BundRechenzentrumsstrategie beschlossen

[20.03.2026] Die Bundesregierung hat die Rechenzentrumsstrategie beschlossen. Innerhalb eines Jahres sollen 28 Maßnahmen in drei zentralen Handlungsfeldern gestartet und soweit wie möglich abgeschlossen werden.
Rechenzentrum von innen, Blick in eine Gasse mit blau beleuchteten Server-Racks.

Mit der Rechenzentrumsstrategie will der Bund die digitale Souveränität stärken.

(Bildquelle: Cybrain/stock.adobe.com)

Ob Echtzeit-Staumelder auf dem Handy, KI-Diagnosen beim Arzt oder Fernwartung von Maschinen – innovative Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz brauchen enorme Rechenleistung. Deutschland ist mit über 2.000 Anlagen und einer IT-Anschlussleistung von 3.000 MW führend in Europa, was die Rechenkapazitäten betrifft. Das teilt das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) jetzt mit. Die Bundesregierung will diesen Platz festigen und setzt sich klare Ziele. Deutschland soll bis 2030 zu einem der attraktivsten Standorte für Rechenzentren werden, heißt es in der jetzt beschlossenen Rechenzentrumsstrategie.

Bundesdigitalminister Karsten Wildberger sagt: „Deutschland braucht mehr Rechenpower. Wir wollen führend bei Künstlicher Intelligenz in Europa werden und diese Technologie überall in Wirtschaft und Gesellschaft einsetzen. Bis 2030 wollen wir unsere Rechenzentrumskapazitäten mindestens verdoppeln und die Kapazitäten für Künstliche Intelligenz und High-Performance-Computing vervierfachen. Unsere Strategie ist der klare Fahrplan dafür: Genügend Flächen, bezahlbarer, sicherer Strom und schnelle Genehmigungen. Jedes neue Rechenzentrum in Deutschland stärkt unsere digitale Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit.“

Zentrale Handlungsfelder

Die Strategie umfasst laut BMDS 28 Maßnahmen in drei zentralen Handlungsfeldern: Energie und Nachhaltigkeit, Standort und Fläche sowie Technologie und Souveränität.

Im Bereich Energie und Nachhaltigkeit geht es darum, Rechenzentren zuverlässig, bezahlbar und umweltverträglich mit Energie zu versorgen. Rechenzentren sollen künftig schneller ans Netz angeschlossen werden. Auch soll die Integration erneuerbarer Energien durch marktlichen Bezug oder Eigenerzeugung gestärkt werden. Weitere zentrale Faktoren für die Planung und den Betrieb von Rechenzentren sind Energieeffizienz und Abwärmenutzung.

Im Handlungsfeld Standort und Fläche geht es um das schnelle Ausweisen und Erschließen von geeigneten Flächen für Rechenzentren. Eine vorausschauende Standort- und Raumordnungsplanung macht die Flächen attraktiv für Investoren und Kommunen. Die Bundesregierung will zudem Planungs- und Genehmigungsverfahren für Rechenzentren beschleunigen, unter anderem durch Praxis-Checks und praxisnahe Auslegung der entsprechenden Rechtsvorschriften.

Technologie und Souveränität sind ein weiteres Handlungsfeld. Rechenzentren, die in Deutschland entstehen, stärken die digitale Souveränität. Nicht nur, weil die Daten physisch in deutschem Einflussgebiet verarbeitet werden, sondern weil dies die Grundlage ist, damit sich darum ein Ökosystem entwickelt. Das will die Bundesregierung laut der BMDS-Meldung mit gezielten Maßnahmen fördern, zum Beispiel durch Stärkung von HPC- und Forschungsnetzwerken, sichere Cloud-Lösungen für Behörden-KI, die Förderung innovativer Rechenzentrumstechnologien oder verbesserte Rahmenbedingungen zur Nutzung souveräner KI- und Cloud-Kapazitäten auf europäischer Ebene.

Umsetzung innerhalb eines Jahres

Zur Umsetzung der Maßnahmen setzt die Bundesregierung laut BMDS auf eine enge Zusammenarbeit mit Bundesländern, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Alle Maßnahmen sollen innerhalb der kommenden 12 Monate gestartet und soweit möglich abgeschlossen werden. Die Strategie soll im jährlichen Abstand aktualisiert werden. Dabei sollen bestehende Maßnahmen nachverfolgt und neue Maßnahmen aufgenommen werden.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik
Am Rande der Sitzung fand der diesjährige Kaminabend auf dem Einsatzgruppenversorger "Frankfurt am Main" der Deutschen Marine statt.

IT-Planungsrat: Deutschland-Stack kommt

[19.03.2026] Der IT-Planungsrat hat sich auf seiner aktuellen Sitzung auf den Aufbau des Deutschland-Stacks als verbindlichen Plattformkern unter Federführung des Bundes, ein gemeinsames Portfolio mit klaren Prioritäten und eine neue föderale Steuerung verständigt. mehr...

Illustration aus der Digitalstrategie

Schleswig-Holstein: Digitalstrategie 2026 vorgestellt

[18.03.2026] Schleswig-Holstein hat seine neue Digitalstrategie beschlossen. Erstmalig waren zentrale Partner aus Kommunen und Zivilgesellschaft systematisch in den Strategieprozess eingebunden, um einen breiten gesellschaftlichen Ansatz zu ermöglichen. mehr...

Vier Männer in dunklen Anzügen sitzen nebeneinander an einem Holztisch, vor sich Dokumente.

Baden-Württemberg: Gemeinsam schneller digital

[17.03.2026] In Baden-Württemberg haben Land und Kommunen eine neue – die inzwischen dritte – E-Government-Vereinbarung unterzeichnet. Das Land will den Roll-out von Verwaltungsleistungen in den Kommunen mit weiteren zehn Millionen Euro finanzieren. mehr...

