Digitalgipfel 2022Datennutzung im Fokus

[13.12.2022] Der diesjährige Digitalgipfel stand im Zeichen der Daten. Die Gründungskommission Dateninstitut präsentierte ihren ersten Zwischenbericht. Darüber hinaus stellte Bundesinnenministerin Faeser datengetriebene Projekte zu Mobilität, öffentlicher Vergabe und Wirtschaft vor.
Beim Digitalgipfel 2022 hat die Gründungskommission für das Dateninstitut ihren ersten Zwischenbericht an Nancy Faeser und Robert Habeck übergeben.

Beim Digitalgipfel 2022 hat die Gründungskommission für das Dateninstitut ihren ersten Zwischenbericht an Nancy Faeser und Robert Habeck übergeben.

(Bildquelle: Bundesfoto)

Der Digitalgipfel, der Anfang Dezember 2022 in Berlin stattfand (wir berichteten), stand unter dem Motto „Daten – Gemeinsame Digitale Werte schöpfen“. Im Rahmen des Kongresses stellte die Gründungskommission erste Ideen für das Dateninstitut vor und übergab einen Zwischenbericht an Bundesinnenministerin Nancy Faeser und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck. Die Gründung eines Dateninstituts für Deutschland ist ein Auftrag aus dem Koalitionsvertrag. Das Institut soll die Datenverfügbarkeit und -standardisierung vorantreiben sowie Datentreuhändermodelle und Lizenzen etablieren und so dabei helfen, die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Potenziale von Daten besser auszuschöpfen. Das Dateninstitut soll ein schlagkräftiger nationaler Akteur werden, der das Datenökosystem koordiniere, Innovationen ermögliche, evidenzbasiert berate und damit eine sozialökologische Transformation unterstütze. So fasst das Bundesinnenministerium (BMI), das gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) die Gründungskommission des Dateninstituts berufen hatte, dessen zukünftige Aufgaben zusammen.

Monitoring, Vernetzung und Etablieren von Standards

Die fünfköpfige Gründungskommission mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft empfiehlt für den Aufbau und für die Arbeit des Dateninstituts einen bedarfsorientierten, agilen Ansatz. Die Mitglieder schlagen vor, die Aufgaben und Arbeitsweise des Dateninstituts auf Basis konkreter Anwendungsfälle zu entwickeln. So hat die Gründungskommission drei exemplarische Anwendungsfälle identifiziert, bei denen Verbesserungspotenzial beim Zugang, Teilen und der Standardisierung von Daten besteht. Diese Use Cases kommen aus den Bereichen der Mobilitätsdaten, Gesundheitsdaten und der stärker referenzbasierten politischen Entscheidungen. Als wichtigste Aufgabenfelder für das Dateninstitut werden ein Monitoring des Datenökosystems, die Vernetzung über Sektorengrenzen hinweg sowie die Beratung und Standardsetzung beim Teilen und Nutzen von Daten identifiziert. Dem Zwischenbericht gingen umfassende Stakeholder-Konsultationen mit Workshops, Einzelinterviews und eine Online-Befragung voraus.
Das Gründungskonzept soll in den kommenden Wochen unter Berücksichtigung der Empfehlungen der Gründungskommission erarbeitet werden. Dabei soll die Gründungskommission die Bundesregierung weiterhin unterstützen.

