BMDSKonsultation für die Rechenzentrumsstrategie

[27.08.2025] Mehr Rechenpower, damit Deutschland im globalen KI-Wettlauf vorne mitspielt – dies soll in den Worten von Digitalisierungsminister Karsten Wildberger mit einer nationalen Rechenzentrumsstrategie erreicht werden. Zu deren Erarbeitung begann nun eine Konsultation.
Modernes Rechenzentrum, ein IT-Techniker schiebt einen Wagen zwischen den Reihen der Server-Racks hindurch.

Die Rechenzentrumsstrategie soll Deutschland für das KI-Zeitalter fit machen.

(Bildquelle: gorodenkoff/123rf.com)

Der Koalitionsvertrag für die 21. Legislaturperiode sieht vor, Deutschland als Rechenzentrumsstandort zu stärken. Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) hat nun einen Beteiligungsprozess zur Erarbeitung einer nationalen Rechenzentrumsstrategie gestartet. Ziel ist es laut BMDS, Deutschland als leistungsfähigen, nachhaltigen und souveränen Rechenzentrumsstandort zu positionieren und damit – vor allem vor dem Hintergrund steigender KI-Nutzung – eine Grundlage für Innovation, Wirtschaftswachstum und technologische Souveränität zu schaffen. „Wir müssen jetzt handeln und massiv Rechenkapazitäten aufbauen, um KI-Modelle auf unserer IT-Infrastruktur entwickeln und trainieren zu können. Deutschland hat enormes Potenzial. Wir sind ein wichtiger digitaler Knoten in Europa und können mit der richtigen Strategie die Führung übernehmen. Dazu wollen wir zentrale Stakeholder zusammenzubringen und auf dem Wissen und Know-how aus Wirtschaft und Gesellschaft aufbauen“, sagt Bundesminister Karsten Wildberger.

Breit angelegte Beteiligung

Die Online-Konsultation richtet sich an Betreiber von Rechenzentren, Energieversorger und Netzbetreiber, Kommunen und Länder, IT-Unternehmen, Glasfasernetzbetreiber, Immobilienentwickler sowie Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft. Bis zum 21. September 2025 können alle Interessierten ihre Vorschläge beisteuern. Das Ergebnis der Konsultation soll in ein Strategiepapier einfließen, das ein Leitbild für den Rechenzentrumsstandort Deutschland festlegen, zentrale Handlungsfelder definieren und in einem Sofortprogramm konkrete Maß-nahmen benennen soll. Das BMDS nennt bereits mögliche Handlungsfelder der geplanten Strategie. Diese umfassen demnach:

  • Bessere Rahmenbedingungen, namentlich Planungs- und Genehmigungserleichterungen für neue Rechenzentrumsprojekte,
  • gesicherte Stromversorgung und schnelleren Stromnetzanschluss,
  • die Entwicklung aktueller und neuer Standorte durch integrierte Planung,
  • Rechenzentren für Cloud und KI, Infrastruktur der öffentlichen Verwaltung sowie Supercomputer und
  • Innovation und Nachhaltigkeit durch innovative Technik.

Die nationale Rechenzentrumsstrategie soll bis Jahresende vorliegen. Sie soll bestehende Initiativen bündeln und um konkrete Maßnahmen ergänzen. Erarbeitet wird sie vom BMDS gemeinsam mit dem Bundeswirtschaftsministerium (BMWE), dem Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), dem Bundesfinanzministerium (BMF) und dem Bundeskanzleramt.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: IT-Infrastruktur
interview

Interview: Access-Wildwuchs beenden

[22.10.2026] Schleswig-Holstein setzt bei der Ablösung von Microsoft Access-Anwendungen auf die Low-Code-Plattform A12 von mgm und den Aufbau eigener Entwicklungskompetenzen. Auf der Smart Country Convention 2026 sprach move – moderne verwaltung mit Digitalminister Dirk Schrödter und mgm-Geschäftsführer Hamarz Mehmanesh über digitale Souveränität, die Modernisierung von Fachverfahren und die Rolle Künstlicher Intelligenz bei der künftigen Softwareentwicklung. mehr...

Ausschreibung: Neue Anlaufstelle für Datenräume

[06.10.2026] Das BMDS hat eine zentrale Anlaufstelle für Datenräume ausgeschrieben. Der geplante Data Spaces Hub Germany soll Unternehmen und Verwaltung beim Einstieg unterstützen, Akteure vernetzen und öffentlichen Stellen bei der Einbindung von Verwaltungsdaten helfen. mehr...

Delos Cloud: Partnerschaft mit adesso

[25.09.2026] adesso nimmt die Delos Cloud in sein Portfolio für den Public Sector auf. Behörden und Kommunen sollen damit Microsoft-Technologien unter besonderen Anforderungen an Datenschutz, IT-Sicherheit und digitale Souveränität nutzen können. mehr...

Das passende Vorgehensmodell zu wählen
bericht

Open Source: Abhängigkeit wird zum Betriebsrisiko

[22.09.2026] Der Erfolg von Digitalisierungsprojekten hängt auch davon ab, wie viel Kontrolle Behörden über die eingesetzten IT-Systeme behalten. Open-Source-Lösungen bieten einen Ansatz, um Abhängigkeiten zu reduzieren – insbesondere dann, wenn offene Plattformen mit Standards, interoperablen Schnittstellen und Low Code verbunden werden. mehr...

