Tech4GermanyDie Kurzzeit-Fellows

Fellowship-Programm: Junge Digitaltalente greifen dem Staat unter die Arme.
(Bildquelle: Dmitrii Shironosov/123rf.com)
Unlängst sind die neuen Fellowship-Programme von „Deutschlands Technologie-Taskforce“, wie sich Tech4Germany auf der Internet-Seite selbst bezeichnet, gestartet. Zum dritten Mal greifen 32 junge Digitaltalente, die häufig aus der Wirtschaft kommen, dem Staat unter die Arme, um „die Bundesregierung und Verwaltung fit für die Digitalisierung“ zu machen. Tech4Germany ist eine Art Fachkräftevermittlung, die unter der Schirmherrschaft des Bundeskanzleramts externe IT-Fachleute in unterschiedliche Verwaltungsbereiche bugsiert. Die Idee: Das agile Know-how von jungen Entwicklern, Programmierern und Designern soll der Verwaltung bei ihren Digitalisierungsprojekten zur Verfügung stehen. Drei Monate lang halten sich die jungen Experten dort auf und entwickeln Prototypen nach nutzerzentrierten Kriterien.
Einsatzgebiete der Fellows
Die Fellowship-Programme betreffen beispielsweise das Auswärtige Amt, dessen Govdata-Portal durch eine Visualisierung der Datensätze nutzerfreundlicher sowohl für Datenlieferanten als auch für Datenanwender gestaltet werden soll. Bei der Deutschen Rentenversicherung helfen die Fellows, eine Online-Beratung zu entwickeln. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes soll mithilfe eines digitalen Wegweisers von wiederkehrenden Anfragen entlastet werden, um so Fachexpertise für beratungsintensive Fälle bereithalten zu können. Beim Bundesfinanzministerium sollen digitale Steuerlotsen für Rentner eingeführt werden. Und um die Bürgerkommunikation innerhalb der Bundesverwaltung zu optimieren, wird dem Bundesinnenministerium bei der Entwicklung eines Chatbots geholfen.
Neues Rechtsinformationsportal
Ein Fellowship-Projekt des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz zielt ebenfalls auf eine nutzerfreundliche Neugestaltung ab. Die drei bisher separaten Web-Präsenzen für Gesetze im Internet, Rechtsprechung im Internet und Verwaltungsvorschriften im Internet, hinter denen sich große juristische Datenbanken verbergen, sollen nun zu einem einzigen Rechtsinformationsportal zusammengefasst, modernisiert und nach nutzerfreundlichen Kriterien neugestaltet werden. Das tut auch not. Denn in ihrer jetzigen Form sind die drei Web-Portale ein Paradebeispiel für eine sperrige und unpraktische Informationsbereitstellung seitens der öffentlichen Hand. Da erscheinen selbst die ebenfalls altbackenen Justizportale der Länder geradezu systematisch und zugänglich.
Die drei bestehenden Justizplattformen sollen nun abgelöst werden von einem einheitlichen Zugang zu den Rechtsinformationen des Bundes. Im Zuge der Überarbeitung sollen auch Umfang, Qualität und Recherchierbarkeit der Rechtsinformationen verbessert werden. Durch die Erweiterung des Angebots an Metadaten will der Bund zudem Forderungen nach Bereitstellung von mehr Open Data erfüllen. Die Staatssekretärin im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, Margaretha Sudhof, erklärte dazu: „Ich freue mich sehr über die Unterstützung unseres Projekts durch ein Fellowship mit Tech4Germany. Gemeinsam mit den Fellows wollen wir Lösungen entwickeln, wie wir Rechtsinformationen des Bundes allen Bürgerinnen und Bürgern auf nutzerfreundliche Art und Weise im Internet zur Verfügung stellen können. Ich bin zuversichtlich, dass es uns gelingen wird, im Rahmen des Fellowships eine Vision für ein solches Rechtsinformationsportal zu entwickeln.“
Ministerien stehen Schlange
Den Fellows und Mentoren von Tech4Germany wird das sicherlich gelingen. Das Non-Profit-Startup ist erst im Sommer 2019 gegründet worden, und bereits jetzt stehen Ministerien Schlange, um in den Genuss eines Fellowships zu gelangen. Bei der aktuellen Runde konnten nur 8 Projekte von 60 Anträgen berücksichtigt werden. Das hängt auch an der Zahl verfügbarer IT-Experten, die im Verwaltungskontext arbeiten möchten. Den besten Ruf genießt die öffentliche Verwaltung nämlich nicht. Nach einer aktuellen Umfrage des Bitkom bewirbt sich nur jedes Dritte Start-up auf öffentliche Ausschreibungen und ebenso viele haben überhaupt einmal den Zuschlag für einen Auftrag erhalten. Oft liegt das an den Vergabekriterien, die eine Vielzahl von Referenzen verlangen, welche jung-dynamische Start-ups häufig noch nicht vorweisen können.
