HamburgMaßnahmenpaket zum Bürokratieabbau

[21.10.2024] Mit neuen Digitalisierungsvorhaben und Prozessvereinfachungen will Hamburg die Verwaltung spürbar entlasten. Automatisierung und elektronische Verfahren sollen nicht nur Abläufe beschleunigen, sondern auch Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen von unnötiger Bürokratie befreien.
Ansicht der Innenstadt von Hamburg, im Vorergrund eine Wasserfläche, am Himmel Abenddämmerung.

Stadt Hamburg treibt den Bürokratieabbau voran. In der Verwaltung werden Effizienzgewinne durch Automatisierung und weitere Digitalisierung erwartet.

(Bildquelle: Niklas Jeromin/pexels.com)

Der Hamburger Senat hat über 80 konkrete Maßnahmen zur Entlastung von Bürgerinnen und Bürgern, der Wirtschaft und der Verwaltung beschlossen. Damit setze der Senat seine Strategie zum Bürokratieabbau konsequent fort, so die Finanzbehörde. „Dass über 100 Maßnahmen in dieser Legislaturperiode zusammengekommen sind, zeigt, dass Hamburg beim Bürokratieabbau konsequent vorangeht“, sagt Finanzsenator Andreas Dressel. Auch bei Regelungen auf Bundes- und EU-Ebene setzt sich Hamburg für Vereinfachungen ein.

Ein zentrales Instrument des Bürokratieabbaus in Hamburg ist der Praxischeck, der Prozesse auf bürokratische Hindernisse und Lösungsansätze untersucht. Im Jahr 2024 wurden zwei dieser Praxischecks durchgeführt, unter anderem zur Genehmigung von Groß- und Schwerlasttransporten. Hierbei wurden elf Maßnahmen erarbeitet, darunter die Einführung eines digitalen Antragsverfahrens. Weitere Einsatzbereiche sind bereits in Planung.

Motor des Bürokratieabbaus

Die Digitalisierung spielt eine zentrale Rolle für den Bürokratieabbau. Durch ein Normenscreening wurde die Schriftform in etwa 400 Vorschriften durch die Möglichkeit der einfachen elektronischen Übermittlung ersetzt. Änderungen wurden bereits teilweise umgesetzt, weitere sollen bei anstehenden Gesetzesänderungen folgen.

Robotic Process Automation (RPA) trägt zur Automatisierung wiederkehrender Aufgaben bei. Aktuell übernehmen 55 RPA-Bots Tätigkeiten, die bisher mehr als 130.000 Arbeitsstunden beansprucht hätten. Hierzu zählen etwa die Auszahlung der Energiepreispauschale an Studierende und die Bearbeitung von Privatanzeigen bei Verkehrsordnungswidrigkeiten. Weitere Bots sind in Planung.

Digitale Werkzeuge entlasten Behörden

Die digitale Signatur-App SignApp, die derzeit pilotiert wird, soll es Beschäftigten der Stadt ermöglichen, Dokumente ortsunabhängig zu signieren und damit Prozesse zu beschleunigen. Auch die Einführung von E-Payment-Methoden ist geplant, insbesondere für Online-Anträge und die Bußgeldstelle. Auch die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende wird weiter entlastet. So soll das Handyparken ausgebaut und ein neuer Onlinedienst für die Beantragung von Taxen- und Mietwagengenehmigungen eingeführt werden.

Seit Anfang 2024 werden Bescheide im Baugenehmigungsverfahren elektronisch versandt. Die manuelle Unterschrift entfällt, ebenso wie der Versand per Post. Damit ist das Verfahren erheblich beschleunigt. Mit dem neuen Grundsteuergesetz wird das Steuerwesen vereinfacht, da nur noch wenige Angaben zur Erklärung erforderlich sind. Zudem soll das Pilotprojekt RABE die digitale Übermittlung von Belegen ermöglichen.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Panorama
Waldbrand: Dunkle Silhouette von Nadelbäumen vor orange leuchtendem Hintergrund.

Niedersachsen: Waldbrandfrüherkennung per Sensor

[04.06.2026] Um die Entwicklung größerer Brandereignisse zu verhindern, müssen Waldbrände so früh wie möglich lokalisiert und bekämpft werden. Daher baut das Land Niedersachsen sein Sensornetz zur automatisierten Branderkennung weiter aus. mehr...

In ein hellblaues Oberhemd gekleideter Männertorso mit Händen und Armen auf der Schreibtischplatte, die von Papieren übersät ist.

Unternehmensgründung: Loslegen statt Formulare ausfüllen

[03.06.2026] Nordrhein-Westfalen beteiligt sich an der bundesweiten Pilotierung von „Schneller Gründen“. Ab Juli 2026 sollen Finanzämter in Aachen und Düsseldorf einen digitalen Kombiantrag testen, der Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung zusammenführt. mehr...

Reetdachhaus auf Sylt

Bundesnetzagentur: Daten zu Kurzzeitvermietungen

[27.05.2026] Die Bundesnetzagentur fungiert ab sofort als digitale Datendrehscheibe für Kurzzeitvermietungen. Länder und Kommunen können darüber künftig verlässliche Daten zu Buchungen auf Plattformen wie Airbnb oder Booking.com erhalten und diese etwa nutzen, um Tourismusströme zu steuern. mehr...

