ecoBilanz zur Ampel-Halbzeit

Der Digitalverband eco nahm zwölf wichtige digitalpolitische Handlungsfelder der Ampelkoalition unter die Lupe und vergab ein Rating gemäß der drei Ampelfarben.
(Bildquelle: venakr/123rf.com)
Nach rund zwei Jahren Ampelkoalition zieht der Internet-Wirtschaftsverband eco eine durchwachsene Bilanz hinsichtlich der erreichten digitalpolitischen Fortschritte. Im Rahmen seines Ampelchecks untersuchte der Verband zwölf digitalpolitische Handlungsfelder und vergab ein Rating gemäß der drei Ampelfarben. In den Bereichen digitalpolitische Zuständigkeiten, digitale Bildung und Vorratsdatenspeicherung steht demnach die Ampel aus Sicht des Verbands auf rot – das heißt, hier ist keine positive Entwicklung im Vergleich zu den entsprechend im Koalitionsvertrag formulierten Zielen erkennbar. Lediglich in einer Kategorie hat eco grünes Licht für die bisherigen netzpolitischen Fortschritte der Bundesregierung vergeben, ein nur mäßiges Vorankommen (gelb) sieht der Verband bei acht Handlungsfeldern. Als ein Grund benennt eco-Vorstandsvorsitzender Oliver Süme das Fehlen einer zentralen Steuerung: „Die Verantwortungsdiffusion und Zersplitterung der digitalpolitischen Zuständigkeiten innerhalb der Bundesregierung bringt die digitale Transformation in Deutschland zunehmend ins Stocken.“ Es fehle eine zentrale Instanz, welche die Gesamtkoordination des Projekts Digitales Deutschland übernehme, um bestehende netzpolitische Baustellen noch in dieser Legislaturperiode systematisch zu beheben, so Süme weiter.
Daten- und KI-Strategie müssen verzahnt werden
Zu den Themenfeldern, bei denen der Verband nur durchwachsene digitalpolitische Fortschritte erkennt und die folglich mit gelb bewertet werden, zählen die europäische und internationale Netzpolitik, der Ausbau digitaler Infrastruktur sowie Maßnahmen in den Bereichen Künstliche Intelligenz, nachhaltige Digitalisierung, Cyber-Sicherheit, digitale Verwaltung sowie New Work. Auch die 2022 von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte Digitalstrategie erhält vom Verband nur ein gelbes Licht. Zwar habe die Ampelkoalition einen Großteil der in der Digitalstrategie aufgegriffenen Projekte bereits begonnen, es fehle jedoch an Tempo – insbesondere in den Bereichen Verwaltungsdigitalisierung, Ausbau digitaler Infrastrukturen und Cyber-Sicherheit.
Lediglich in einer Kategorie hat eco grünes Licht vergeben – bei der Nutzung von Daten. Grundlage für diese Einschätzung ist vor allem die Datenstrategie des Bundes (wir berichteten) und der Data Act, der auf EU-Ebene den Zugang zu nicht-personenbezogenen Daten verbessert hat. Zudem plant die Ampelregierung für 2024 die Gründung eines Dateninstituts (wir berichteten). Auch das Recht auf Open Data auf Bundesebene bewertet eco als positiv. „Die vielen Einzelregelungen auf Länderebene bleiben weiterhin ein Problem. Für einen echten Mehrwert braucht es eine Verzahnung mit der KI-Strategie“, mahnt Süme allerdings.
Cyber-Sicherheit als dringlichste Ampel-Aufgabe
Neben dem netzpolitischen 12-Punkte-Check hat eco das dritte Jahr in Folge eine repräsentative Umfrage beim Meinungsforschungsinstitut Civey in Auftrag gegeben. Bei der Frage, welche Themenbereiche die Ampelregierung am dringlichsten angehen sollte, gab knapp die Hälfte der Bevölkerung wie schon 2022 den Bereich Cyber-Sicherheit an (48,1 Prozent). Knapp dahinter rangiert mit 47,9 Prozent die Verbesserung der digitalen Verwaltung. An dritter Stelle steht der Ausbau digitaler Infrastruktur mit 44,1 Prozent. Knapp ein Drittel der Befragten wünscht sich mehr Datenschutz im Internet (29,9 Prozent); knapp ein Viertel mehr Digitalisierung in der Bildung (23,9 Prozent). Weitere 15,5 Prozent sehen die Förderung von Zukunftstechnologien wie KI als besonders dringlich an. „Die Bundesregierung darf ihre im Koalitionsvertrag gesetzten ambitionierten digitalpolitischen Ziele jetzt nicht aus den Augen verlieren. Statt Stau bei der Netzpolitik brauchen wir jetzt freie Fahrt für die Digitalisierung“, so das Fazit des eco-Vorstandsvorsitzenden Süme.
Schleswig-Holstein: Konsequent digital
[28.01.2026] Von Anlagengenehmigung bis zum Wohngeld: Schleswig-Holstein setzt den Roll-out von Onlinediensten und die Digitalisierung der Verwaltung weiter konsequent um. Ein landeseigenes Digitalisierungs-Dashboard soll die Fortschritte künftig visualisieren. mehr...
OZG-Leistungen: Schub für die digitale Verwaltung
[23.01.2026] Der Bund sowie Bayern und Hessen als Pilotländer erproben einen neuen Weg, um digitale Verwaltungsdienste überall anbieten zu können. Dabei finanziert der Bund Roll-in-Teams für die Kommunen, während sich die Länder verpflichten, bis Ende 2026 fünf Online-Dienste landesweit einzuführen. Das Verfahren soll auf andere Länder übertragen werden. mehr...
