Nordrhein-WestfalenFortsetzung des Mobilfunkpakts

[08.09.2021] Der Mobilfunkpakt zwischen Nordrhein-Westfalen und den Netzbetreibern Deutsche Telekom, Telefónica Deutschland und Vodafone wird bis Ende 2024 verlängert. Die Unternehmen sagen unter anderem einer weitgehend flächendeckenden Abdeckung im 5G-Netz zu.
Netzbetreiber sagen Nordrhein-Westfalen unter anderem eine weitgehend flächendeckende Abdeckung im 5G-Netz zu.

Netzbetreiber sagen Nordrhein-Westfalen unter anderem eine weitgehend flächendeckende Abdeckung im 5G-Netz zu.

(Bildquelle: warat42 / 123rf.com)

Seitdem Landesregierung und die Netzbetreiber Deutsche Telekom, Telefónica Deutschland und Vodafone 2018 den Mobilfunkpakt unterzeichnet haben (wir berichteten), hat sich die Versorgung in Nordrhein-Westfalen deutlich verbessert. Das berichtet das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie. Jetzt haben Digitalminister Andreas Pinkwart und Unternehmensvertreter die Fortschreibung ihrer Zusammenarbeit für weitere drei Jahre bis Ende 2024 vereinbart. Zu den Schwerpunkten der neuen Vereinbarung zähle unter anderem der Ausbau des 5G-Netzes. Demnach sagen die Netzbetreiber einer weitgehend flächendeckenden Abdeckung im 5G-Netz zu. Erreicht werden solle dies durch einen massiven Ausbau der 5G-Erweiterungen bis Ende 2024 auf 10.300 Standorte. Auch das LTE-Netz soll ausgebaut werden. Die Mobilfunkanbieter verbessern laut Ministerium die Versorgungsqualität im 4G-Netz durch mindestens 7.500 weitere LTE-Ausbaumaßnahmen bis Ende 2024. Außerdem sollen so genannte Mobilfunkkoordinatoren ausgebildet werden. Das Land fördere hierzu Expertinnen und Experten in Kreisen und kreisfreien Städten, die den Mobilfunkausbau etwa bei der Standortsuche oder Genehmigungsverfahren unterstützen und stelle dafür bis zu elf Millionen Euro bereit. Im Ergebnis des bisherigen Mobilfunkpakts haben die Netzbetreiber mehr als 1.450 LTE-Basisstationen neu errichtet und annähernd 12.800 bestehende Standorte mit LTE aufgerüstet. Nach Berechnungen von IT.NRW lag der Anteil der mit LTE versorgten Fläche in Nordrhein-Westfalen Mitte 2021 über alle Anbieter hinweg bei 99,3 Prozent. Mitte 2021 erreichte der Anteil der mit LTE versorgten Haushalte in Nordrhein-Westfalen nach Angaben der Mobilfunknetzbetreiber bei allen Netzbetreibern 99,5 Prozent. Zahlreiche Gemeinden, insbesondere in ländlichen Regionen, profitieren nun von einer verbesserten Mobilfunkversorgung, beispielsweise in Sonsbeck (Kreis Wesel) oder Uckerath (Rhein-Sieg-Kreis), berichtet das Ministerium weiter. Seit der Frequenzversteigerung im Jahr 2019 haben die Mobilfunknetzbetreiber fast 4.500 5G-Erweiterungen in Nordrhein-Westfalen installiert.

