Cloud and AI Development Act„Open Source First“ nicht eingelöst

Im geplanten Cloud and AI Development Act der EU fehlen nach Auffassung der OSBA verbindliche Open-Source-Vorgabe.
(Bildquelle: Guillaume Périgois/Unsplash)
Die Open Source Business Alliance (OSBA), der Bundesverband für digitale Souveränität, fordert Nachbesserungen am geplanten Cloud- und KI-Entwicklungsgesetz (Cloud and AI Development Act, kurz: CADA) der Europäischen Union. Der Gesetzentwurf der EU-Kommission betrifft den Ausbau von Rechenzentren, die Beschaffung von Cloud-Diensten und KI sowie deren souveränen Betrieb. Nach Ansicht der OSBA bleibt der Entwurf hinter den eigenen Zielen der Kommission zurück: Während die begleitende EU-Open-Source-Strategie technologische Abhängigkeiten als strategischen Nachteil benenne, fehle im CADA eine konsequente Verpflichtung zu Open Source. Das Kapitel „Open Source First“ werde seinem Titel nicht gerecht, kritisiert der Verband.
Souveränitäts-Check für die Beschaffung
Open Source soll nach den Vorstellungen der OSBA verbindlich Vorrang erhalten. Für die zentrale Beschaffung verlangt sie einen Souveränitäts-Check: Wer proprietäre Lösungen kauft, müsse dies begründen. Offene Cloud-Stacks und Open-Source-Middleware sollen auch bei Rechenzentren und der KI-Entwicklung zum Standard werden. Rechenzentren mit offenen Cloud-Stacks und Open-Source-Software sollten Vorrang erhalten. Anbieterwechsel und Datenportabilität müssten gesichert sein. Zudem fordert der Verband, dass die Kommission Sicherheitsniveaus nicht nachträglich absenken und keine proprietären KI-Werkzeuge aus Drittstaaten vorschreiben dürfe.
Kontrolle über die Technik behalten
Als Beispiele für offene Souveränitätsfragen nennt die OSBA die KI-Partnerschaft der Bundesregierung mit dem US-Konzern Nvidia und die geplante gemeinsame Cloud von Bundesnachrichtendienst, Verfassungsschutz und Militärischem Abschirmdienst. Diese soll nach den vom Verband angeführten Recherchen von NDR und WDR auf Technologie des US-Konzerns Google basieren. Die OSBA sieht Klärungsbedarf bei der Kontrolle über Software, Updates und Weiterentwicklung sowie beim herstellerunabhängigen Betrieb.
„Wer sichere und souveräne KI will, braucht Transparenz, Kontrolle und souveräne Clouds, und die gibt es nur mit Open Source“, erklärt der OSBA-Vorstandsvorsitzende Peter Ganten. Der Digital-Gipfel am 2. und 3. in Berlin sei eine Gelegenheit, verbindliche Vorgaben für Open Source auf Bundes- und EU-Ebene mit den Teilnehmenden aus ganz Europa zu diskutieren. „Die Bundesregierung muss diese Chance nutzen“, so Ganten.
Fraunhofer FOKUS: Geschäftsbereich für souveräne digitale Systeme
[29.10.2026] Fraunhofer FOKUS bündelt im neuen Geschäftsbereich SPIN seine Arbeit an sicheren und souveränen digitalen Systemen. Verwaltungen, Infrastrukturbetreiber und Unternehmen sollen Unterstützung bei Architektur, Entwicklung und Betrieb ihrer Systeme erhalten. mehr...
Interview: Ressourcen als größte Hürde
[26.10.2026] Multi-Cloud-Strategien, Registermodernisierung und Künstliche Intelligenz: Die öffentliche Verwaltung steht vor der Herausforderung, ihre IT-Infrastrukturen zu modernisieren und gleichzeitig digitale Abhängigkeiten zu reduzieren. Darüber sprach move – moderne verwaltung mit Philip Zweihoff von conet auf der Smart Country Convention 2026. mehr...
Interview: Souveränität heißt Kontrolle
[21.10.2026] Digitale Souveränität, sichere Verschlüsselung und die Bedrohung durch Quantencomputer: Die öffentliche Verwaltung muss sich auf neue Herausforderungen einstellen. Warum die Kontrolle über kryptografische Schlüssel entscheidend ist, erläutert Rasmus Lemke von Thales im Interview mit move – moderne verwaltung auf der Smart Country Convention 2026. mehr...
