Nord-FMKAustausch über KI und Bürokratieabbau

[27.11.2024] Die dritte Nord-Finanzministerkonferenz, die nun in Hannover stattfand, diskutierte über angespannte Haushaltslage, Verwaltungsmodernisierung und den Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Steuerverwaltung.
Die Finanzministerinnen und -Minister der Länder Hamurg, Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein stehen vor einer Treppe, im Hintergrund sind die jeweiligen Landesfahnen drapiert.

An der Nord-Finanzministerkonferenz nahmen teil (v.l.): Dr. Andreas Dressel, Hamburg; Wiebke Stuhrberg, Bremen; Gerald Heere, Niedersachsen; Dr. Silke Schneider, Schleswig-Holstein.

(Bildquelle: Ole Spata)

Die Finanzministerinnen und Finanzminister der norddeutschen Länder Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein trafen sich zur dritten Nord-Finanzministerkonferenz in Hannover. Im Fokus standen unter anderem Maßnahmen zur Modernisierung der Verwaltung, der Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) und der Bürokratieabbau. Nun berichten die teilnehmenden Länder über die Konferenz.

Digitalisierung der Steuerverwaltung vorantreiben

Eines der besprochenen Themen war die fortschreitende Digitalisierung in der Steuerverwaltung. Insbesondere der Einsatz von KI soll die Effizienz der Steuerbehörden steigern. Im Rahmen des Treffens präsentierte Niedersachsen die KI-Anwendung InDA (kurz für: Intelligente Datenanalyse in der Auslandsfachprüfung), die ab 2025 bundesweit verfügbar sein soll. Diese Technologie ordnet unstrukturierte Daten einem Steuerfall zu und erleichtert damit die Vorbereitung von Prüfungen erheblich. Neben den niedersächsischen Finanzämtern sollen auch Betriebsprüfungsstellen und Steuerfahndungen künftig von der KI-Unterstützung profitieren.

„Die Digitalisierung der Steuerverwaltungen ist nicht nur eine Frage der Effizienz, sondern auch ein unverzichtbares Instrument, um den Herausforderungen des Fachkräftemangels zu begegnen. Die fortschreitende Automatisierung und die Nutzung digitaler Möglichkeiten – auch hinsichtlich Künstlicher Intelligenz – ist unerlässlich, um die Steuerverwaltungen zukunftsfähig und bürgernah aufzustellen“, sagt Mecklenburg-Vorpommerns Finanzminister Heiko Geue.

Kooperation und Bürokratieabbau

Neben der Einführung von KI-Technologien ging es bei der Konferenz um weitere Digitalisierungsprojekte. Die Länder wollen ihre Zusammenarbeit intensivieren, um eine moderne, bürgerfreundliche Verwaltung zu schaffen. Digitale Kommunikationsplattformen, vereinfachte Onlinedienste und der Einsatz von Open-Source-Software stehen dabei im Vordergrund. Schleswig-Holstein etwa setzt auf eine vertiefte Kooperation mit dem Bund, um zukunftssichere digitale Infrastrukturen zu schaffen.

Als weiteren wichtigen Hebel zur Verwaltungsmodernisierung sehen die Länder den Bürokratieabbau. Verschiedene Maßnahmen, darunter die Abschaffung unnötiger Genehmigungsverfahren und die Einführung digitaler Prozesse, wurden besprochen. Hamburg hat bereits zahlreiche Schritte zur Entbürokratisierung eingeleitet und soll künftig eine Arbeitsgruppe zur länderübergreifenden Zusammenarbeit in diesem Bereich anführen. Ziel ist es, Effizienzsteigerungen durch den Abbau von Verwaltungshürden und den Einsatz digitaler Tools zu erzielen.

Finanzlage bleibt herausfordernd

Ein weiteres wichtiges Thema der Konferenz war die Finanzlage der Länder. Diese bleibt weiter angespannt. Die jüngste Steuerschätzung deutet auf sinkende Einnahmen hin, was zusätzlichen Druck auf die Haushalte ausübt. Dennoch betonten die Finanzministerinnen und Finanzminister die Bedeutung gezielter Investitionen in die Digitalisierung, um langfristige Einsparungen und eine höhere Effizienz zu erzielen. Eine mögliche Reform der Schuldenbremse wurde in diesem Zusammenhang erneut thematisiert – auch, um notwendige Zukunftsinvestitionen weiterhin zu ermöglichen.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Künstliche Intelligenz
Karrsten Wildberger auf der blau-violett gestalteten Rednerbühne des Digitalgiples 2026

Bund: Deutschland soll bis 2030 KI-Nation werden

[03.11.2026] Die Bundesregierung hat auf dem Digital-Gipfel den Ergebnisbericht ihrer KI-Taskforce vorgestellt. Er nennt Ziele und 18 Schlüsselmaßnahmen bis 2030. Für die Verwaltung sind ein eigener Aktionsplan und der produktive KI-Einsatz in mindestens 90 Prozent der Bundesbehörden vorgesehen. mehr...

Materna: Plattform für souveräne Digital Humans

[02.11.2026] Mit Sinfonie hat Materna eine On-Premises-Plattform für KI-gestützte digitale Fachassistenten vorgestellt. Die Lösung kombiniert generative KI, Sprachinteraktion und animierte 3D-Avatare. Sie richtet sich insbesondere an öffentliche Verwaltungen und Organisationen mit hohen Anforderungen an Datenschutz und digitale Souveränität. mehr...