Clash of Cultures?
Umgekehrt kursiert in Ministerien unter Verwaltungsmitarbeitern oft der Vorbehalt, dass den Externen vor allem ein juristischer Hintergrund fehlt, und die Aufgabe der Verwaltung sei es nun einmal, Gesetze – auch als Software – gesetzestreu umzusetzen. Zudem seien die dreimonatigen Fellowships zu kurz, um die jungen Mitarbeiter mit den Gepflogenheiten der Verwaltung vertraut zu machen. Ein Clash of Cultures ist den Initiatoren von Tech4Germany nur zu bewusst. Christina Lang, eine der Gründerinnen von Tech4Germany, erklärte einmal, dass ohnehin nur Verwaltungen mit intrinsischem Veränderungswillen an den Stipendienprogrammen teilnehmen. Umgekehrt würden die Fellows schnell merken, dass eine rasche Umsetzung nicht einfach ist, da die Regularien zwar sinnvoll, aber eben auch hinderlich sind.
Thüringen: Digitalkabinett beschließt KI-Strategie
[27.02.2026] Das Thüringer Digitalkabinett hat die KI-Strategie für die Thüringer Verwaltung beschlossen, mit der Prozesse und Antragsverfahren für die Bürger beschleunigt werden sollen. Weitere Beschlüsse betreffen eine engere Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Informationssicherheit (BSI) und die ThüringenApp. mehr...
Hessen: Land und Kommunen gestalten Zukunft
[19.02.2026] In Hessen haben das Land und die Kommunalen Spitzenverbände den Zukunftspakt vereinbart, um die kommunale Selbstverwaltung zu stärken. Dies soll durch den Abbau bürokratischer Lasten, eine faire Finanzierung und engere Zusammenarbeit der Ebenen bei der Digitalisierung erreicht werden. mehr...
OSBA: Microsoft-Lizenzen haben hohen Preis
[18.02.2026] Die Lizenzkosten der Bundesverwaltung für Microsoft-Produkte steigen seit Jahren, inzwischen liegen sie bei rund einer halben Milliarde Euro. Diese Mittel fehlen für die Modernisierung des Staates, beklagt die OSBA. Stärkere Investitionen in Open Source hingegen unterstützen wichtige digitalpolitische Ziele. mehr...
Baden-Württemberg: Online-Parteiencheck zur Landtagswahl
[16.02.2026] Zur Landtagswahl in Baden-Württemberg gehen zwei interaktive Entscheidungshilfen online. Der Bitkomat klopft die wichtigsten Themen der baden-württembergischen Digitalpolitik ab und bietet den Wählerinnen und Wählern eine Entscheidungshilfe, der Wahl-O-Mat widmet sich verschiedenen Politikfeldern. mehr...
Thüringen: Ein Jahr Bürokratiemelder
[13.02.2026] Zwölf Monate nach dem Start des Thüringer Bürokratiemelders zieht die Landesregierung eine positive Bilanz. Seit Februar 2025 sind über 500 Hinweise eingegangen. Manche Meldungen haben bereits konkrete Reformen angestoßen – etwa in den Bereichen BAföG, Baurecht und Once Only. mehr...