Verkehrsmanagementzentrale RheinMain

Hessen: Digital vernetzt für bessere Mobilität

[22.05.2026] In Frankfurt am Main wurde jetzt die Verkehrsmanagementzentrale RheinMain in Betrieb genommen. Diese soll unter anderem durch die Nutzung von Echtzeit-Mobilitätsdaten zur besseren Verkehrslenkung beitragen. Geplant ist der Ausbau zu einer Verkehrsmanagementzentrale für ganz Hessen. mehr...

Motiviertes junges Arbveitsteam sitzt an einem Tisch

Picture: Prozessmanagement-Ausbildung für alle

[18.05.2026] Der Softwarehersteller Picture öffnet sein Ausbildungsprogramm im Prozessmanagement für alle Verwaltungsebenen. Der zweite Durchgang startet im Oktober 2026. Die Teilnehmenden sollen in neun Monaten lernen, Verwaltungsprozesse zu erfassen, zu analysieren und zu verbessern. mehr...

Composit: Hände halten ein Tablet, darüber schwebt ein 2D-Objekt mit den Umrissen und Farben von Deutschland, überlagert von einem gezeichneten Netzwerk.

Bitkom Länderindex 2026: Hamburg führt, Saarland holt auf

[12.05.2026] Der Digitalverband Bitkom hat die Bundesländer erneut nach ihrem Stand bei der Digitalisierung verglichen. Hamburg bleibt klar an der Spitze, Hessen rückt auf Platz drei vor. Besonders deutlich verbessert sich das Saarland, während ostdeutsche Länder bei digitaler Bildung stark abschneiden. mehr...

Screenshot der Social Wall des LGL

LGL Baden-Württemberg: Social Wall für Social Media

[06.05.2026] Das baden-württembergische Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung informiert auch in sozialen Medien über seine Arbeit – und bündelt diese Einträge seit Kurzem nutzer- und datenschutzfreundlich auf der eigenen Website. Zum Einsatz kommt die Social-Wall-Lösung Stage. mehr...

Telefonierende Frau in einem Büro

115: Behördennummer ab jetzt deutschlandweit

[05.05.2026] Die Behördennummer 115 ist seit Ende April in allen Bundesländern erreichbar. Mit der Freischaltung in Bayern ist der telefonische Zugang zu Verwaltungsinformationen bundesweit verfügbar; der konkrete Serviceumfang unterscheidet sich jedoch je nach Land und Kommune. mehr...

Torsi von Männern an einem Schreibtisch, darüber als Overlay Gebäudekonturen

Nordrhein-Westfalen: Führend beim Einsatz von BIM

[30.04.2026] Nordrhein-Westfalen nimmt im Bereich des BIM-basierten Bauantrags bundesweit eine Vorreiterrolle ein. Das zeigt eine Studie der Ruhr-Universität Bochum, die dafür Bauvorhaben in mehreren Kommunen unter realen Bedingungen untersucht hat. mehr...

Blick in eine Berliner Straßenflucht, im Hintergrund der Fernsehturm.

Berlin: Mehr Innovation in der Verwaltung

[27.04.2026] GovTech Deutschland erhält einen weiteren Satelliten: GovTech Berlin soll künftig die Bedarfe der Berliner Behörden bündeln und sie gemeinsam mit GovTech Deutschland in konkrete Lösungen übersetzen. mehr...

In blaues Licht getaquchter Raum, Person am Monitor, flankiert von Mann und Frau in förmlicher Kleidung
bericht

Berlin: Unruhe beim ITDZ

[24.04.2026] Im März hat Matthias Hundt die Rolle des Berliner CDO übernommen, jetzt wurde er auch zum Aufsichtsratsvorsitzenden des ITDZ Berlin berufen. Gleichzeitig zeichnet sich eine engere Steuerung des IT-Landesbetriebs durch die Senatskanzlei ab. Hintergrund sind anscheinend anhaltende finanzielle Herausforderungen. mehr...

Darstellung der App-Startseite auf einem Tablet.

Nordrhein-Westfalen: Besser gegen Wasser geschützt

[23.04.2026] Das Land NRW stellt eine App bereit, die Eigentümerinnen und Eigentümer von Immobilien darin unterstützt, Gefährdungen durch Starkregen oder Hochwasser einzuschätzen. Mit der nächsten Ausbaustufe werden nun auch Schutzmaßnahmen direkt am Gebäude sichtbar und umsetzbar. mehr...

Building Information Modeling: Im Straßenbau wird digital zur Regel

[22.04.2026] Projekte im Bereich der Bundesfernstraßen sollen ab sofort nach 
einheitlichen digitalen Standards geplant, gebaut und betrieben werden. Die Methode Building Information Modeling (BIM) wird damit nach erfolgreichen Pilotprojekten künftig zum Regelprozess. mehr...

Ein Laptop, dessen Monitor die Startseite der Servicestandard-Website zeigt.

DigitalService des Bundes: Hotline für den Servicestandard

[16.04.2026] Nutzerfreundliche digitale Verwaltungsleistungen steigern die Zufriedenheit von Bürgern und Unternehmen, parallel entlasten sie die Verwaltung. Der Servicestandard hilft bei der Umsetzung. Eine Hotline liefert nun individuelle Unterstützung bei Fragen rund um diesen Kriterienkatalog. mehr...

Porträt Leonhard Kugler

ZenDiS: Wechsel an der Spitze

[16.04.2026] Beim Zentrum für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung wechselt die Geschäftsführung: Leonhard Kugler übernimmt und folgt auf Alexander Pockrandt. Mit dem Wechsel soll die Aktivierung des Open-Source-Ökosystems stärker in den Fokus rücken. mehr...