Bayern: Umstrittene Microsoft-Cloud
[15.01.2026] Die geplante Einführung von Microsoft-Cloud-Diensten in Bayerns Verwaltung sorgt bereits seit Monaten für Diskussionen. Das Finanzressort erwartet durch die Einführung Kostenvorteile und eine Konsoldierung der Verwaltungs-IT, der Digitalminister fordert eine Neubewertung im Zeichen digitaler Souveränität. mehr...
Digitalministerkonferenz: Hamburg ist 2026 Vorsitzland
[15.01.2026] Als zentrales politisches Gremium von Bund und Ländern bündelt die Digitalministerkonferenz die Zusammenarbeit in der digitalen Transformation und stimmt länderübergreifende Strategien ab. 2026 führt Hamburg den Vorsitz, vertreten durch Staatsrat Jan Pörksen. mehr...
Bitkom: Digitalministerium macht Tempo
[13.01.2026] Der Bitkom bescheinigt der Bundesregierung ein hohes Umsetzungstempo in der Digitalpolitik. Jedes zwanzigste Projekt ist abgeschlossen, 45 Prozent sind in Umsetzung. Für viele zentrale Projekte wird das Jahr 2026 als entscheidend bewertet. mehr...
IT-Planungsrat: Vorsitzjahr 2026 unter Bundesführung
[12.01.2026] Zum Jahresbeginn hat der Bund den Vorsitz im IT-Planungsrat übernommen. Zentrale Themen sind der Deutschland-Stack und die Registermodernisierung, auch die FITKO als Umsetzungsorganisation des IT-Planungsrates soll ein schärferes Profil erhalten. mehr...
Saarland: Dritte Auflage des E-Government-Pakts
[09.01.2026] Das Saarland und die Kommunen haben die dritte Auflage ihres E-Government-Pakts unterzeichnet. Das Land wird demnach die Kommunen bei der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) und beim Ausbau digitaler Angebote unterstützen. Ein gemeinsames IT-Steuerungsgremium wird die vereinbarten Maßnahmen begleiten. mehr...
Thüringen: Neue Digitalstrategie beschlossen
[19.12.2025] Das Thüringer Kabinett hat eine neue Digitalstrategie beschlossen, welche die Verwaltungsdigitalisierung bündeln und beschleunigen soll. Kernpunkte sind eine zentrale Steuerung, einheitliche IT-Standards und ab 2026 eine App, über die Behördenleistungen per Smartphone zugänglich werden sollen. mehr...
IT-Planungsrat: 2025 war ein Jahr der Meilensteine
[19.12.2025] Mecklenburg-Vorpommern hatte in diesem Jahr den Vorsitz im IT-Planungsrat inne und nun eine positive Bilanz gezogen. 2025 sei ein Meilenstein-Jahr auf dem Weg zur digitalen Entlastung von Bürgerinnen und Bürgern sowie der Unternehmen gewesen. mehr...
Rheinland-Pfalz: Digitalprogramm 2026/2027 beschlossen
[18.12.2025] Das Landeskabinett Rheinland-Pfalz hat die Fortschreibung der Digitalstrategie von 2023 beschlossen. Deren Inhalte wurde in einem breit angelegten Beteiligungsprozess erarbeitet. mehr...
NKR: Modernisierungsagenda bleibt zu vorsichtig
[10.12.2025] Die föderale Modernisierungsagenda ist beschlossen. Der NKR sieht darin wichtige Impulse für leistungsfähigere Verwaltungen, kritisiert jedoch vertagte Reformhebel und fordert eine konsequente Umsetzung mit starker Einbindung der Kommunen. mehr...
Ministerpräsidentenkonferenz: Eine schnellere, digitalere Verwaltung
[08.12.2025] Auf der Konferenz der 16 Ministerpräsidentinnen und -präsidenten wurde ein 200-Maßnahmen-Paket für eine föderale Modernisierungsagenda beschlossen. Viele der Maßnahmen betreffen auch die Verwaltung und deren digitale Transformation. mehr...
BMDS: Wildwuchs der Bundes-IT zügeln
[05.12.2025] Das Bundesministerium für Digitales hat mit dem Zustimmungsvorbehalt ein wirkungsvolles Instrument erhalten, um Digitalprojekte und IT-Ausgaben über Ressortgrenzen hinweg zu steuern. So soll zentral für Kompatibilität, Effizienz und Einhaltung der strategischen Richtung gesorgt werden. mehr...
Sachsen-Anhalt: Zentrale Serviceagentur für Kommunen
[05.12.2025] Eine Machbarkeitsstudie aus Sachsen-Anhalt zeigt, dass eine zentrale Serviceagentur für Kommunen Verwaltungsabläufe beschleunigen und verbessern kann. Digitalministerin Lydia Hüskens kündigte an, dass ab 2026 sukzessive eine Unterstützungseinheit für Kommunen umgesetzt werden soll. mehr...
Berlin: Digitalisierungsschub für die Wirtschaftsverwaltung
[04.12.2025] Ein Jahr nach Vorstellung des Aktionskonzepts zur Verwaltungsdigitalisierung für die Berliner Wirtschaft zieht Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey eine positive Bilanz. Vieles laufe schneller als geplant, der Digitale Wirtschaftsservice DIWI wächst und erste Medienbrüche in Gewerbeverfahren werden abgebaut. mehr...