Bayern: Vorfahrt für das Digitale
[09.02.2026] Bayerns Digitalminister Fabian Mehring will das Prinzip Digital Only für Verwaltungsleistungen und den Abbau analoger Doppelstrukturen voranbringen. Seinem sogenannten Weckruf haben sich bereits verschiedene Institutionen, Verbände, Unternehmen und Wissenschaftsvertreter angeschlossen. mehr...
Hessen: Digitalisierungshaushalt 2026 steht
[06.02.2026] Mit rund 380 Millionen Euro plant Hessen für 2026 umfangreiche Investitionen in die Digitalisierung. Schwerpunkte liegen auf digitaler Infrastruktur, Verwaltungsdigitalisierung sowie dem Ausbau von Kompetenzen in Künstlicher Intelligenz und Quantencomputing. mehr...
dbb-Diskussion: Staatsmodernisierung im Fokus
[06.02.2026] Bei der dbb-Jahrestagung diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und Verbänden über die bundesweite und die föderale Modernisierungsagenda. Die Debatte ist nun als Video verfügbar. mehr...
Schleswig-Holstein: Konsequent digital
[28.01.2026] Von Anlagengenehmigung bis zum Wohngeld: Schleswig-Holstein setzt den Roll-out von Onlinediensten und die Digitalisierung der Verwaltung weiter konsequent um. Ein landeseigenes Digitalisierungs-Dashboard soll die Fortschritte künftig visualisieren. mehr...
OZG-Leistungen: Schub für die digitale Verwaltung
[23.01.2026] Der Bund sowie Bayern und Hessen als Pilotländer erproben einen neuen Weg, um digitale Verwaltungsdienste überall anbieten zu können. Dabei finanziert der Bund Roll-in-Teams für die Kommunen, während sich die Länder verpflichten, bis Ende 2026 fünf Online-Dienste landesweit einzuführen. Das Verfahren soll auf andere Länder übertragen werden. mehr...
Bayern: Umstrittene Microsoft-Cloud
[15.01.2026] Die geplante Einführung von Microsoft-Cloud-Diensten in Bayerns Verwaltung sorgt bereits seit Monaten für Diskussionen. Das Finanzressort erwartet durch die Einführung Kostenvorteile und eine Konsoldierung der Verwaltungs-IT, der Digitalminister fordert eine Neubewertung im Zeichen digitaler Souveränität. mehr...
Digitalministerkonferenz: Hamburg ist 2026 Vorsitzland
[15.01.2026] Als zentrales politisches Gremium von Bund und Ländern bündelt die Digitalministerkonferenz die Zusammenarbeit in der digitalen Transformation und stimmt länderübergreifende Strategien ab. 2026 führt Hamburg den Vorsitz, vertreten durch Staatsrat Jan Pörksen. mehr...
Bitkom: Digitalministerium macht Tempo
[13.01.2026] Der Bitkom bescheinigt der Bundesregierung ein hohes Umsetzungstempo in der Digitalpolitik. Jedes zwanzigste Projekt ist abgeschlossen, 45 Prozent sind in Umsetzung. Für viele zentrale Projekte wird das Jahr 2026 als entscheidend bewertet. mehr...
IT-Planungsrat: Vorsitzjahr 2026 unter Bundesführung
[12.01.2026] Zum Jahresbeginn hat der Bund den Vorsitz im IT-Planungsrat übernommen. Zentrale Themen sind der Deutschland-Stack und die Registermodernisierung, auch die FITKO als Umsetzungsorganisation des IT-Planungsrates soll ein schärferes Profil erhalten. mehr...
Saarland: Dritte Auflage des E-Government-Pakts
[09.01.2026] Das Saarland und die Kommunen haben die dritte Auflage ihres E-Government-Pakts unterzeichnet. Das Land wird demnach die Kommunen bei der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) und beim Ausbau digitaler Angebote unterstützen. Ein gemeinsames IT-Steuerungsgremium wird die vereinbarten Maßnahmen begleiten. mehr...