Bayern: Wahlfreiheit bei Technologien
[19.10.2026] Bei einem Souveränitätsgipfel in Berlin hat Bayerns Digitalminister Fabian Mehring vor den Risiken technologischer Abhängigkeiten gewarnt. Statt digitaler Abschottung fordert er europäische Alternativen, offene Schnittstellen und eine strategische IT-Beschaffung. mehr...
Interview: Souveränität hat drei Pfeiler
[19.10.2026] Für Heiner Genzken sind Datenschutz, Resilienz und europäische Wertschöpfung die entscheidenden Säulen digitaler Souveränität. Im Interview mit move - moderne verwaltung auf der Smart Country Convention 2026 erläutert der A1-Digital-Experte, warum das so ist. mehr...
openDesk: Pilotangebot auf dem Marktplatz gestartet
[14.10.2026] Das Zentrum für Digitale Souveränität und die Genossenschaft govdigital bringen openDesk als Software-as-a-Service auf den Marktplatz Deutschland Digital. Pilotpakete sind buchbar, das Produktivangebot für Januar 2027 angekündigt. Es richtet sich an Länder und Kommunen. mehr...
Nordrhein-Westfalen: Neues Rechenzentrum stärkt digitale Souveränität
[28.09.2026] Die Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalen hat in Kaarst bei Düsseldorf ein neues Rechenzentrum eröffnet. Der weitgehend klimaneutral betriebene Standort bildet das digitale Rückgrat für mehr als 100 Finanzämter und über 30.000 Beschäftigte. mehr...
mIT: Cloud-Stack fürs eigene Rechenzentrum
[17.09.2026] Öffentliche Verwaltungen und Unternehmen können die Cloud-Plattform der mitteldeutschen IT künftig als Private Cloud im eigenen Rechenzentrum betreiben. Damit sollen insbesondere Organisationen mit hohen Anforderungen an Datenschutz und digitale Souveränität angesprochen werden. mehr...
moresophy: KI braucht Transparenz
[16.09.2026] Ein europäischer Hosting-Standort allein sorgt noch nicht für digitale Souveränität beim Einsatz Künstlicher Intelligenz. Nach Einschätzung von Professor Heiko Beier von moresophy sind ebenso Kontrolle über Daten und Nachvollziehbarkeit der KI-Ergebnisse entscheidend. mehr...
Mecklenburg-Vorpommern/Schwarz Digits: Kooperation für souveräne Landes-IT
[08.09.2026] Mecklenburg-Vorpommern baut gemeinsam mit Schwarz Digits die digitale Infrastruktur der Landesverwaltung aus. Geplant sind eine hybride Cloud für Land und Kommunen sowie ein zentraler digitaler Arbeitsplatz für rund 16.000 Lehrkräfte und weitere Schulbeschäftigte. mehr...
Schleswig-Holstein: Telefonie wird Open Source
[12.08.2026] Schleswig-Holstein erneuert die Telefonie der Landesverwaltung: Die Open-Source-Plattform OSKAR soll die heterogene Infrastruktur modernisieren und das bisher genutzte proprietäre System ersetzen. Den Auftrag erhielt das Flensburger Software-Unternehmen Viakom. mehr...
Impulspapier: Digitale Souveränität in Deutschland und Europa
[10.08.2026] Bundesbank-Vorständin Fritzi Köhler-Geib, BSI-Präsidentin Claudia Plattner und Hessens Digitalministerin Kristina Sinemus haben ein Impulspapier zur digitalen Souveränität vorgelegt. Zu den Kernpunkten zählen die Bündelung europäischer Kompetenzen bei Schlüsseltechnologien und der Abbau regulatorischer Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten. mehr...
Deutschland/Frankreich: Kooperation bei KI-Sicherheit und digitaler Souveränität
[27.07.2026] Deutschland und Frankreich bauen ihre Zusammenarbeit bei KI-Sicherheit und digitaler Souveränität aus. Die Vereinbarungen sollen gemeinsame Bewertungen leistungsfähiger KI-Modelle ermöglichen und Europas Rolle bei der sicheren Nutzung von Künstlicher Intelligenz stärken. mehr...
openDesk: Weiterarbeiten in der Krise
[24.07.2026] Ein groß angelegtes Pilotprojekt mit mehreren Sozialversicherungsträgern hat openDesk als Notfallarbeitsplatz unter Realbedingungen getestet. Die vom ZenDiS gesteuerte Erprobung verlief erfolgreich. Der Einsatz von openDesk als souveränem Notfallarbeitsplatz soll weiter skaliert werden. mehr...













