HannoverElektronische Akten beim Amtsgericht

Nach fast 150 Jahren treten an den Amtsgerichten E-Akten an die Stelle von Papier und Stempelkissen.
(Bildquelle: viperagp/stock.adobe.com)
Ab 1. Januar 2026 müssen alle Gerichte in Deutschland ihre Akten digital führen – auch das Amtsgericht Hannover, das derzeit seine Verfahrensabläufe auf die elektronische Akte umstellt und darüber berichtet. Die Umstellungsphase bringe viele Änderungen mit sich, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten aber mit großem Einsatz an der Digitalisierung. Dabei sei schon eine Menge geschafft worden, so das Amtsgericht: Bereits seit dem Jahr 2022 arbeiten in Hannover das Grundbuchamt, seit 2023 die Insolvenzabteilung und seit 2024 die Zivilabteilung digital, die Familienabteilung folgte Ende März und Anfang April 2025. Bis zum Jahresende sollen nun auch das Betreuungs-, Nachlass- und Vollstreckungsgericht sowie die Strafabteilung vollständig auf die digitalen Akten umgestellt sein.
Dabei müssen die Papierakten ins digitale Zeitalter überführt werden. Das ist kein einfacher Weg: Die Amtsgerichte in ihrer heutigen Form bestehen seit 1879, und schon immer wurden die Verfahren in Papierform geführt. Stift, Papier und Stempelkissen gehörten viele Jahrzehnte zum festen Bestandteil der gerichtlichen Arbeitswelt. Der Systemwechsel ist also eine enorme Umstellung. Das zeigt auch der Umfang des Papierbestands, denn in den Abteilungen der Amtsgerichte werden zurzeit noch hunderte, teils tausende Papierakten bearbeitet. Während der Übergangsphase könne es durchaus zu Verzögerungen kommen. Gleichwohl sei der Weg alternativlos, denn dass die Zukunft der Justiz digital sein werde, sei völlig klar, so die Präsidentin des Amtsgerichts Hannover, Christiane Hölscher. Eins werde sich allerdings nicht ändern: „Entscheidungsträger bleibt der Mensch.“
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