Projekte für nachhaltige Datennutzung

Neben dem Digitalinstitut wurden beim Digitalgipfel weitere Projekte vorgestellt, die zu der vom BMI geführten Plattform „Offene Verwaltung – Daten intelligent nutzen“ gehören. Diese Plattform wird von Bundesinnenministerin Nancy Faeser und dem Vizepräsidenten der Initiative D21, Marc Reinhardt, geleitet.
Der Pulsmesser für die Wirtschaft ist eine Anwendung des Statistischen Bundesamts, welche die Entwicklung aktueller Wirtschaftsindikatoren in Echtzeit abbildet. Der Pulsmesser soll nach Angaben des BMI eine schnelle Einordnung der wirtschaftlichen Situation auf Basis der wichtigsten Konjunkturindikatoren ermöglichen. Er ist Teil des Dashboard Deutschland, auf dem amtliche und nichtamtliche Daten zugänglich gemacht werden.
Der Mobilitätskompass ist ein datenbasiertes Simulationsmodell, das auf große Datenmengen aus unterschiedlichen Quellen zugreift. Simuliert wird die Entwicklung des Hamburger Stadtverkehrs bis 2030. Diese Daten helfen bei der Verkehrsplanung und unterstützen Bürger bei eigenen Mobilitätsentscheidungen. Der Prototyp wurde vom Statistischen Bundesamt mit Unterstützung der Hansestadt entwickelt. Die Simulation soll auf weitere Großstädte ausgeweitet werden.
Der Datenservice Öffentlicher Einkauf bündelt alle veröffentlichungspflichtigen Verfahrens- und Entscheidungsdaten von allen Vergabeplattformen in Bund, Ländern und Kommunen in einer multifunktionalen Serviceplattform. Entwickelt wurde das Angebot vom BMI, dem Beschaffungsamt des BMI und der Freien Hansestadt Bremen. Die qualitätsgesicherten Daten werden zentral und standardisiert als Open Data zur Auswertung und Weiterverwendung zur Verfügung gestellt. Auch Unternehmen können die Daten nutzen.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik

Baden-Württemberg: Schneller Roll-out statt vieler Einzellösungen

[15.10.2026] Baden-Württemberg hat mit dem Bund vereinbart, fünf bestehende Online-Dienste innerhalb von neun Monaten bei allen zuständigen Behörden im Land verfügbar zu machen. Ein zentral organisierter Anschlussprozess soll die Kommunen bei der Umsetzung unterstützen. mehr...

Thüringen: Gemeinsame Standards vereinbart

[14.10.2026] Thüringen und die kommunalen Spitzenverbände haben ihre Zusammenarbeit bei der Verwaltungsdigitalisierung neu vereinbart. Gemeinsame Standards und eine stärkere Nutzung der Verwaltungscloud sollen die IT-Systeme von Land und Kommunen besser verbinden. mehr...

Drei EU-Flaggen vor blauem Himmel wehen im Wind, im Hintergrund ein modernes Gebäude und blauer Himmel.

OSBA: Vorrang für Open Source

[13.10.2026] Die EU-Kommission hat einen Entwurf für eine neue Vergabeverordnung vorgestellt, womit die bisherigen EU-Richtlinien zur Vergabe öffentlicher Aufträge ersetzt werden sollen. Die Open Source Business Alliance sieht in dem Entwurf verpasste Chancen. mehr...

NKR-Jahresbericht 2026: Bürokratieabbau kommt kaum voran

[12.10.2026] Der Nationale Normenkontrollrat zieht in seinem Jahresbericht 2026 eine gemischte Bilanz zum Bürokratieabbau und zur Staatsmodernisierung. Zwar ist der jährliche Erfüllungsaufwand um 6,8 Milliarden Euro gesunken, gleichzeitig steigen jedoch die Bürokratiekosten. mehr...

Schleswig-Holstein: Schrödter offen für Cyber-Sicherheitsgremium

[12.10.2026] Digitalisierungsminister Dirk Schrödter unterstützt die Prüfung eines nationalen Cyber Incident Review Boards, das schwerwiegende Cyber-Angriffe systematisch untersuchen und daraus Handlungsempfehlungen ableiten soll. In einer Landtagsrede verwies er auf die wachsende Bedrohung digitaler Infrastrukturen und stellte die bereits ergriffenen Sicherheitsmaßnahmen Schleswig-Holsteins vor. mehr...

Schleswig-Holstein: Neuer Datenschutzbeauftragter

[12.10.2026] Der Schleswig-Holsteinische Landtag hat Jens Ambrock einstimmig zum neuen Landesbeauftragten für Datenschutz gewählt. Er tritt die Nachfolge von Marit Hansen an, deren zweite Amtszeit im Januar 2027 endet. Ambrock bringt langjährige Erfahrung im Datenschutzrecht und in der behördlichen Datenschutzaufsicht mit. mehr...

Mann mit gelbem Shirt und dunkelroter Hose liegt gemütlich auf einer grauen Couch und schaut auf sein Smartphone.

