Schleswig-HolsteinDigitalstrategie 2026 vorgestellt

Der „digital kooperierende Staat“ – das Zielbild der Strategie – beschreibt eine Verwaltung, die Digitalisierung aktiv gestaltet, co-kreiert und gesellschaftliche Wirkung priorisiert.
(Bildquelle: amatik Designagentur/Staatskanzlei SH)
Das Landeskabinett Schleswig-Holstein hat am gestrigen Dienstag (17. März 2026) die Fortentwicklung der ressortübergreifenden Digitalstrategie beschlossen. Diese bildet den zentralen Orientierungsrahmen für die digitale Transformation von Staat, Wirtschaft und Wissenschaft in den kommenden Jahren, teilt die Staatskanzlei mit. An der Fortentwicklung der Strategie haben sämtliche Ministerien mitgewirkt. Erstmals wurde die Strategie auch unter Einbindung zentraler gesellschaftlicher Akteure erarbeitet. So wurde der IT-Verbund Schleswig-Holstein (ITV.SH) als Kompetenzzentrum für die Digitalisierung der Kommunen, der Paritätische Wohlfahrtsverband Schleswig-Holstein als zentraler gesellschaftlicher Akteur und der DigitalHub.SH als Knotenpunkt für Vernetzung zwischen Land, Kommunen und Wirtschaft einbezogen.
Impulse von außen
Digitalisierungsminister Dirk Schrödter stellte die Digitalstrategie 2026 dann auch gemeinsam mit Michael Saitner vom Paritätischen sowie Matthi Bolte-Richter vom ITV.SH vor. „Das Land setzt bei der Digitalisierung auf einen breiten gesellschaftlichen Ansatz. Im Mittelpunkt steht der digital kooperierende Staat“, so Schrödter. Zu der Einbindung von Partnern aus Kommunen und Zivilgesellschaft in den Strategieprozess sagte der Minister: „Die Digitalisierung verändert unser Leben und Zusammenleben sowie unser Arbeiten und Zusammenarbeiten grundlegend. Deswegen ist es wichtig und richtig, gemeinsam zu denken und anzupacken, wenn es darum geht, den digital kooperierenden Staat zu entwickeln.“
Mehr Kooperation von Land und Kommunen
ITV.SH-Geschäftsführer Matthi Bolte-Richter ging auf die Rolle der Kommunalverwaltungen ein. Diese seien zentrale Schnittstellen des demokratischen Rechtsstaats, eine konsequente Digitalisierung sei essenziell – und erfordere gemeinsames Vorgehen: „Die kommunale Digitalisierung erfordert eine enge Kooperation zwischen Land und Kommunen, die durch vielfältige Unterstützungsangebote und die Entwicklung einer landesweiten Digitalstrategie gestärkt wird, insbesondere vor dem Hintergrund kommunaler Finanzengpässe.“ Michael Saitner, geschäftsführender Vorstand des Paritätischen Schleswig-Holsteins, begrüßte, dass die Landesregierung mit ihrer neuen Digitalstrategie den Menschen und den konkreten Nutzen der Digitalisierung für die Gesellschaft in den Vordergrund rücke: „Dafür braucht es mehr als technische Lösungen: Wir müssen diejenigen, die es betrifft, von Anfang an einbeziehen – als Expertinnen und Experten in eigener Sache. Nur so können digitale Angebote entstehen, die tatsächlich ankommen und niemanden zurücklassen.“
Zusammenarbeit im Fokus
Insgesamt umfasst die Digitalstrategie sechs Themenschwerpunkte, die unter dem Zielbild eines digital kooperierenden Staates zusammengeführt werden. Dabei entscheidend sei nicht mehr nur die Digitalisierung einzelner Prozesse, sondern eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft, erläutert Schrödter. Die Kernpunkte der Strategie sind unter anderem:
- Verwaltung, Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen sollen künftig stärker vernetzt zusammenarbeiten, damit staatliche Leistungen einfacher und transparenter werden. Als konkrete Maßnahme wird die Integration der in Estland entwickelten „Datenautobahn“ X-Road in die E-Government-Infrastruktur benannt.
- Die Ende-zu-Ende-Digitalisierung von Verwaltungsverfahren soll künftig vollständig digitale Abläufe ermöglichen. Dazu gehören die Umsetzung des Once-Only-Prinzips, digitale Assistenzen oder digitale Knotenpunkte, die digitale Teilhabe gewährleisten.
- Unternehmen sollen Verfahren wie Gründungen, Genehmigungen oder Förderanträge künftig vollständig digital abwickeln können.
- Mitarbeitende der Verwaltung sollen mit modernen digitalen Werkzeugen intensiver über Fachgrenzen hinweg zusammenarbeiten, um Aufgaben schneller und datenbasiert zu lösen.
- Die Schaffung eines digitalisierungsfreundlichen Rechtsrahmens soll effizientere Verwaltungsprozesse ermöglichen.
- Konsequenter Fokus auf digitale Souveränität, Offenheit, Open Source und Transparenz für eine unabhängige, sichere und zukunftsfähige Verwaltung. So baut das Land mit dem Open Source Program Office Schleswig-Holstein (OSPO SH) eine zentrale Struktur auf, um offene Softwareentwicklung zu fördern, Wissen zu vernetzen und öffentlich finanzierte Software für Verwaltung und Gesellschaft nutzbar zu machen.
Die digitale Transformation sei eine Gemeinschaftsaufgabe, betonte der Digitalminister. Schleswig-Holstein setze daher auf ein kooperatives digitales Ökosystem, in dem Verwaltung, Kommunen, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft miteinander an Lösungen arbeiten – die Digitalstrategie bündle Kräfte und vernetze Akteure.
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