Medientage München: Mehring fordert fairen Wettbewerb im KI-Zeitalter

[26.10.2026] Auf den 40. Medientagen München hat Bayerns Digitalminister Fabian Mehring eine stärkere technologische Eigenständigkeit Europas, einen gesellschaftlichen Konsens über den Einsatz Künstlicher Intelligenz und eine faire Beteiligung der Medienbranche an der KI-Wertschöpfung gefordert. mehr...

Sachsen: MAXi unterstützt Steuerverwaltung

[16.10.2026] Rund 5.250 Beschäftigte der sächsischen Steuerverwaltung können künftig den KI-Chatbot MAXi nutzen. Das ursprünglich in Hessen entwickelte System soll Routineaufgaben übernehmen, bei der Bearbeitung von Einsprüchen helfen und die Kommunikation mit Steuerpflichtigen erleichtern. mehr...

Bayern: KI-Sicherheit im Fokus

[06.10.2026] Der Freistaat Bayern will den Umgang mit Risiken leistungsfähiger KI-Systeme stärker institutionalisieren. Digitalminister Fabian Mehring kündigte nach einem KI-Gipfel einen KI-Sicherheitsdialog, einen jährlichen Sicherheitsbericht und ein KI-Ethikforum an. mehr...

dbb akademie: Weiterbildung zum KI-Beauftragten

[06.10.2026] Mit dem zunehmenden Einsatz Künstlicher Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung wächst der Bedarf an Beschäftigten, die technische, rechtliche und organisatorische Fragen zusammenführen können. Die dbb akademie bietet dafür eine fünftägige Zertifizierung zum behördlichen KI-Beauftragten an. mehr...

Immer mehr Bürger setzen für Interaktionen mit der Verwaltung auf die BundID.

BundID: KI beantwortet Routinefragen

[02.10.2026] Das Bundesdigitalministerium hat den Support für die BundID 2025 neu aufgestellt. Seit einem Jahr beantwortet dort die KI-Lösung EMMA AI Routinefragen und übergibt komplexere Fälle an den Servicedesk von Bechtle. Das soll Beschäftigte entlasten und Wartezeiten verkürzen. mehr...

bericht

Schleswig-Holstein: Schrödter fordert offene KI

[29.09.2026] Schleswig-Holsteins Digitalisierungsminister Dirk Schrödter spricht sich gegen einen generellen Entwicklungsstopp für Künstliche Intelligenz aus. Auf der 7. KI-Landeskonferenz Schleswig-Holstein in Neumünster plädiert er stattdessen für offene KI-Modelle, digitale Souveränität und einen schnelleren Transfer von KI in die praktische Anwendung. mehr...

Logo Ko-Pionier-Preis

Ko-Pionier-Preis 2026: LGLN macht Nachnutzung möglich

[29.09.2026] Beim Ko-Pionier-Preis 2026 wird die KI-gestützte Gebäudeerkennung des LGLN gleich mehrfach ausgezeichnet: Die niedersächsische Landesbehörde erhielt den govdigital-Sonderpreis für besonderes Engagement zur Nachnutzung, den ersten Preis in der Kategorie „Digitalisierung der Verwaltung“ und den Publikumspreis. mehr...

Rheinland-Pfalz: eManuel unterstützt Justiz

[28.09.2026] Die rheinland-pfälzische Justiz weitet den Einsatz ihres KI-Assistenten eManuel aus. Neben Beschäftigten an Gerichten können inzwischen auch mehr als 600 Rechtsreferendarinnen und Rechtsreferendare die Anwendung nutzen. mehr...

bericht

SAS-Studie: Behörden vertrauen KI weniger als die freie Wirtschaft

[28.09.2026] Die öffentliche Verwaltung tut sich mit dem Vertrauen in Künstliche Intelligenz schwerer als andere Branchen. Eine internationale Studie von SAS und IDC sieht Behörden beim Einsatz vertrauenswürdiger KI auf dem letzten Platz. Als größte Hürde gilt der Datenschutz. mehr...

bericht

eGovernment-Wettbewerb: NRW.Genius auf Rang zwei

[25.09.2026] Der KI-Assistent NRW.Genius wurde beim eGovernment-Wettbewerb 2026 ausgezeichnet. Die Lösung soll künftig von einem generativen KI-Assistenten zu einem KI-Baukasten für die Verwaltungs-IT werden. mehr...

Bundesagentur für Arbeit: Klara beantwortet Fragen

[25.09.2026] Die Bundesagentur für Arbeit setzt bei der Automatisierung ihres Kundenservice auf eine KI-Lösung von Aristech. Der Voicebot Klara soll die Service-Center entlasten und die Erreichbarkeit verbessern. Perspektivisch ist auch die automatisierte Bearbeitung von E-Mails vorgesehen. mehr...

bericht

Nordrhein-Westfalen: Investitionsoffensive für KI-Robotik

[21.09.2026] Nordrhein-Westfalen will eine landesweite Forschungs- und Transferinfrastruktur für KI-basierte Robotik aufbauen. Für das Projekt KIRO.NRW sollen bis zu 100 Millionen Euro zur Verfügung stehen. mehr...

Blick von unten auf eine große Baustelle mit mehreren orangefarbenen Baukränen und eingerüsteten Gebäuden. Die Kräne ragen vor blauem Himmel in die Höhe, während die Sonne zwischen den Rohbauten hindurchscheint.

BMDS: KI-Lösung für schnellere Genehmigungen

[21.09.2026] Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung hat gemeinsam mit Capgemini und europäischen Technologiepartnern eine modulare KI-Lösung für Planungs- und Genehmigungsverfahren entwickelt. Die Lösung ist auf Nachnutzung ausgelegt und wird als Open Source bereitgestellt. mehr...