DataVaultsSicherer Datenmarktplatz

[24.08.2023] Eine vertrauenswürdige Plattform für die Weitergabe personenbezogener Daten ist im EU-Projekt DataVaults erarbeitet worden. Privatpersonen können ihre Daten an einem sicheren Ort sammeln und nach benutzerdefinierten Richtlinien mit Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen fair vergütet teilen.

An einer vertrauenswürdigen Plattform für den Austausch und die gemeinsame Nutzung personenbezogener Daten wurde im EU-Projekt DataVaults geforscht. Wie das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS berichtet, haben 17 Partner an der Infrastruktur gearbeitet. Gestartet ist das Horizon 2020-Projekt vor drei Jahren. Nun sei das Vorhaben erfolgreich abgeschlossen. Die zentrale Komponenten des Projekts stehen zur Nachnutzung bereit.
„Mit DataVaults haben wir Technologien für einen Datenmarktplatz erforscht und entwickelt, die den vertrauensvollen, effizienten und DSGVO-konformen Austausch von personenbezogenen Daten ermöglichen“, erklärt Yury Glikman, Projektleiter und stellvertretender Leiter des Geschäftsbereichs Digital Public Services bei Fraunhofer FOKUS. „DataVaults erlaubt es Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen, einen sicheren Kanal zur Datenerfassung für Privatpersonen einzurichten. Zugleich schafft unser Ökosystem Transparenz für Privatpersonen und ermöglicht ihnen die vollständige Kontrolle darüber, welche Daten sie unter welchen Bedingungen teilen.“

Daten souverän teilen

Konkret haben die Projektpartner unter der Leitung des Fraunhofer FOKUS eine Architektur entwickelt, die es Privatpersonen erlaubt, ihre personenbezogenen Daten aus verschiedenen Quellen – etwa aus sozialen Netzwerken – an einem sicheren Ort zu sammeln und über eine persönliche App zu verwalten. Nach benutzerdefinierten Richtlinien können sie diese Daten teilen, erklärt das Fraunhofer-Institut. Organisationen können Zugang zu diesen Daten beantragen und diese auf Basis intelligenter Verträge kaufen. Die cloudbasierte DataVaults-Plattform stelle dabei Services für die Sammlung, Aufbereitung, Indizierung und Veröffentlichung von Daten bereit. Werkzeuge für die Verknüpfung von Daten und innovative Analysemethoden sollen es den beteiligten Organisationen ermöglichen, tatsächliche Mehrwerte aus den Daten abzuleiten. Die Entscheidungshoheit liege dabei jederzeit bei den Privatpersonen, die für das Teilen ihrer Daten fair vergütet werden.
Unter realen Bedingungen getestet wurde DataVaults von fünf Demonstratoren, heißt es im Bericht des Fraunhofer-Instituts außerdem. Demnach wurde die Lösung in den Bereichen Verwaltung, Tourismus, Energie, Mobilität und Gesundheitswesen erprobt. Angestrebt worden sei beispielsweise eine Verbesserung von Verwaltungsleistungen, die Gestaltung einer effizienteren Verkehrsplanung oder die Entwicklung personalisierter Touristikdienstleistungen.

Bestmöglich bewertet

Die jetzt nachnutzbaren Komponenten stehen Open Source zur Verfügung. Die Mitglieder des Projektkonsortiums wollen die Plattform in unterschiedlichen Bereichen nutzen. Sie prüfen laut Fraunhofer FOKUS derzeit, in welchen neuen Projekten sie eingesetzt werden kann.
Das Projekt hat die bestmögliche Bewertung seitens der EU-Kommission erhalten, berichtet das Institut des Weiteren. Demnach verknüpft die Methodik von DataVaults erfolgreich etablierte Sicherheits- und Datenschutzstandards, datenschutzfreundliche Analysen, Kontrollmöglichkeiten und Mechanismen für den Datenaustausch zu einer einheitlichen Lösung, die mit den aktuellen EU-Regularien und ethischen Standards übereinstimme. Daneben sei DataVaults durch das Innovation Radar der EU-Kommission analysiert und als ausgereifte Innovation mit hohem Marktpotenzial anerkannt worden.
Der Geschäftsbereich Digital Public Services (DPS) beim Fraunhofer FOKUS hat insbesondere das Architekturdesign der Plattform sowie das Design und die Implementierung von Komponenten für die Sammlung, Indizierung, Verknüpfung und Veröffentlichung der Daten verantwortet. Die Werkzeuge basieren auf PIVEAU, einer bei DPS entwickelten Software für die Aufbereitung, Integration, Veröffentlichung und Katalogisierung von Daten.



Stichwörter: Panorama, Fraunhofer FOKUS


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