HessenGrüner Gesetzentwurf für KI in der Verwaltung

[28.05.2025] Die Grünen im Hessischen Landtag haben einen Gesetzentwurf vorgelegt, der Rechtssicherheit für die KI-Nutzung in der Verwaltung schaffen will. Automatisierte Entscheidungen sollen dauerhaft ermöglicht, Beschäftigte entlastet und Transparenz für Bürgerinnen und Bürger sichergestellt werden.

Hessens Grüne legen den Entwurf für ein Gesetz zur Anwendung von Künstlicher Intelligenz in der Verwaltung (HKIVerwG) vor.

(Bildquelle: Mediaparts/stock.adobe.com)

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Hessischen Landtag haben den Entwurf für ein KI-Gesetz vorgelegt, das eine zuverlässige Rechtsgrundlage für die Anwendung einer bürgerfreundlichen KI in der hessischen Verwaltung bilden soll. Auf diese Weise soll für die Beschäftigten in der Verwaltung Rechtssicherheit geschaffen werden. „Wir wollen einen Staat, der für Menschen in unserem Land einfach und effizient funktioniert. Gerade angesichts des Fachkräftemangels wird sich eine leistungsfähige öffentliche Verwaltung teilweise nur durch den Einsatz von KI aufrechterhalten lassen. Gleichzeitig braucht der Einsatz von KI einen klaren rechtlichen Rahmen und Transparenz, damit Bürgerinnen und Bürger weiter in staatliches Handeln vertrauen können. Gerade, wenn sensible Daten von Bürgerinnen und Bürgern verarbeitet werden, muss klar sein, wie das erfolgt und wann nicht nur die Beamtin oder der Beamte, sondern auch eine KI am Werk ist“, werden der Fraktionsvorsitzende Mathias Wagner und die Sprecherin für Künstliche Intelligenz, Nina Eisenhardt, in einer Pressemeldung der hessischen Grünen zitiert.

Bisherige Regelungen zu kompliziert

Für eine bürgerfreundliche Verwaltung führe der Weg an der Automatisierung von Standardaufgaben nicht mehr vorbei. Dies sei Grundlage dafür, dass sich menschliche Beschäftigte wieder mehr auf die Bearbeitung von grundrechtssensiblen und komplexen Sachverhalten konzentrieren könnten. Bisher sieht das hessische Verwaltungsverfahrensgesetz allerdings vor, dass es eine gesetzliche Grundlage brauche, um einen Verwaltungsakt automatisiert zu erlassen – und dies erfolgt immer nur im Einzelfall im jeweiligen Gesetz. Das sei unnötig kompliziert und schlicht nicht mehr zeitgemäß, so die hessischen Grünen. Der neue Gesetzentwurf soll nun KI-Anwendungen und KI-basierte Verwaltungsakte in der hessischen Verwaltung grundsätzlich ermöglichen. „Damit schaffen wir eine generelle Rechtsgrundlage für die Anwendung einer bürgerfreundlichen KI in unseren Behörden. Hierfür setzt unser KI-Gesetz auch die EU-KI-Verordnung rechtssicher für die Verwaltung um. Denn statt ‚trial and error‘ brauchen auch die Beschäftigten der Verwaltung Rechtssicherheit, wann, wie und wofür sie KI in ihrer täglichen Arbeit einsetzen dürfen“, so Wagner und Eisenhardt.

Transparenz schafft Akzeptanz

Der Entwurf nimmt auch Datenschutz und Transparenzpflichten in den Blick. Sobald grundrechtlich geschützte Rechte erheblich betroffen sind, soll der KI-Einsatz nur auf kontrollierte Art und Weise erfolgen, damit Bürgerinnen und Bürger transparent nachvollziehen können, wann KI eingesetzt wird und wie sie davon betroffen sind. Um der mitunter diskriminierenden Wirkung von Algorithmen (confirmation bias) entgegenzuwirken, schlagen die Grünen ein Transparenzregister nach niederländischem Vorbild vor, das Informationen über alle genutzten Systeme benutzerfreundlich zur Verfügung stellt. Dabei werde nicht nur der Anwendungsbereich einer KI offengelegt, sondern auch der Algorithmus verständlich erklärt. So ließe sich auch Akzeptanz für die KI-Anwendung schaffen. Zudem führt der Gesetzentwurf das Instrument der KI-Rüge ein. Anders als beim klassischen Widerspruch gegen einen Bescheid soll die KI-Rüge kein formelles Widerspruchsverfahren eröffnen, das mit großem Verwaltungsaufwand verbunden ist. Vielmehr soll es sich um eine unbürokratische Möglichkeit handeln, KI-basierte Entscheidungen von einer natürlichen Person überprüfen zu lassen. Auch damit sollen die Akzeptanz, der Rechtschutz und die Transparenz für den KI-Einsatz in der Verwaltung erhöht werden.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik
Drei EU-Flaggen vor blauem Himmel wehen im Wind, im Hintergrund ein modernes Gebäude und blauer Himmel.

OSBA: Vorrang für Open Source

[13.10.2026] Die EU-Kommission hat einen Entwurf für eine neue Vergabeverordnung vorgestellt, womit die bisherigen EU-Richtlinien zur Vergabe öffentlicher Aufträge ersetzt werden sollen. Die Open Source Business Alliance sieht in dem Entwurf verpasste Chancen. mehr...