Ansporn für weitere Anstrengungen

„Mit dem Erfolgsmodell Mobilfunkpakt haben wir in Nordrhein-Westfalen den Mobilfunkausbau erheblich beschleunigt“, sagt Digitalminister Pinkwart. „Insbesondere in ländlichen Regionen hat sich die Mobilfunkversorgung deutlich verbessert: In Nordrhein-Westfalen konnten die Netzbetreiber in Zusammenarbeit mit dem Land in den vergangenen drei Jahren Funklöcher auf einer Fläche von annähernd 900 Quadratkilometern schließen. Diese Erfolge sind für uns Ansporn, mit der Fortschreibung des Mobilfunkpaktes für den 5G-Ausbau und weitere LTE-Verbesserungen in die nächste Runde zu gehen. Wir wollen das Tempo hochhalten und gemeinsam weiter an der besten Mobilfunkversorgung für Nordrhein-Westfalen arbeiten. Dabei geht die Landesregierung voran und fördert Mobilfunkkoordinatoren vor Ort, die die Standortsuche erleichtern und helfen, Genehmigungsverfahren zu beschleunigen. Das ist auch bundesweit beispielhaft.“ Hannes Ametsreiter, CEO Vodafone Deutschland, ergänzt: „NRW ist beim Netzausbau auf der Überholspur: Seit der Unterzeichnung des ersten Mobilfunkpakts hat Vodafone tausende Mobilfunkprojekte erfolgreich umgesetzt. Die meisten Funklöcher wurden geschlossen, die LTE-Abdeckung ist sehr gut. Zeitgleich haben wir beim 5G-Ausbau Gas gegeben: Wir haben als erste das Zukunftsnetz nach NRW gebracht. Mit 5G Standalone surfen viele Menschen jetzt sogar im reaktionsschnellsten und modernsten 5G-Netz aller Zeiten. Auch Firmen profitieren von dem europaweit einzigartigen 5G Standalone-Netz, mit dem Datenaustausch in Echtzeit, Network Slicing und mehr Reichweite möglich sind. Die gute Zusammenarbeit mit dem Ministerium hat maßgeblich zu dieser Ausbauleistung beigetragen. Daher freuen wir uns, diese Erfolgsgeschichte mit der Verlängerung des Mobilfunkpaktes fortzuschreiben.“

Pakt gibt Planungssicherheit

Auch das Mobilfunknetz der Telekom funke in Nordrhein-Westfalen auf einem sehr hohen Niveau, teilt Dido Blankenburg, Mitglied der Geschäftsleitung der Telekom, mit. „Aktuell betreibt die Telekom in NRW mehr als 6.700 Standorte. 5G wird zum neuen Standard im Mobilfunknetz der Telekom. Wir arbeiten jeden Tag intensiv am Netz, damit Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürger in NRW den besten Empfang haben. Der Mobilfunkpakt hilft dabei. Denn eine enge Abstimmung zwischen Landesregierung, kommunalen Entscheidern und Mobilfunknetzbetreibern beschleunigt den Ausbau und beseitigt Hindernisse. Wenn es um die Digitalisierung NRWs geht, sitzen wir im selben Boot. Wir freuen uns auf die weiteren gemeinsamen Aufgaben.“ Und auch Telefónica Deutschland zieht eine positive Bilanz. Nahezu alle Haushalte in NRW seien mit schnellem 4G versorgt. „Mit der Weiterführung des Paktes machen wir klar: Die Zukunft heißt 5G“, sagt Valentina Daiber, Vorständin für Recht und Corporate Affairs bei Telefónica Deutschland / o2. „Damit Wirtschaft und Verbraucher von neuen digitalen Anwendungen profitieren, bauen wir in den kommenden Jahren ein leistungsstarkes 5G-Netz auf. Heute funken wir mit 5G schon in allen größeren Städten, bald landesweit. Für diese massiven Investitionen brauchen wir als Netzbetreiber Planungssicherheit. Wir begrüßen es daher ausdrücklich, dass NRW sich für neue Vergabemodelle für Mobilfunkfrequenzen einsetzt. Sinkende Frequenzkosten sind gut für den Infrastrukturausbau und für alle Bürgerinnen und Bürger in Deutschland.“





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Breitband

Bitkom: Netzausbau nicht weiter verzögern

[14.06.2024] Der Hightechverband Bitkom hat die Bundesregierung aufgefordert, das TK-Netzausbau-Beschleunigungsgesetz (TK-NABEG) schnellstmöglich auf die Tagesordnung zu nehmen. Insbesondere das Bundesumweltministerium solle endlich den Fuß von der Bremse nehmen und den schnellen Netzausbau nicht weiter verzögern. mehr...

