Nordrhein-WestfalenKI-Chatbot für die Finanzverwaltung

[05.08.2026] Nordrhein-Westfalens Finanzverwaltung erprobt mit FinAssist.NRW eine selbst entwickelte KI-Lösung im Ministerium und in drei Finanzämtern. Die Anwendung läuft im eigenen Rechenzentrum und kann deshalb auch für sensible interne und steuerliche Daten eingesetzt werden.
Nahaufnahme einer Hand eines futuristischen Roboters, der auf einer Tastatur tippt.

EIn KI-Chatbot soll die Arbeit der Finanzverwaltung NRW erleichtern.

(Bildquelle: zaywinhtal/123rf.com)

In Nordrhein-Westfalen macht die digitale Transformation der Finanzverwaltung weitere Fortschritte. Mit FinAssist.NRW startet die Finanzverwaltung den Praxistest einer selbst entwickelten KI-Lösung, die im eigenen Rechenzentrum betrieben wird. Seit Juni 2026 testen die Finanzämter Solingen, Oberhausen-Nord und Gütersloh den Chatbot als ersten Ausbauschritt der neuen Plattform unter realen Bedingungen. In dieser Woche startet der Testlauf auch im Ministerium der Finanzen. Die gewonnenen Erfahrungen sollen unmittelbar in die Weiterentwicklung und die schrittweise Ausweitung des Praxistests einfließen, so das Finanzministerium.
Nach erfolgreicher Evaluation sollen im Laufe des Jahres weitere Finanzämter und Behörden in den Testlauf einbezogen werden. Parallel will die Finanzverwaltung die notwendige technische Infrastruktur weiter ausbauen.

Innovationen souverän in die Praxis bringen

Statt ausschließlich auf externe KI-Angebote mit begrenzter Kontrolle über Daten und Verarbeitungsprozesse zu setzen, entwickelt die Finanzverwaltung mit FinAssist.NRW eine eigene Lösung für ihre besonderen Anforderungen. Der Fokus liegt auf der Verwendung frei verfügbarer Software und offener Standards. Diese werden gezielt an die Bedürfnisse der Finanzverwaltung angepasst, um ein modulares und souveränes System zu schaffen.
Weil KI-Tools für die öffentliche Verwaltung gleichzeitig sicher und praxistauglich sein müssten, setze die Finanzverwaltung NRW auf eine Multi-Vendor-Strategie und Technologieoffenheit, erläutert Finanzminister Marcus Optendrenk: „So konnten unsere mehr als 30.000 Beschäftigten bereits frühzeitig KI im Arbeitsalltag für unkritische Anwendungsfälle nutzen und ihre Kompetenzen im Prompting erweitern. Für die Verarbeitung von sensiblen Daten entwickeln wir passgenaue Werkzeuge selbst. So verbinden wir Technologieoffenheit mit Verantwortung und bringen Innovation schnell in die Praxis.“

Volle Datensouveränität

FinAssist.NRW unterstützt Beschäftigte künftig bei einer Vielzahl von Aufgaben im Arbeitsalltag. Die Anwendung kann interne Dokumente analysieren und zusammenfassen, Entwürfe für Texte erstellen, E-Mail-Verläufe strukturieren sowie Aufgabenlisten ableiten. Darüber hinaus verfügt die KI-Lösung über Funktionen zur Transkription gesprochener Sprache und zur automatisierten Texterkennung aus Dokumenten und handschriftlichen Notizen.
Ein entscheidender Vorteil der Lösung liegt in ihrer technischen Architektur. Wie auch der Verwaltungsassistent NRW.Genius (wir berichteten) wird FinAssist.NRW vollständig auf den Servern des eigenen Rechenzentrums der Finanzverwaltung betrieben. Dadurch können auch personenbezogene Daten, interne Informationen und Steuerdaten datenschutzkonform verarbeitet werden. Die Daten verlassen den geschützten Bereich der Finanzverwaltung nicht; ebenso wenig werden sie für das Training von KI-Modellen genutzt.





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