Deutscher BundestagOZG 2.0 vor der Verabschiedung

Im Deutschen Bundestag steht das OZG-Änderungsgesetz vor der Verabschiedung.
(Bildquelle: Deutscher Bundestag/Marc-Steffen Unger)
Der Deutsche Bundestag stimmt morgen (23. Februar 2024) über den von der Bundesregierung eingebrachten Gesetzentwurf zur Änderung des Onlinezugangsgesetzes (OZGÄndG) ab. Zuvor wird der Innenausschuss eine Beschlussempfehlung abgeben. Zudem will die CDU/CSU-Fraktion einen Entschließungsantrag zum Gesetz einbringen.
Inhalte des OZGÄndG
Der vorgelegte Gesetzentwurf zielt darauf ab, die mit dem Onlinezugangsgesetz geschaffenen Strukturen der Bund-Länder-Zusammenarbeit zu verstetigen und einen einfacheren, moderneren und digitalen Verwaltungsablauf im Portalverbund zu ermöglichen. Nachfolgend eine Zusammenfassung der geplanten Inhalte
- Aufhebung der Umsetzungsfrist des OZG und Einführung eines begleitenden Monitorings: Die bisherige Umsetzungsfrist des OZG wird aufgehoben. Stattdessen soll ein kontinuierliches Monitoring der Regelungen des OZG eingeführt werden, um den Fortschritt und die Wirksamkeit der Digitalisierungsbestrebungen zu überwachen.
- Zentrale Basisdienste durch den Bund: Der Bund plant die Bereitstellung zentraler Basisdienste, welche die Eigenentwicklungen der Länder für das Bürgerkonto und das Postfach ablösen sollen. Damit soll eine einheitliche digitale Infrastruktur geschaffen werden.
- Vereinfachung des Verwaltungsverfahrensrechts: Die Regelung sieht einen einfachen und einheitlichen elektronischen Schriftformersatz einschließlich der Einführung eines qualifizierten elektronischen Siegels als Schriftformersatz zur Digitalisierung und Beschleunigung von Verwaltungsverfahren vor.
- Anbindung der Kommunen an den Portalverbund: Die Länder sollen sicherstellen, dass die Kommunen an den übergeordneten Portalverbund angeschlossen werden, um eine flächendeckende Digitalisierung zu ermöglichen.
- Digital-Only für Unternehmensdienstleistungen: Es werden Regelungen eingeführt, die bestimmte Unternehmensdienstleistungen ausschließlich digital anbieten, um Effizienz und Zugänglichkeit zu verbessern.
- Einheitliches Organisationskonto: Ein einheitliches Organisationskonto wird verbindlich vorgeschrieben, um die Verwaltung digitaler Identitäten zu vereinfachen.
- Beratungsangebot im Portalverbund: Es soll ein einheitlich zugängliches Beratungsangebot im Portalverbund bereitgestellt werden, um Unterstützung bei der Nutzung digitaler Dienste zu bieten.
- Veröffentlichung von Standards und Schnittstellen: Relevante Standards und Schnittstellen für digitale Verwaltungsdienste sollen zentral und digital veröffentlicht werden, um Transparenz und Kompatibilität zu gewährleisten.
- Datenschutz nach dem EfA-Prinzip: Datenschutzregelungen für Online-Dienste sollten nach dem EfA-Prinzip (Einer für Alle) gestaltet werden, um ein hohes Datenschutzniveau zu gewährleisten.
- Once-Only-Prinzip: In einer Generalklausel soll das Once-Only-Prinzip verankert werden, nach dem Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen der Verwaltung bestimmte Informationen nur einmal zur Verfügung stellen müssen.
- Benutzerfreundlichkeit und Barrierefreiheit: Benutzerfreundlichkeit und Barrierefreiheit werden verbindlich vorgeschrieben, um allen Bürgern den Zugang zu digitalen Diensten zu erleichtern.
- Vollständige elektronische Abwicklung (durchgängige Digitalisierung): Wesentliche Verwaltungsleistungen sollen vollständig elektronisch abgewickelt werden können, um effiziente und schnelle Verfahren zu ermöglichen.
Änderungsantrag des Innenausschusses
Im parlamentarischen Verfahren hat der Innenausschuss am 21. Februar einen Änderungsantrag der Koalitionsfraktionen angenommen, der den Nutzern vier Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes einen Anspruch auf elektronischen Zugang zu Verwaltungsleistungen des Bundes ohne Entschädigungs- und Ausgleichsansprüche einräumt. Dieser Anspruch beschränkt sich auf den elektronischen Zugang zu bestimmten Verwaltungsleistungen und beinhaltet keinen Anspruch auf eine vollständige elektronische Abwicklung weiterer Verfahrensschritte. Darüber hinaus besteht kein Anspruch auf elektronischen Zugang zu Leistungen, bei denen dies rechtlich oder tatsächlich unmöglich oder wirtschaftlich unzumutbar ist.
Bayern: Weiß-blaue Erfolgsbilanz
[28.07.2026] Bayerns Digitalminister Fabian Mehring zog im Landtag eine ausgesprochen wohlwollende Bilanz der eigenen Digitalpolitik. Den Freistaat sieht er bei der Digitalisierung von Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft auf Kurs und bei der Verwaltungsdigitalisierung bereits als Taktgeber Deutschlands. mehr...
Mecklenburg-Vorpommern: Beitritt zum Zweckverband eGo-MV
[28.07.2026] Mecklenburg-Vorpommern tritt dem kommunalen Zweckverband eGo-MV bei. Land und Kommunen wollen damit ihre Zusammenarbeit bei IT-Infrastrukturen, Standards und gemeinsamen Digitalisierungsprojekten verbindlicher organisieren. mehr...