Luftbild-Panorama er Stadt berlin, im Mittelpunkt der Fernsehturm, im Hintergrund leicht dunstiger, blau-rosafarbener Himmel.

Berlin: Markterkundung für den Gigabit-Ausbau

[23.05.2024] Die Gigabit-Förderung des Bundes ging im April in eine neue Runde. Mit Markterkundungsverfahren sollen konkrete Förderbedarfe und -gebiete im Vorfeld erhoben werden. In Berlin startet jetzt das größte Markterkundungsverfahren in der Geschichte der Bundesförderung. mehr...

Das Bild zeigt eine Baustelle, auf der ein Arbeiter Glasfaserkabel verlegt.

Baden-Württemberg: Förderbescheide für Breitbandausbau

[22.05.2024] Der baden-württembergische Digitalisierungsminister Thomas Strobl hat Förderbescheide in Höhe von 112 Millionen Euro an 16 Empfänger aus elf Landkreisen übergeben. Insgesamt werden damit rund 32.000 neue Anschlüsse geschaffen, darunter in Schulen, Unternehmen und Krankenhäusern. mehr...

Glasfaserausbau: Allianz für Open Access

[15.05.2024] Um den Glasfaserausbau zu beschleunigen, haben die vier Kommunikationsinfrastruktur-Unternehmen Deutsche GigaNetz, DNS:NET, Infrafibre Germany und Eurofiber Netz eine Absichtserklärung für eine neue Allianz unterzeichnet. Vom Open-Access-Modell können sowohl der deutschlandweite Infrastrukturausbau als auch die Verbraucher profitieren. mehr...

Michael Jungwirth, Kristina Sinemus und Stefan Rüter, halten die unterzeichnete Einzelvereinbarung in den Händen

Hessen: Einzelvereinbarung mit Vodafone und OXG

[07.05.2024] Eine Einzelvereinbarung mit den Unternehmen Vodafone und OXG soll den Glasfaserausbau in Hessen voranbringen. Es sollen nicht nur neue Anschlüsse bis ins Haus geschaffen, sondern auch Qualitätsverbesserungen erreicht werden. mehr...

BREKO: Bund verpasst notwendige Reformen

[07.05.2024] Die Gigabitförderung des Bundes wird fortgesetzt und das Verfahren angepasst. Der Breitbandverband BREKO zeigt sich mit den Änderungen unzufrieden: Er erwartet zahlreiche Anträge ohne Förderchancen und befürchtet Nachteile für den eigenwirtschaftlichen Ausbau durch Telekommunikationsunternehmen. mehr...

Nahaufnahme vom Ende eines mutmaßlichen Glasfaserkabels mit sehr geringer Tiefenschärfe.

BMDV: Optimierte Gigabitförderung 2.0

[06.05.2024] Die Gigabitförderung des Bundes geht in eine neue Runde. Änderungen am Verfahren sollen es Kommunen erlauben, die Erfolgsaussichten ihrer Förderanträge besser einzuschätzen. Ab sofort ist es möglich, Anträge zu stellen. Im Juni startet zudem ein Pilotprogramm zum Schließen von Ausbaulücken. mehr...

Bündel mutmaßlicher Glasfasern, blau vor fast schwarzem Hintergrund.

Bundesnetzagentur: Bericht zum Glasfaser-Doppelausbau

[19.04.2024] Die Monitoringstelle Doppelausbau der Bundesnetzagentur und des BMDV haben ihren ersten Zwischenbericht vorgelegt. Während die Bundesnetzagentur eher zurückhaltende Schlüsse aus dem Bericht zieht und weitere Analysen ankündigt, sehen die Branchenverbände ANGA, BREKO und VATM das zügige Ausbaugeschehen in ganz Deutschland gefährdet. mehr...