Deutschland-App: Zentrale Projektdetails bleiben offen

[09.10.2026] Die Modernisierungsagenda föderal sieht unter anderem die Umsetzung einer KI-unterstützten Deutschland-App vor, die einen zentralen, komfortablen Zugang zu digitalen Verwaltungsverfahren bieten soll. Mit dem aktuellen Umsetzungsstand, der Vergabe und Auftragsvolumina befasste sich jetzt der Bundestag. mehr...

Tablet mit dem Cover des Berichts zur Staatsmodernisierung

BMDS: Zwischenbilanz zur Staatsmodernisierung

[08.10.2026] Ein Jahr nach dem Beschluss ihrer Modernisierungsagenda zieht die Bundesregierung Bilanz. Sie meldet Fortschritte bei digitalen Verfahren und mehr als zehn Milliarden Euro weniger jährlichen Erfüllungsaufwand. Fünf von 23 zentralen Projekten sind abgeschlossen. mehr...

Blick über die Schulter einer Person, die ein Smartphone hält. Auf dem Screen ist das EUDI-Wallet-Logo.

EUDI-Wallet: Anhörung im Bundestag

[08.10.2026] Die geplante EUDI-Wallet stößt bei Sachverständigen grundsätzlich auf Zustimmung, zugleich sehen sie Nachbesserungsbedarf beim Digitale Identitätengesetz. Vor allem die Einbindung der Kommunen, die Verarbeitung digitaler Nachweise sowie Datenschutz und Sicherheit gelten noch als offene Punkte. mehr...

Hessen: Positive Halbzeitbilanz

[05.10.2026] Hessen zieht eine positive Halbzeitbilanz seines Pilotprojekts mit dem Bundesdigitalministerium zur flächendeckenden Einführung digitaler Verwaltungsleistungen. Bei der An- und Ummeldung sind bereits mehr als 90 Prozent der Kommunen angeschlossen. mehr...

Composite in Blautönen: Geschäftsfrau tippt auf Smartphone, Laptop und Notebook auf einem Tisch. Overlay mit Ordnern mit Dokumentensymbolen.

Saarland: Fünf Leistungen schneller in die Fläche

[05.10.2026] Fünf weitere Verwaltungsleistungen sollen im Saarland innerhalb von neun Monaten flächendeckend digital verfügbar sein. Der Ministerrat hat grünes Licht für die Teilnahme des Saarlandes am Bundesprogramm „Flächendeckung digitale Verwaltungsleistungen“ gegeben. mehr...

Bayern/Hessen: Digital-Roundtable geplant

[01.10.2026] Bayern und Hessen wollen die Zusammenarbeit der Länder bei Innovation und Wachstum stärken. Für die Veranstaltung Bits & Pretzels 2027 ist ein Roundtable der Digitalministerinnen und Digitalminister geplant. mehr...

Schwarz-weiß Bild: Blick ins manuell geführte KfZ-register in Flensburg, Großraumbüro

Deutscher Städtetag: i-Kfz-Bund greift zu kurz

[28.09.2026] Der Deutsche Städtetag hält die geplante Zentralisierung der Kfz-Zulassung beim Bund für unzureichend. Der Bund wolle vor allem bereits digitalisierte Standardverfahren übernehmen, während aufwendige Fälle bei den Kommunen blieben. Eine spürbare Entlastung sei so kaum zu erwarten. mehr...

Thüringen / Schleswig-Holstein: Digital-Kooperation wird vertieft

[23.09.2026] Thüringen und Schleswig-Holstein wollen bei der Digitalisierung ihrer Landesverwaltungen enger zusammenarbeiten. Im Mittelpunkt stehen Dateninfrastrukturen, Registermodernisierung, Open Source, souveräne KI-Lösungen und länderübergreifende Netzwerke. mehr...

IT-Planungsrat: Weichen für Deutschland-Stack gestellt

[21.09.2026] Bund und Länder haben zentrale Zuständigkeiten für den Deutschland-Stack festgelegt. Der Bund übernimmt mit Unterstützung der FITKO die Verantwortung für fünf Basiskomponenten der föderalen Digitalinfrastruktur. mehr...