Deutschland/Frankreich: Kooperation bei KI-Sicherheit und digitaler Souveränität
[27.07.2026] Deutschland und Frankreich bauen ihre Zusammenarbeit bei KI-Sicherheit und digitaler Souveränität aus. Die Vereinbarungen sollen gemeinsame Bewertungen leistungsfähiger KI-Modelle ermöglichen und Europas Rolle bei der sicheren Nutzung von Künstlicher Intelligenz stärken. mehr...
BMDS: One-Stop-Shop für die Sozialverwaltung
[21.07.2026] Die Sozialplattform soll zum zentralen digitalen Zugang für Sozialleistungen ausgebaut werden. Vorgesehen sind durchgängig digitale Verfahren, Registerabrufe über NOOTS sowie perspektivisch die Anbindung von Deutschland-App und EUDI-Wallet. mehr...
Sachsen/Thüringen: Die Verwaltung soll schneller werden
[16.07.2026] Sachsen und Thüringen wollen Verwaltungsverfahren vereinfachen und beschleunigen und haben dazu neue Gesetzespakete auf den Weg gebracht. Thüringen konzentriert sich vor allem auf das Baurecht, während Sachsen einen breiten Umbau des Landesrechts plant. mehr...
Bitkom: Digitalvorhaben kommen voran
[13.07.2026] Die Bundesregierung hält in der Digitalpolitik das Tempo: Erstmals sind doppelt so viele Digitalvorhaben begonnen wie noch nicht begonnen. Das geht aus dem neuesten Monitor Digitalpolitik des Bitkom hervor. Der Verband mahnt, begonnene Projekte nun zügig abzuschließen. mehr...
BMDS/Hertie School: Forschungsprojekt zur Staatsmodernisierung
[09.07.2026] Das BMDS fördert ein dreijähriges Forschungsprojekt zur Staatsmodernisierung an der Hertie School. Die Plattform soll die Modernisierungsagenden von Bund und Ländern wissenschaftlich begleiten und deren Wirkung unabhängig evaluieren. mehr...
Baden-Württemberg: Komm.ONE fordert neue Dynamik
[06.07.2026] Die Verwaltungsdigitalisierung in Baden-Württemberg soll deutlich an Tempo gewinnen. Im Mittelpunkt stehen eine engere Zusammenarbeit zwischen Land und Kommunen, verlässliche Finanzierungsmodelle sowie eine stärkere Rolle des kommunalen IT-Dienstleisters bei der Umsetzung zentraler Digitalisierungsprojekte. Auch eine langfristige Annäherung an die Landes-IT BITBW schließen die Verantwortlichen nicht aus. mehr...
Ministerpräsidentenkonferenz: Im Schulterschluss zum schlanken Staat
[01.07.2026] Die jüngste Ministerpräsidentenkonferenz hat den ersten Fortschrittsbericht zur Föderalen Modernisierungsagenda beschlossen. In wichtigen Bereichen kam die Umsetzung voran – Bundesdigitalminister Wildberger wie auch der NKR mahnten aber Tempo und weitere strukturelle Entscheidungen an. mehr...
IT-Planungsrat: Der D-Stack gewinnt an Kontur
[22.06.2026] Für die Umsetzung des Deutschland-Stacks wurden einige entscheidende Weichenstellungen vorgenommen. Bei der letzten Sitzung des IT-Planungsrats haben sich Bund und Länder auf wesentliche Elemente des im Aufbau befindlichen standardisierten, interoperablen digitalen Ökosystems geeinigt. mehr...
BMDS/Mecklenburg-Vorpommern: Verwaltungsdigitalisierung gemeinsam beschleunigen
[22.06.2026] Der Bund und Mecklenburg-Vorpommern haben eine Verwaltungsvereinbarung zur vertieften Zusammenarbeit unterzeichnet. Damit sollen Maßstäbe für digitale Verwaltung, Bürokratierückbau, bessere Rechtsetzung und mehr Serviceorientierung gesetzt werden. mehr...
Schleswig-Holstein: Wirkmächtiges Instrument
[19.06.2026] Eine positive Bilanz zum Digitalisierungsbooster SH hat Schleswig-Holsteins Digitalisierungsminister Dirk Schrödter gezogen. Zentrale Maßnahmen sind eine LoRaWAN-Infrastruktur, die 5G-Campusnetze und das Landesprogramm Offene Innovation. mehr...
Sachsen-Anhalt: Positive Zwischenbilanz zur Digitalstrategie
[17.06.2026] Eine positive Zwischenbilanz der Strategie „Sachsen-Anhalt Digital 2030“ hat Digitalministerin Lydia Hüskens gezogen. Rund 80 Prozent der definierten Ziele sind bereits erreicht oder aktiv in Bearbeitung. Der Ausbau digitaler Verwaltungsleistungen zählt zu den sichtbarsten Erfolgen. mehr...
BMDS: Umsetzungsstand der Modernisierungsagenden
[16.06.2026] In Berlin diskutierten 200 Expertinnen und Experten aus Bund und Ländern über die Fortschritte der Modernisierungsagenden. Dabei wurde deutlich: Die Umsetzung hängt vor allem an der engen Zusammenarbeit aller staatlichen Ebenen. mehr...
Bayern: Rückenwind für den Digitalstaat
[12.06.2026] Ein Rechtsgutachten der Universität Passau sieht keine grundsätzlichen Hürden für durchgängig digitale Verwaltungskommunikation. Gegen Ende-zu-Ende-Digitalisierung der Verwaltung bestehen demnach weder grundsätzliche verfassungsrechtliche noch ethische Bedenken. mehr...













