Nordrhein-WestfalenCyber-Sicherheitsstrategie beschlossen

[23.12.2021] In Nordrhein-Westfalen hat die Regierung ihre Cyber-Sicherheitsstrategie beschlossen und einen ersten Bericht zum Thema vorgelegt. Ihm zufolge ist die Computer-Kriminalität im Corona-Jahr 2020 um 20,8 Prozent gestiegen, worauf die Strategie in naher Zukunft mit zwei konkreten Projekten reagieren wird.

Mitte Dezember hat das nordrhein-westfälische Kabinett die im April vorgestellte Cyber-Sicherheitsstrategie des Bundeslandes (wir berichteten) beschlossen und den ersten Bericht zur Cyber-Sicherheit in Nordrhein-Westfalen für das Jahr 2020 vorgelegt. Ziel der Strategie ist, gemeinsam mit allen gesellschaftlichen Akteuren das Cyber-Sicherheitsniveau in und für Nordrhein-Westfalen zu verbessern, wie das Staatsministerium des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen (IM NRW) jetzt in einer Pressemeldung mitteilte. Im Einzelnen sollen im Bundesland die Cyber-Sicherheit erhöht, die Koordination und Kooperation gestärkt und Cyber-Sicherheit als Erfolgsfaktor verankert werden. Die Strategie sei bundesweit die erste dieser Art und gelte zunächst bis 2024.

Erste Projekte umgesetzt

Einige Projekte seien 2020 bereits umgesetzt worden. Als ein erstes Beispiel nennt das IM NRW das Projekt „Cyber-Campus Nordrhein-Westfalen“, dem vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft im Februar des Jahres sechs Millionen Euro für die Förderung neuer Studiengänge zur Cyber-Sicherheit zugesagt wurden (wir berichteten). Im August beschloss das Kabinett dann auf Vorschlag von Innenminister Herbert Reul und Wirtschafts- und Digitalminister Andreas Pinkwart, im IM NRW die Koordinierungsstelle Cyber-Sicherheit NRW einzurichten (wir berichteten) – bundesweit die erste Koordinierungsstelle auf Ebene einer Landesregierung. Außerdem seien im Jahr 2020 der Interministerielle Ausschuss Cyber-Sicherheit (IMA Cyber-Sicherheit), der alle Ressorts des Landes Nordrhein-Westfalens vereine, gegründet und das Kompetenzzentrum für Cyber-Sicherheit in der Wirtschaft initiiert worden. Letzteres ist unter dem Namen „DIGITAL.SICHER.NRW“ am Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie angesiedelt und dient laut IM NRW insbesondere der Unterstützung kleinerer und mittlerer Unternehmen.

Das Sicherheitsnetz kooperativ stärken

Zwei der genannten Gründungen stehen dann auch hinter der Strategie und dem Bericht zur Cyber-Sicherheit in Nordrhein-Westfalen: Wie es im Pressetext weiter heißt, wurden beide von der Koordinierungsstelle Cyber-Sicherheit in Zusammenarbeit mit dem IMA Cyber-Sicherheit erstellt. Dem Bericht sei unter anderem zu entnehmen, wie sich Kriminalität im Internet entwickelt hat: So sei die Computer-Kriminalität im Corona-Jahr 2020 um 20,8 Prozent auf 24.294 Fälle angestiegen – der höchste Stand seit fünf Jahren. In Zusammenarbeit mit allen Ministerien und unter Einbeziehung externer Experten soll der Bericht fortan jährlich erscheinen. „Dieser ressortübergreifende Ansatz verdeutlicht, dass wir Sicherheit in jeder Dimension ernst nehmen und dass wir als Land in der Spitze breit und gut aufgestellt sind“, sagt Innenminister Herbert Reul. „Digitale Selbstbestimmung und die sichere Nutzung des Netzes – dafür leisten wir einen starken Beitrag. Je besser wir untereinander vernetzt sind und zusammenarbeiten, umso dichter ist unser digitales Sicherheitsnetz für Bürger und Unternehmen.“

Zwei Projekte im Fokus

In naher Zukunft wird sich das IM NRW nach eigener Auskunft zunächst auf zwei Projekte fokussieren. Dies sei zum einen eine stabile und umfangreiche Datenlage zur Cyber-Sicherheit im Land. Sich darin ergebende Lücken und Schwachstellen sollen durch gezielte Studien geschlossen werden, um ein umfassendes und aktuelles Lagebild zu gewährleisten. Zum anderen sei dies ein digitaler Cyber-Sicherheitskompetenz-Check (CyberCheck NRW). Mit ihm sollen Bürger die Möglichkeit erhalten, online Fragen rund um das Thema Cyber-Sicherheit zu beantworten, um den eigenen Wissensstand zu überprüfen. Je nachdem, welche Lücken oder Schwächen der Check offenbart, erhielten die Bürger zum Abschluss konkrete Hilfestellung in Form von Informations-, Lern- oder Fortbildungsangeboten.





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