Capgemini-StudieLücke zwischen KI-Ambitionen und Umsetzung

[21.09.2026] Öffentliche Organisationen setzen zunehmend auf Künstliche Intelligenz. Doch nur 28 Prozent schaffen es, KI-Projekte erfolgreich vom Piloten in den Regelbetrieb zu überführen. Eine neue Capgemini-Studie zeigt: Entscheidend für den Erfolg sind weniger die KI-Modelle als Datenqualität, Governance und organisatorische Reife.

Für die Studie wurden 600 Führungskräfte öffentlicher Organisationen in 16 Ländern befragt, darunter 50 aus Deutschland.

(Bildquelle: Capgemini)

Das Capgemini Research Institute hat die Studie „Data and AI in Government 2026 – From AI Ambition to Operational Maturity“ veröffentlicht. Dafür wurden 600 Führungskräfte öffentlicher Organisationen in 16 Ländern befragt, darunter 50 aus Deutschland. Eine zentrale Erkenntnis: Zwischen KI-Ambitionen und produktivem Einsatz besteht weiterhin eine deutliche Lücke. Weltweit gelingt es lediglich 28 Prozent der Organisationen, KI-Projekte erfolgreich vom Pilotprojekt in den Regelbetrieb zu überführen. 70 Prozent berichten, dass Betrieb, Monitoring und Weiterentwicklung aufwendiger sind als erwartet.

Datengrundlage ist entscheidend

Als entscheidender Faktor erweist sich die Datengrundlage. 80 Prozent nennen Datenqualität und -verfügbarkeit als wesentliche Hürde, 71 Prozent erklären, dass ihre Datenbasis nicht mit ihren KI-Ambitionen Schritt hält. Erfolgreiche Organisationen zeichnen sich laut Studie daher weniger durch bestimmte KI-Technologien als durch organisatorische Reife aus. Dazu gehören eine funktionierende Data Governance, technische Interoperabilität, klare Verantwortlichkeiten und skalierbare Betriebsmodelle.

Probleme beim Regelbetrieb

Deutschland schneidet bei der KI-Reife vergleichsweise gut ab: 44 Prozent der befragten Organisationen zählen laut Capgemini zu den KI-Vorreitern, weltweit sind es 25 Prozent. Bei der erfolgreichen Skalierung liegt Deutschland mit 28 Prozent allerdings nur auf internationalem Niveau. KI wird hierzulande besonders häufig für Betrugserkennung und Dokumentenverarbeitung eingesetzt, während bei entscheidungsnahen Anwendungen größere Zurückhaltung besteht.

Auch digitale Souveränität rückt in den Mittelpunkt. 84 Prozent der deutschen Befragten äußern Sorgen hinsichtlich der Cloud-Souveränität, 76 Prozent berichten zugleich von einer hohen Abhängigkeit von ausländischen Cloud-Anbietern.

Hebel für einen Modernisierungssprung

„Viele Behörden erkennen, dass KI nicht nur der nächste Technologieschritt ist, sondern auch ein Hebel für einen Modernisierungssprung sein kann“, sagt Frank Jacobsen, Leiter Public Sector in Deutschland bei Capgemini. Nun komme es darauf an, „die vorhandene Daten- und KI-Reife in skalierbare Lösungen und einen spürbaren Mehrwert für Bürgerinnen und Bürger zu übersetzen“.





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