fortschritte im Mobilfunkbereich. mehr...

Nahaufnahme einer Wiese, im Hintergrund eine Straße. Glasfaserkabel ragen aus der Erde.

Bundesnetzagentur: Konzept für die Kupfer-Glas-Migration

[26.01.2026] Die Bundesnetzagentur skizziert Bedingungen und Zeitpunkte für eine Abschaltung der Kupfernetze. So soll ein schneller, geordneter und wettbewerblicher Übergang auf flächendeckende Glasfaser ermöglicht werden. Stellungnahmen zum Konzept sind bis 16. März möglich. mehr...

Dank digitalem Antrags- und Genehmigungsverfahren sollen in Hessen und Rheinland-Pfalz Glasfaserinfrastrukturen künftig schneller verlegt werden können.

Rheinland-Pfalz: Gigabitstrategie 2030 verabschiedet

[08.12.2025] Rheinland-Pfalz hat eine neue Gigabitstrategie. Angestrebt wird ein Glasfaserangebot für alle Haushalte und Unternehmen bis 2030 sowie die Sicherstellung eines lückenlosen Mobilfunknetzes der neuesten Generation. Dazu definiert die Strategie fünf Handlungsfelder. mehr...

Thüringen: Geld und Kooperation für den Glasfaserausbau

[24.11.2025] In Erfurt hat das Thüringer Glasfaserforum wichtige Weichen für den Glasfaserausbau gestellt: Das Land sagt mehr als eine Milliarde Euro an Fördermitteln zu und bereitet einen Glasfaserpakt für 2026 vor. Bis 2030 will der Freistaat zu den Ländern mit hoher Ausbauquote aufgeschlossen haben. mehr...

Screenshot von der Website des Breitbandberichts BW: "Breitbandbericht 2025" reizeilig in einer sehr verspielten Typografie auf hell lilafarbenem Hintergrund

Baden-Württemberg: Breitbandbericht zeigt Fortschritte

[11.11.2025] Der neue Breitbandbericht für Baden-Württemberg liegt vor – erstmals rein digital. Demnach liegt das Land im Gigabit-Ranking auf Platz 4 von 13 bei den Flächenländern. Mit eigenen und Bundesmitteln sowie einem Glasfaserpakt will es einer flächendeckenden Verfügbarkeit näher kommen. mehr...

Podium mit sieben Personen an einem langen Tisch, davor die Schultern von Publikum, dahinter eine "BMDS"-Projektion.

BMDS: Infrastrukturausbau ist Chefsache

[04.11.2025] Bundesdigitalminister Karsten Wildberger traf Vertreterinnen und Vertreter von Ländern, Kommunen und Telekommunikationsunternehmen zu einem Stakeholderdialog zum Ausbau digitaler Netze. Vereinbart wurde, in einem Memorandum of Understanding messbare Ziele für Glasfaser- und Mobilfunkausbau festzulegen. mehr...

Baden-Württemberg will das Tempo beim Mobilfunkausbau erhöhen.

BMDS-Studie: Weiße Flecken im Detail

[03.11.2025] Eine neue Studie des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung zeigt: Rund zwei Prozent der Fläche Deutschlands sind ohne 4G- oder 5G-Versorgung. Die Daten sollen helfen, Ursachen der Funklücken zu erkennen und Maßnahmen zum gezielten Netzausbau zu planen. mehr...

Ausschnitt aus einer Landkarte, die Kreisgenau den Stand des Glasfaserausbaus in Schleswig-Holstein anzeigt.

Glasfaserausbau: Schleswig-Holstein bundesweit spitze

[13.10.2025] Schleswig-Holstein bleibt Spitzenreiter beim Glasfaserausbau. 84 Prozent aller Hausadressen sind anschlussfähig – mehr als doppelt so viele wie im Bundesschnitt. Grundlage des Erfolgs sind kommunale Initiativen, gezielte Förderung und eigenwirtschaftlicher Ausbau. mehr...

Mobilfunkmast

Rheinland-Pfalz: Mobilfunkpakt 2025-2027

[09.10.2025] Rheinland-Pfalz treibt den Mobilfunkausbau in ländlichen Regionen voran und erleichtert Genehmigungsverfahren. Netzbetreiber und Tower Companies intensivieren die Zusammenarbeit – rund 2.100 Standortmaßnahmen sind bis 2027 geplant. mehr...

Wehende Flagge mit dem Landeswappen von Sachsen.

BREKO: Sachsen legt beim Glasfaserausbau zu

[23.09.2025] Inzwischen kann laut BREKO jeder dritte Haushalt in Sachsen einen Glasfaseranschluss buchen. Maßgeblich getragen wurde dieser Erfolg von lokalen Unternehmen, die den Ausbau auch in topografisch oder demografisch schwierigen Gebieten vorangetrieben haben. mehr...

Mobilfunkmast vor blauem, leicht bewölktem Himmel im Gegenlicht.

Sachsen-Anhalt: Glasfaserausbau nimmt Fahrt auf

[25.08.2025] Beim Glasfasertag in Magdeburg wurde deutlich, dass Sachsen-Anhalt den Glasfaser- und 5G-Ausbau im Land weiter mit Entschiedenheit voranbringen will. Das Land legte seine neue Gigabitstrategie bis 2023 vor und für die Errichtung von Mobilfunktürmen wurde eine Rahmenvereinbarung unterzeichnet. mehr...

Gruppe von Männern in vorwiegend dunklen Anzügen bei einem Bildtermin mit Schreibtisch und darauf liegenden Dokumenten.

Baden-Württemberg: Glasfaserpakt geschlossen

[23.07.2025] Das Land Baden-Württemberg, Kommunalverbände, Stadtwerke und Telekommunikationsakteure haben einen Glasfaserpakt unterzeichnet. Dieser beinhaltet unter anderem die Koordination eigenwirtschaftlicher und geförderter Ausbaumaßnahmen und eine gemeinsame Fortschrittsdokumentation über den neuen landesweiten Gigabitatlas. mehr...

Nahaufnahme von Glasfaserkabeln.

BMDS: Neue Impulse für schnellen Netzausbau

[21.07.2025] Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung hat ein Eckpunktepapier zur geplanten Änderung des Telekommunikationsgesetzes veröffentlicht. Ziel ist ein schnellerer Glasfaser- und Mobilfunkausbau. Stellungnahmen sind bis Ende August möglich. mehr...

Nahaufnahme von Glasfaserkabeln.

Glasfaserausbau: Urbane Ausbaulücken und Doppelerschließung

[09.07.2025] Das BMDS hat einen neuen Bericht zur Glasfaserversorgung publiziert. Dieser zeigt spürbare Fortschritte seit 2021. Deutlich wird auch, dass vor allem die marktdominanten Unternehmen dazu beitragen, dass der Ausbau hinter dem eigenwirtschaftlich realisierbaren Potenzial zurückbleibt. mehr...