Sachsen-AnhaltGemeinsame Datenumgebung für BIM

Sachsen-Anhalt geht einen wichtigen Schritt bei der Einführung von BIM im Straßen- und Brückenbau.
(Bildquelle: mentorbeqiri/123rf.com)
Eine gemeinsame digitale Datenumgebung für Straßen- und Brückenbauprojekte hat Sachsen-Anhalt bei der Landesstraßenbaubehörde (LSBB) freigeschaltet. Wie das Ministerium für Infrastruktur und Digitales meldet, soll die Plattform „LSBB.CDE – WP Squirrel“ die Einführung von Building Information Modeling (BIM) in der Straßenbauverwaltung voranbringen. Die Plattform soll künftig als zentrale digitale Arbeitsumgebung für Planung und Bau von Infrastrukturprojekten dienen. Nach Angaben des Ministeriums greifen alle Beteiligten dabei auf denselben aktuellen Datenstand zu – von Modellen und Plänen bis zu Protokollen und Genehmigungsunterlagen. Digitalministerin Lydia Hüskens sagte bei der Vorstellung in Halle, damit würden Abstimmungen vereinfacht, Prozesse beschleunigt und Planungsfehler reduziert. „Wir schaffen hier die Grundlage für ein modernes, standardisiertes und effizientes Projektmanagement im Straßenbau“, erklärte sie.
Gemeinsame Datenbasis für BIM-Projekte
Anders als bei konventioneller Planung basiert BIM auf einer gemeinsamen digitalen Datenbasis, dem Common Data Environment (CDE). So soll sichergestellt werden, dass die Projektbeteiligten jeweils mit aktuellen Informationen arbeiten. Die LSBB.CDE stellt dafür standardisierte Prozesse und Strukturen bereit. Dazu gehören nach Angaben des Ministeriums ein einheitliches Rechte- und Rollenmanagement, verbindliche Dateinamenskonventionen, digitale Prüf- und Freigabeworkflows sowie ein integriertes Modell- und Dokumentenmanagement.
Mehr Transparenz im Bauablauf
Ein erstes Vorhaben, das auf der neuen Plattform vorbereitet wird, ist die rund 10,5 Kilometer lange Ortsumgehung Weißenfels im Zuge der Bundesstraße 87. Wie digitale Zusammenarbeit mit der BIM-Methode konkret aussehen kann, zeigt die LSBB außerdem am Projekt B 184 Ortsumgehung Roßlau–Tornau. Dort werden laut Ministerium bereits umfangreiche digitale Modelle eingesetzt, um Planer, Behörden und weitere Beteiligte zu koordinieren. Die Modelle unterstützen unter anderem Abstimmungen mit Trägern öffentlicher Belange sowie mit der Roßlauer Schiffswerft. Deren laufender Betrieb muss während späterer Bauarbeiten berücksichtigt werden. Ergänzend nutzt die LSBB digitale Projektbesprechungen direkt am Modell, georeferenzierte Hinweise und Anmerkungen, Drohnenbefliegungen sowie Visualisierungen des künftigen Bauablaufs. Dadurch sollen komplexe Fragestellungen transparenter und nachvollziehbarer bearbeitet werden.
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