ThüringenKI-Suite für Juris

Künstliche Intelligenz unterstützt ab sofort die Thüringer Justiz.
(Bildquelle: 3dkombinat/adobe.stock.com)
Seit dem 1. Juni 2026 steht allen Juris-Anwendern in der Thüringer Justiz die Juris-KI-Suite zur Verfügung. Juris ist eine juristische Fachdatenbank – eine digitale Bibliothek für Gesetze, Rechtsprechung und juristische Fachliteratur. Mit der neuen KI-Funktion erhalten die Beschäftigten nach Angaben des Justizministeriums des Freistaats ein Assistenzsystem, das juristische Recherche erleichtert, Fachinformationen schneller erschließt und die tägliche Arbeit spürbar entlasten kann.
Die Juris-KI-Suite ergänzt die bisherige Schlagwortsuche um die Möglichkeit, konkrete Fachfragen in natürlicher Sprache zu stellen, heißt es in der Pressemeldung weiter. Die Antworten werden nach dem Prinzip der Retrieval Augmented Generation erstellt: Die KI greift dabei ausschließlich auf Inhalte der Juris-Datenbank zurück und verweist auf die zugrunde liegenden Fundstellen. „Mit der Juris-KI-Suite geben wir den Beschäftigten der Thüringer Justiz ein modernes Werkzeug an die Hand, das dort unterstützt, wo im Arbeitsalltag viel Zeit gebunden wird: bei Recherche, Einordnung und Strukturierung juristischer Informationen“, erklärt Justizministerin Beate Meißner.
Für die Beschäftigten bedeutet das: ein schnellerer Einstieg in komplexe Themen, bessere Orientierung in umfangreichen Rechtsfragen und mehr Unterstützung bei der Strukturierung juristischer Argumente. Meißner betont: „Gerade in Zeiten steigender Anforderungen darf die Justiz nicht hinter der technologischen Entwicklung zurückbleiben. Wir nutzen KI verantwortungsvoll — für bessere Arbeitsbedingungen und eine leistungsfähige Rechtspflege.“
Die Nutzung der Juris-KI-Suite ist laut Justizministerium freiwillig. Die klassische Juris-Suche bleibt weiterhin verfügbar. Zugleich würden die Beschäftigten der Thüringer Justiz im Umgang mit dem System geschult und für mögliche Risiken sensibilisiert. Dazu gehörten insbesondere die sorgfältige Prüfung KI-generierter Ergebnisse, der Schutz personenbezogener und justizinterner Daten sowie das Bewusstsein dafür, dass KI ein Assistenzsystem bleibt. Entscheidungen in Rechtssachen und deren abschließende Begründung blieben ausschließlich Aufgabe der zuständigen Mitarbeiter in der Justiz.
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