Schleswig-HolsteinSicher kommunizieren auch bei Sturmflut

[07.04.2026] Schleswig-Holstein hat ein eigenes 5G‑Campusnetz in Betrieb genommen. Das neue Mobilfunknetz stellt sicher, dass Behörden wie der Küstenschutz künftig auch bei schweren Sturmfluten oder Stromausfällen miteinander kommunizieren und Einsätze koordinieren können. 

starke Wellen, Wind, Sonnenaufgang

Auch bei schweren Sturmfluten können die Behörden in Schleswig-Holstein künftig sicher miteinander kommunizieren.

(Bildquelle: nuisk17/123rf.com)

Einen wichtigen Schritt für den digitalen Katastrophenschutz hat das Land Schleswig-Holstein gemacht. Der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN.SH) in Husum ist einer von insgesamt fünf Standorten, an denen in Zusammenarbeit mit dem IT-Dienstleister Dataport ein eigenes 5G‑Campusnetz in Betrieb genommen wurde. Behörden wie Polizei, Feuerwehr oder der Küstenschutz können darüber künftig auch dann miteinander kommunizieren und Einsätze koordinieren, wenn das öffentliche Mobilfunknetz ausfällt – etwa im Falle von schweren Sturmfluten oder Stromausfällen. Schleswig-Holstein ist nach eigenen Angaben eines der ersten Bundesländer, das solche Netze gezielt zum Schutz der Bevölkerung und kritischer Infrastrukturen einsetzt.

„Die schwere Sturmflut an der Ostseeküste oder auch das Ahrhochwasser haben uns deutlich vor Augen geführt, wie wichtig es ist, im Krisenfall schnell, zuverlässig und souverän agieren zu können. Wenn die normale Kommunikation ausfällt, müssen wir als Landesregierung sicherstellen, dass insbesondere unsere kritische Infrastruktur funktionsfähig ist – und das tun wir mit diesem wichtigen Projekt“, so Schleswig-Holsteins Digitalisierungsminister Dirk Schrödter. 

Johan Bizer, Vorstandsvorsitzender von Dataport, ergänzt: „Mit dem Aufbau der 5G-Campusnetze haben wir eine hochmoderne, resiliente Infrastruktur geschaffen, die Verwaltungen auch im Ernstfall handlungsfähig hält. Die Netze sind speziell gehärtet und ermöglichen eine sichere, unabhängige Kommunikation sowie den Zugriff auf wichtige Fachverfahren und Daten.“

Darüber hinaus ermöglicht die 5G-Infrastruktur beim LKN weitere Anwendungen: So können etwa Messdaten, die auf See von den Schiffen des LKN erhoben werden, künftig direkt von der Hafenmole über 5G-Modems auf die Server-Systeme übertragen werden. Zudem kommt die Technik beim Schutz kritischer Infrastrukturen, etwa durch Videoüberwachung, zum Einsatz.

„Dank der Technik haben wir auch dann Zugriff auf unsere Pegeldaten, wenn das Telefonnetz und die Internetverbindung ausfallen“, erläutert Fabian Lücht, Stabsleiter im Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH). „So behalten wir bei einer Sturmflut immer den Überblick über die aktuellen Wasserstände und können abschätzen, wie sie sich entwickeln wird. Mit der 5G-Campuszelle sind wir jederzeit sprachfähig. Es gibt uns ein gutes Gefühl, im Notfall ein solches Sicherheitsnetz zu haben.“





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