Rechenzentrumsstrategie: RZ-Ausbau ist auf Kurs

[21.09.2026] Sechs Monate nach dem Beschluss der Nationalen Rechenzentrumsstrategie zieht die Bundesregierung eine erste Bilanz: 25 der insgesamt 28 Maßnahmen sind angelaufen, vier davon bereits abgeschlossen. Bis 2030 sollen sich die Rechenzentrumskapazitäten in Deutschland mindestens verdoppeln. mehr...

OSBA: Open-Source-Quote für IT-Ausgaben

[18.09.2026] Mindestens 20 Prozent der Software-Ausgaben des Bundes sollen nach dem Willen der Open Source Business Alliance künftig in Open-Source-Lösungen fließen. Der Verband schlägt vor, den IT-Zustimmungsvorbehalt des Bundesdigitalministeriums für eine entsprechende Steuerung der Beschaffung einzusetzen. mehr...

IT-Planungsrat: Projekt Infrastructure as Code

[16.09.2026] Der IT-Planungsrat hat ein Projekt zu Infrastructure as Code abgeschlossen. Die Ergebnisse zeigen: Automatisierte Cloud-Infrastrukturen erfordern neben technischen Lösungen auch neue Prozesse, Rollen und Kompetenzen in der Verwaltung. mehr...

interview

Interview: Fundament des mobilen Arbeitsplatzes

[18.08.2026] Materna Virtual Solution bietet mit SecurePIM einen mobilen Arbeitsplatz, der den hohen Sicherheitsanforderungen von Behörden entspricht. Nun kooperiert das Unternehmen mit Wire, einem Anbieter souveräner Kommunikationslösungen. move – moderne verwaltung sprach mit Daniel Zimmermann von Materna Virtual Solution und Oliver Brown von Wire über die Vorteile der Zusammenarbeit für die Kunden der beiden Unternehmen. mehr...

Finger auf Computertastatur - Nahaufnahme

Registermodernisierung: Identitätsdatenabruf im Regelbetrieb

[30.07.2026] Das Bundesverwaltungsamt und die Bundesagentur für Arbeit haben in einem Pilotprojekt einen wichtigen Meilenstein im Großprojekt Registermodernisierung erreicht: Die Arbeitsagentur nutzt den Anschluss an das Verfahren zum Identitätsdatenabruf als erste registerführende Stelle im Regelbetrieb. mehr...

Ein Zukunftskongress-Spezial nimmt den Status quo der Verwaltungsdigitalisierung hierzulande in den Blick.

BVA: Produkte der Dienstekonsolidierung übernommen

[21.07.2026] Im Programm Dienstekonsolidierung – als Teil der 2015 beschlossenen IT-Konsolidierung des Bundes – wurden für grundlegende Verwaltungsaufgaben ressortübergreifend einheitliche IT-Lösungen entwickelt. Nun ging die Verantwortung für die Weiterführung von 16 Maßnahmen des Programms an das Bundesverwaltungsamt über. mehr...

Person mit hellem Hemd hält virtuelle Deutschlandkarte in schwarz-rot-gold in den Händen.

Registermodernisierung: Once Only erreicht die Praxis

[02.07.2026] Erste Verwaltungsverfahren aus den Bereichen Bauantrag und Gewerbeanmeldung greifen im Echtbetrieb auf das NOOTS zu. In Bayern und Nordrhein-Westfalen fließen somit Informationen, die bereits in öffentlichen Registern vorliegen, direkt in Verwaltungsprozesse ein. mehr...

Rechenzentrum von innen, Blick in eine Gasse mit blau beleuchteten Server-Racks.

BAMF: Fachverfahren ziehen nach Bonn

[02.07.2026] Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) mit Sitz in Nürnberg betreibt seine fast 100 IT-Fachverfahren ab sofort im hochmodernen Rechenzentrum des ITZBund in Bonn. Gestartet wurde das IT-Großprojekt bereits 2017. 
 mehr...

Materna Virtual Solution: WorkSPACE für indigo

[29.06.2026] Mit WorkSPACE für indigo ermöglicht das Unternehmen Materna Virtual Solution jetzt ein hochsicheres und ultramobiles Arbeiten. Mitarbeitende von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben seien somit in der Lage, schnell und einfach VS-NfD-eingestufte Informationen mobil auf ihrem iPad oder iPhone zu verarbeiten.  mehr...

Composite: eine menschliche Hand vor einem hellen Hintergrund mit türkisfarbenen, abstrakten Strukturen, die Hand berührt ein 6_eck auf dem das Wort "Data" steht.

Berlin: Landesweites Datenmanagement beschlossen

[18.06.2026] Der Berliner Senat hat Handlungsempfehlungen für den Aufbau eines Data Hubs als zentralem Knotenpunkt für die Datenarbeit beschlossen. Die Open-Source-basierte Plattform soll Daten aus verschiedenen Quellen bündeln und den Übergang in einen landesweiten Betrieb vorbereiten. mehr...

Nahaufnahme einer Straßenbaustelle aus der Froschperspektive, im Vordergrund rauer Asphalt, im Hintergrund unscharf orange gekleidete Arbeiuter und ein Walzenfahrzeug

Sachsen-Anhalt: Gemeinsame Datenumgebung für BIM

[09.06.2026] Sachsen-Anhalt führt bei der Landesstraßenbaubehörde eine gemeinsame digitale Datenumgebung für Straßen- und Brückenbauprojekte ein. Die Plattform soll BIM-Prozesse bündeln, aktuelle Projektdaten bereitstellen und Abstimmungen im Bauablauf nachvollziehbarer machen. mehr...