Hessen/BayernKooperation bei VR-gestützter Tatortarbeit

[20.07.2026] Bayern und Hessen wollen das in Bayern entwickelte Holodeck künftig gemeinsam weiterentwickeln. Die VR-Technik bildet Tatorte dreidimensional nach und soll Ermittlungen, Rekonstruktionen und Dokumentationen unterstützen. Auch KI-Assistenzen sind vorgesehen.

Hessens Innenminister Poseck (l.) und Bayerns Innenminister Herrmann unterzeichnen die Kooperationsvereinbarung für den gemeinsamen Einsatz des kriminaltechnischen Holodecks.

(Bildquelle: BLKA)

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat gemeinsam mit dem hessischen Innenminister Roman Poseck eine Interministerielle Kooperationsvereinbarung für Zusammenarbeit und langfristige Innovationspartnerschaft zwischen Bayern und Hessen unterzeichnet. Dabei geht es um die gemeinsame Weiterentwicklung des sogenannten Holodecks – ein in Bayern entwickelter Virtual-Reality-Raum, in dem Tatorte virtuell dreidimensional exakt nachgebildet werden können (wir berichteten). In der digitalen Arbeitsumgebung sollen umfangreiche Analysen, Rekonstruktionen und Dokumentationen an realistisch abgebildeten, virtuellen Ereignisorten möglich sein. Herrmann erläuterte, dass das 2025 erstmals öffentlich vorgestellte System inzwischen den Übergang vom Forschungsprojekt in den polizeilichen Wirkbetrieb erfolgreich durchlaufen habe. „Seitdem werden jährlich etwa 40 bis 50 Tatorte erfasst und digital rekonstruiert. Aus Sicht von Polizei und Justiz hat sich das Holodeck als wertvolles Unterstützungssystem und praxisrelevantes Instrument der kriminaltechnischen Arbeit in Bayern etabliert.“

Komplexe Sachverhalte besser bewerten

Für Herrmann und Poseck bringt der Einsatz des Holodecks einen erheblichen Mehrwert in der kriminaltechnischen Arbeit. Mit dem Holodeck ließen sich räumliche Zusammenhänge deutlich besser nachvollziehen als mit klassischen Fotos oder Skizzen. Ermittler erhielten so eine zusätzliche Möglichkeit, komplexe Sachverhalte zu rekonstruieren und gemeinsam zu bewerten. Es handle sich dabei aber nicht nur um ein in dieser Konzeption bis dato einzigartiges, bayerisches Innovationsprojekt, betonte Herrmann: „Vielmehr entwickelt sich das Holodeck zunehmend zu einem Vorbild für moderne kriminaltechnische Arbeitsumgebungen.“ Bayern übernehme damit eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung und dem Transfer innovativer Technologien für die Sicherheitsbehörden.

KI in der Ermittlungsarbeit

Nach Angaben des bayerischen Innenministeriums stößt das Holodeck auch außerhalb des Freistaats auf Interesse, insbesondere beim Hessischen Landeskriminalamt. Beide Länder wollen die Technologie nun gemeinsam weiterentwickeln, erproben und in die Polizeiarbeit überführen. Auch der KI-Einsatz soll dabei in den Fokus genommen werden, um die Ermittlungen im virtuellen Raum bestmöglich durch intelligente Assistenzsysteme unterstützen zu können. „Dieses gemeinsame Projekt ist ein echter Gamechanger. Es schafft ein bundesweit herausragendes Alleinstellungsmerkmal und stärkt die führende Rolle unserer beiden Länder bei der Digitalisierung der Verbrechensbekämpfung“, betonte Hessens Innenminister Roman Poseck. Die Inbetriebnahme der neuen Virtual-Reality-Fläche des hessischen Landeskriminalamts ist für den Herbst geplant.





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