Nordrhein-WestfalenVerwaltungswissen für die KI

„Mit einer eigenen KI-Sprache wollen wir die Verwaltung effizienter und noch bürgernäher machen – und das bei höchster Datensicherheit“, sagt Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung in NRW.
(Bildquelle: MHKBD NRW)
KI-Sprachmodelle haben die Art und Weise verändert, wie Menschen mit Künstlicher Intelligenz (KI) arbeiten. Für viele Behörden im öffentlichen Dienst stellen die etablierten Lösungen aber ein Datenschutz- und Sicherheitsrisiko dar. Das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (Fraunhofer IIS) hat in einem breiten Partnernetzwerk ein effizient trainiertes europäisches Sprachmodell entwickelt. Teuken-7B erfüllt die Datenschutzstandards der Europäischen Union – und steht als Open-Source zur Verfügung. Auf dieser Basis wurde in Nordrhein-Westfalen eine eigene KI-Verwaltungs-Applikation geschaffen. Im neuen Projekt GovTeuken hat der Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) die Lösung NRW.Genius geschaffen. Nun geht es darum, ein KI-Sprachmodell zu entwickeln, welches auf die speziellen Bedürfnisse der öffentlichen Verwaltung zugeschnitten ist. Durch die geplante Einbindung des Sprachmodells GovTeuken soll NRW.Genius Verwaltungsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter in Zukunft besser unterstützen, etwa bei der Zusammenfassung von Dokumenten und Texten.
Bundesweite Nachnutzung wird angestrebt
Die Besonderheit des Projekts ist, dass das KI-Sprachmodell mit großen Mengen an Verwaltungsdaten gezielt weitertrainiert wird, damit es Verwaltungssprache und -abläufe besser versteht. Ziel ist eine künstliche Intelligenz, die Verwaltungssprache, Abläufe und Regeln versteht, vereinfacht und erklärt. Im Verwaltungsassistenz NRW.Genius selbst sollen Behörden künftig eigene Datensammlungen anlegen können , um den Assistenten mit fachspezifischem Wissen zu versorgen. Gleichzeitig wird die technische KI-Plattform weiterentwickelt, sodass Künstliche Intelligenz künftig als Dienstleistung für Fachanwendungen nutzbar wird.
Koordiniert wird GovTeuken von IT.NRW, der Technologiepartner ist das Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (Fraunhofer IAIS) in Sankt Augustin. „Das Vorhaben schließt bestehende Lücken, indem es speziell die Anforderungen der Verwaltung in den Fokus nimmt und damit allgemein orientierte Modelle optimal erweitert. Die modulare Architektur des Projekts ermöglicht einen bundesweiten Einsatz mit möglichst wenigen Anpassungen,“ erläutert IT.NRW-Präsident Oliver Heidinger. Nach erfolgreicher Pilotierung in der nordrhein-westfälischen Landesverwaltung soll GovTeuken nach dem „Einer-für-Alle“-Prinzip auch anderen Verwaltungen in Deutschland zur Verfügung stehen. Das Projekt wird von dem IT-Planungsrat des Bundes und der Länder mit 676.200 Euro gefördert.
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