BMDSDigitalpartnerschaft mit Brasilien

[22.04.2026] Seit 2019 existiert ein Digitaldialog mit der größten Volkswirtschaft Südamerikas – nun haben Deutschland und Brasilien eine vertiefte KI-Zusammenarbeit vereinbart. Im Fokus stehen industrielle KI und digitale Infrastruktur. Zudem wollen die Länder Ansätze erproben, die staatliche Dienstleistungen effizienter machen.
Vier Personen an zwei Podien, mit Dokumenten, die gerade unterschrieben werden. Im Hintergrund eine nicht erkennbare Projektion, im Vordergrund eine Deutschlandflagge im Anschnitt.

Der brasilianische Vizeminister Dr. Luis Fernandes (l.) und Bundesdigitalminister Dr. Karsten Wildberger (r.) haben eine weitreichende KI-Partnerschaft beschlossen.

(Bildquelle: BMDS)

Im Rahmen der Deutsch-Brasilianischen Regierungskonsultationen auf Schloss Herrenhausen am Rande der Hannover Messe haben Bundesminister Karsten Wildberger und der brasilianische Vizeminister Luis Fernandes eine weitreichende KI-Partnerschaft beschlossen. Mit der Unterzeichnung einer gemeinsamen Absichtserklärung schaffen beide Länder einen strategischen Rahmen für eine anwendungsorientierte Zusammenarbeit bei der Künstlichen Intelligenz, so das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung. Die neue „KI-Partnerschaft für Innovation und Vertrauen“ steht im Kontext einer verstärkten wirtschaftlichen Annäherung, die durch das EU-Mercosur-Handelsabkommen und gegenseitige Angemessenheitsbeschlüsse zum Datenschutz gestärkt wird. „Mit der beschlossenen KI-Partnerschaft bauen wir eine Brücke, von der auch unsere Start-ups und der Mittelstand in einem der dynamischsten Digitalmärkte der Welt profitieren können. Jetzt kommt es darauf an, dieses Abkommen mit Leben zu füllen und in konkrete Zusammenarbeit zu übersetzen. Durch bilaterale Abkommen wie dieses stärken wir unsere digitale Souveränität“, betonte Wildberger.

Auch digitale Verwaltung im Fokus

Die auf fünf Jahre angelegte Partnerschaft konzentriert sich auf konkrete operative Zusammenarbeit. Einer der Schwerpunkte soll industrielle KI und digitale Infrastruktur sein. Es geht aber auch um souveräne Datennutzung, Recheninfrastruktur und KI für die digitale Verwaltung. Hierzu wollen beide Länder gemeinsam Ansätze erproben, um staatliche Dienstleistungen effizienter und bürgernäher zu gestalten. Dies umfasst insbesondere die Bereiche Soziale Sicherheit und Arbeitssicherheit, Verbraucherschutz und digitale Behördenprozesse. Auch beim Ausbau der notwendigen physischen Kapazitäten für KI-Rechenleistung soll in Zukunft enger zusammengearbeitet werden. Um den Markthochlauf von KI-Lösungen zu beschleunigen, legt die Vereinbarung außerdem ein besonderes Gewicht auf die Einbindung von Start-ups, kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sowie Forschungseinrichtungen.

Die Umsetzung der Partnerschaft erfolgt durch das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) und das brasilianische Ministerium für Wissenschaft, Technologie und Innovation (MCTI) innerhalb des Deutsch-Brasilianischen Digitaldialogs. Dieser besteht bereits seit 2019. Die KI-Partnerschaft ist auch Teil der Umsetzung des Koalitionsvertrags, der den Ausbau digitalpolitischer Kooperationen mit internationalen Partnern, vor allem im Globalen Süden, vorsieht.





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