openDeskWeiterarbeiten in der Krise

[24.07.2026] Ein groß angelegtes Pilotprojekt mit mehreren Sozialversicherungsträgern hat openDesk als Notfallarbeitsplatz unter Realbedingungen getestet. Die vom ZenDiS gesteuerte Erprobung verlief erfolgreich. Der Einsatz von openDesk als souveränem Notfallarbeitsplatz soll weiter skaliert werden.
Nahaufnahme weibliche Hände an einer Tastatur

Im Notfall kommunikations- und arbeitsfähig bleiben: Die quelloffene Office-Suite openDesk hat sich bewährt.

(Bildquelle: peopleimages12/123rf.com)

Digitale Dienste sind wie Wasser, Strom und Verkehrswege Teil der Kritischen Infrastruktur: Fallen zentrale Systeme aus oder werden kompromittiert, kann die behördliche Zusammenarbeit zum Stillstand kommen. In dem im Januar 2026 gestarteten Pilotprojekt Cloudbasierte Kommunikation im Krisenfall (CKKI) erprobten verschiedene Sozialversicherungsträger und deren IT-Dienstleister die Office- und Kollaborationssuite openDesk für die Kommunikation im Krisenfall (wir berichteten). Nun ist das Pilotvorhaben erfolgreich abgeschlossen. Dies berichtet das Zentrum für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung (ZenDiS), das die Projektsteuerung für openDesk inne hat und die Lösung weiterentwickelt (wir berichteten).

Beteiligt waren an dem Verbundprojekt neben dem ZenDiS die Deutsche Rentenversicherung Bund, die Bundesagentur für Arbeit, der Digitalisierungspartner der gesetzlichen Krankenversicherung, Bitmarck sowie der IT-Dienstleister für die Träger der Gesetzlichen Unfallversicherung, BG-Phoenics. Umgesetzt wurde das Projekt gemeinsam mit den Verbundpartnern IONOS, STACKIT und T-Systems und gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) durch Finanzierung der Europäischen Union. Das Ergebnis: openDesk ist bereits jetzt in der Krisenkommunikation einsetzbar.

Test unter Realbedingungen

In vier eigenständigen openDesk-Instanzen wurden Interoperabilität, Konnektivität und der übergreifende Nutzen unterschiedlicher Cloud-Infrastrukturen exemplarisch erprobt. In Business-Continuity-Management-Testszenarien (BCM) unter Realbedingungen wurden die openDesk-Module Dateien, Chat, E-Mail und Videokonferenz von Testusern auf ihre Krisentauglichkeit geprüft – mit durchweg positivem Ergebnis. Auch die Migration der Instanzen zwischen zwei unterschiedlichen Cloud-Plattformen wurde erfolgreich durchgeführt, womit die Flexibilität der Lösung im Zusammenspiel verschiedener Cloud-Anbieter bestätigt werden konnte.

„Das Projekt zeigt, welches Potenzial in souveränen Open-Source-Lösungen steckt: openDesk kann auch unter Krisenbedingungen schnell, dezentral und verlässlich bereitgestellt werden. Gerade für Kritische Infrastrukturen ist das ein starkes Signal: Digitale Souveränität ist kein abstraktes Ziel, sondern konkrete Handlungsfähigkeit im Ernstfall“, sagt ZenDiS-Geschäftsführer Leonhard Kugler.

Erkenntnisse fließen in europäische Cloud-Initiative ein

Die Projektergebnisse fließen direkt in die 8ra-Initiative der Europäischen Union ein, die eine sichere und souveräne Cloud- und Edge-Infrastruktur in Europa aufbauen will, in der verschiedene Anbieter problemlos zusammenarbeiten können. Auf Basis der Projektergebnisse soll Ende August 2026 außerdem ein öffentlicher Konsultationsprozess starten, an dem interessierte Akteurinnen und Akteure aus dem Public Sector aktiv teilnehmen können. Ziel ist es, die im CKKI-Verbundprojekt gewonnenen Erkenntnisse zu vertiefen und den Einsatz von openDesk als souveränen Notfallarbeitsplatz weiter zu skalieren. Wer sich für souveräne, krisenfeste Kollaborationslösungen interessiert, ist eingeladen, sich an dem Prozess zu beteiligen, so das ZenDiS.





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