Drei Männer mit formaler Kleidung stehen in einer Reihe, zwei davon halten eine Urkunde.

Niedersachsen/GVG Glasfaser: Gestärkte Zusammenarbeit

[11.04.2024] Niedersachsen und das Unternehmen GVG Glasfaser wollen die Erschließung mit FTTH-Glasfaseranschlüssen vorantreiben. Bisher unterversorgte Gebiete sollen mit Landesmitteln durch die Landkreise in Kooperation mit GVG Glasfaser angebunden werden, bereits besser versorgte Regionen erschließt das Unternehmen eigenwirtschaftlich. mehr...

Abstrakte Kompostion von türkisgrünen Glasfaserkabeln.

Landkreis Gießen: Breitbandausbau braucht Verbindlichkeit

[05.04.2024] Der Landkreis Gießen beklagt einen Mangel an Planungssicherheit beim Glasfaserausbau. Dieser werde durch eine fehlende Verbindlichkeit von Ausbauankündigungen der Telekommunikationsunternehmen verursacht. In einem Positionspapier fordert der Landkreis vom Bund eine stärkere gesetzliche Regulierung. mehr...

Die Landesflagge von Schleswig-Holstein weht von links nach rechts, im Hintergrund blauer Himmel.

Schleswig-Holstein: Land fördert Breitbandzweckverband

[03.04.2024] In Schleswig-Holstein haben sich die Ämter Dänischenhagen, Dänischer Wohld und Hüttener Berge zu einem Breitbandzweckverband zusammengeschlossen, um gemeinsam eine hochwertige Breitbandversorgung zu schaffen. Nun fördert das Land die dritte Ausbauphase mit über zwei Millionen Euro. mehr...

Drei Männer in dunklen Anzügen präsentieren jeweils eine Dokumentenmappe.

Rheinland-Pfalz: Absichtserklärung zum Glasfaserausbau

[27.03.2024] Bis zum Ende des Jahres 2030 will das Unternehmen Deutsche GigaNetz 215.000 Haushalte in Rheinland-Pfalz eigenwirtschaftlich mit Glasfaser versorgen. Eine entsprechende Absichtserklärung haben nun Digitalisierungsminister Alexander Schweitzer und Unternehmensvertreter unterzeichnet. mehr...

Poerträt der NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur vor blauem Hintergrund.

Nordrhein-Westfalen: Glasfaserausbau auf hohem Niveau

[25.03.2024] Bis 2030 sollen Glasfaseranschlüsse in Nordrhein-Westfalen flächendeckend verfügbar sein. Derzeit ist ein gutes Drittel der Haushalte mit Glasfaser erschlossen. Der Großteil des Ausbaus erfolgt eigenwirtschaftlich durch rund 80 Unternehmen. mehr...

Das Bild zeigt die Verkabelung von Servern am Internet-Knoten DE-CIX in Frankfurt.

Hessen: Digitale Infrastruktur schneller ausbauen

[20.03.2024] Hessens Digitalministerin Kristina Sinemus fordert höhere Investitionen in die Infrastruktur. Mehr Tempo beim Ausbau von Internet-Knoten, Rechenzentren und Glasfaser sei entscheidend für Datenaustausch in Echtzeit, Sicherheit und Energieeffizienz. mehr...

Das Bild zeigt die Startseite des Breitbandportals des Bundes.

Saarland: Roll-out des Breitbandportals startet

[15.03.2024] Im Saarland beginnt der landesweite Roll-out des Breitbandportals, mit dem das Antrags- und Genehmigungsverfahren für den Glasfaserausbau bundesweit digitalisiert und erheblich beschleunigt werden soll. Das Saarland ist das vierte Bundesland, in dem das Portal ausgerollt wird. Kommunen erhalten Unterstützung des Landes. mehr...