Thüringen: Land unterstützt Kommunen intensiv

[16.03.2026] Ein neuer Prüfbericht des Thüringer Rechnungshofs sieht beträchtliche Defizite bei der OZG-Umsetzung und der Digitalisierung der kommunalen Verwaltung. In einer Stellungnahme erläutert das Digitalministerium, wie das Land Kommunen unterstützt. mehr...

Estnische Flagge an einem Mast, weht von links nach rechts, im Hintergrund damatisch bewölkter Himmel mit Sonne

Brandenburg: Im Dialog mit Estland

[13.03.2026] Zentrale Fragen der digitalen Verwaltungstransformation diskutierte Brandenburgs Justiz- und Digitalminister Benjamin Grimm mit seiner estnischen Amtskollegin Liisa-Ly Pakosta bei deren Besuch in Potsdam. Es ging um Dateninfrastruktur, KI, Cyber-Sicherheit und digitale Souveränität. mehr...

Mann sitzt auf einem Sofa und tippt auf seinem Laptop.

Mecklenburg-Vorpommern: Staatsmodernisierung als Demokratieprojekt

[12.03.2026] Auf Grundlage der Ende vergangenen Jahres von Bund und Ländern vereinbarten Föderalen Modernisierungsagenda hat das Land Mecklenburg-Vorpommern jetzt 237 Maßnahmen zur Staatsmodernisierung beschlossen. Ziel sei es, damit auch die Zustimmung zur Demokratie insgesamt zu stärken, so Finanz- und Digitalisierungsminister Heiko Geue. mehr...

Kahler Mann im Anzug mit Mikro in der Hand an einem Rednerpult, im Hintergrund zugezogene Jalousien.

Niedersachsen: Neuer Landes-CIO

[11.03.2026] Um die Digitalisierung im Land schneller voranzubringen, hat Niedersachsen bereits im letzten Herbst die Bündelung von Kompetenzen im Innenministerium beschlossen. Nun hat die damals geschaffene Abteilung 4 eine neue Leitung – und das Land damit auch einen neuen Chief Information Officer. mehr...

Außenansicht des klassizistischen Bundesratsgebäudes, im Vordergrund blühender Rhododendron.

Bundesratsinitiative: Entlastungspaket für die Sozialverwaltung

[06.03.2026] Die Sozialverwaltungen stehen vor wachsenden Anforderungen – bei gleichzeitig begrenzten personellen Ressourcen. Um Verfahren zu vereinfachen und Abläufe stärker zu digitalisieren, bringt Hamburg gemeinsam mit weiteren Ländern ein Entlastungspaket mit 24 Maßnahmen in den Bundesrat ein. mehr...

Wehende Flagge mit dem Landeswappen von Sachsen.

Sachsen: Zweites Bürokratieentlastungspaket beschlossen

[05.03.2026] Die sächsische Staatsregierung hat ein zweites Bürokratieentlastungspaket beschlossen. Mit mehr als 30 konkreten Maßnahmen sollen Berichtspflichten reduziert und Planungs- sowie Genehmigungsverfahren beschleunigt werden. Zugleich sollen die Bedingungen für Investitionen verbessert werden. mehr...

Ein professionelles IT-Infrastruktur-Management sorgt für den nötigen Überblick bei der Verwaltungsmodernisierung.

NExT/DigitalService: Nachhaltige Verwaltungsmodernisierung

[04.03.2026] Eine gemeinsame Veröffentlichung von NExT und dem DigitalService des Bundes zeigt Wege zu einer wirksamen Verwaltungsdigitalisierung. Dabei wird deutlich: Nachhaltige Effekte und eine echte Digitalrendite entstehen vor allem durch die gezielte Modernisierung der Verwaltungsstrukturen. mehr...

Thüringen: Digitalkabinett beschließt KI-Strategie

[27.02.2026] Das Thüringer Digitalkabinett hat die KI-Strategie für die Landesverwaltung beschlossen, mit der Prozesse und Antragsverfahren für die Bürger beschleunigt werden sollen. Weitere Beschlüsse betreffen eine engere Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und die ThüringenApp. mehr...

Hessen: Land und Kommunen gestalten Zukunft

[19.02.2026] In Hessen haben das Land und die Kommunalen Spitzenverbände den Zukunftspakt vereinbart, um die kommunale Selbstverwaltung zu stärken. Dies soll durch den Abbau bürokratischer Lasten, eine faire Finanzierung und engere Zusammenarbeit der Ebenen bei der Digitalisierung erreicht werden. mehr...

Notebook auf gelber Tischplatte, darauf liegen Bündel von Euro-Scheinen in variierter Stückelung.

OSBA: Microsoft-Lizenzen haben hohen Preis

[18.02.2026] Die Lizenzkosten der Bundesverwaltung für Microsoft-Produkte steigen seit Jahren, inzwischen liegen sie bei rund einer halben Milliarde Euro. Diese Mittel fehlen für die Modernisierung des Staates, beklagt die OSBA. Stärkere Investitionen in Open Source hingegen unterstützen wichtige digitalpolitische Ziele. mehr...

Baden-Württemberg: Landeseigenes Open-Data-Portal daten.bw freigeschaltet.

Baden-Württemberg: Online-Parteiencheck zur Landtagswahl

[16.02.2026] Zur Landtagswahl in Baden-Württemberg gehen zwei interaktive Entscheidungshilfen online. Der Bitkomat klopft die wichtigsten Themen der baden-württembergischen Digitalpolitik ab und bietet den Wählerinnen und Wählern eine Entscheidungshilfe, der Wahl-O-Mat widmet sich verschiedenen Politikfeldern. mehr...