NKR-Jahresbericht 2026: Bürokratieabbau kommt kaum voran

[12.10.2026] Der Nationale Normenkontrollrat zieht in seinem Jahresbericht 2026 eine gemischte Bilanz zum Bürokratieabbau und zur Staatsmodernisierung. Zwar ist der jährliche Erfüllungsaufwand um 6,8 Milliarden Euro gesunken, gleichzeitig steigen jedoch die Bürokratiekosten. mehr...

Schleswig-Holstein: Schrödter offen für Cyber-Sicherheitsgremium

[12.10.2026] Digitalisierungsminister Dirk Schrödter unterstützt die Prüfung eines nationalen Cyber Incident Review Boards, das schwerwiegende Cyber-Angriffe systematisch untersuchen und daraus Handlungsempfehlungen ableiten soll. In einer Landtagsrede verwies er auf die wachsende Bedrohung digitaler Infrastrukturen und stellte die bereits ergriffenen Sicherheitsmaßnahmen Schleswig-Holsteins vor. mehr...

Schleswig-Holstein: Neuer Datenschutzbeauftragter

[12.10.2026] Der Schleswig-Holsteinische Landtag hat Jens Ambrock einstimmig zum neuen Landesbeauftragten für Datenschutz gewählt. Er tritt die Nachfolge von Marit Hansen an, deren zweite Amtszeit im Januar 2027 endet. Ambrock bringt langjährige Erfahrung im Datenschutzrecht und in der behördlichen Datenschutzaufsicht mit. mehr...

Mann mit gelbem Shirt und dunkelroter Hose liegt gemütlich auf einer grauen Couch und schaut auf sein Smartphone.

Deutschland-App: Zentrale Projektdetails bleiben offen

[09.10.2026] Die Modernisierungsagenda föderal sieht unter anderem die Umsetzung einer KI-unterstützten Deutschland-App vor, die einen zentralen, komfortablen Zugang zu digitalen Verwaltungsverfahren bieten soll. Mit dem aktuellen Umsetzungsstand, der Vergabe und Auftragsvolumina befasste sich jetzt der Bundestag. mehr...

Tablet mit dem Cover des Berichts zur Staatsmodernisierung

BMDS: Zwischenbilanz zur Staatsmodernisierung

[08.10.2026] Ein Jahr nach dem Beschluss ihrer Modernisierungsagenda zieht die Bundesregierung Bilanz. Sie meldet Fortschritte bei digitalen Verfahren und mehr als zehn Milliarden Euro weniger jährlichen Erfüllungsaufwand. Fünf von 23 zentralen Projekten sind abgeschlossen. mehr...

Blick über die Schulter einer Person, die ein Smartphone hält. Auf dem Screen ist das EUDI-Wallet-Logo.

EUDI-Wallet: Anhörung im Bundestag

[08.10.2026] Die geplante EUDI-Wallet stößt bei Sachverständigen grundsätzlich auf Zustimmung, zugleich sehen sie Nachbesserungsbedarf beim Digitale Identitätengesetz. Vor allem die Einbindung der Kommunen, die Verarbeitung digitaler Nachweise sowie Datenschutz und Sicherheit gelten noch als offene Punkte. mehr...

Hessen: Positive Halbzeitbilanz

[05.10.2026] Hessen zieht eine positive Halbzeitbilanz seines Pilotprojekts mit dem Bundesdigitalministerium zur flächendeckenden Einführung digitaler Verwaltungsleistungen. Bei der An- und Ummeldung sind bereits mehr als 90 Prozent der Kommunen angeschlossen. mehr...

Composite in Blautönen: Geschäftsfrau tippt auf Smartphone, Laptop und Notebook auf einem Tisch. Overlay mit Ordnern mit Dokumentensymbolen.

Saarland: Fünf Leistungen schneller in die Fläche

[05.10.2026] Fünf weitere Verwaltungsleistungen sollen im Saarland innerhalb von neun Monaten flächendeckend digital verfügbar sein. Der Ministerrat hat grünes Licht für die Teilnahme des Saarlandes am Bundesprogramm „Flächendeckung digitale Verwaltungsleistungen“ gegeben. mehr...

Bayern/Hessen: Digital-Roundtable geplant

[01.10.2026] Bayern und Hessen wollen die Zusammenarbeit der Länder bei Innovation und Wachstum stärken. Für die Veranstaltung Bits & Pretzels 2027 ist ein Roundtable der Digitalministerinnen und Digitalminister geplant. mehr...

Schwarz-weiß Bild: Blick ins manuell geführte KfZ-register in Flensburg, Großraumbüro

Deutscher Städtetag: i-Kfz-Bund greift zu kurz

[28.09.2026] Der Deutsche Städtetag hält die geplante Zentralisierung der Kfz-Zulassung beim Bund für unzureichend. Der Bund wolle vor allem bereits digitalisierte Standardverfahren übernehmen, während aufwendige Fälle bei den Kommunen blieben. Eine spürbare Entlastung sei so kaum zu erwarten. mehr...

Thüringen / Schleswig-Holstein: Digital-Kooperation wird vertieft

[23.09.2026] Thüringen und Schleswig-Holstein wollen bei der Digitalisierung ihrer Landesverwaltungen enger zusammenarbeiten. Im Mittelpunkt stehen Dateninfrastrukturen, Registermodernisierung, Open Source, souveräne KI-Lösungen und länderübergreifende Netzwerke. mehr...

IT-Planungsrat: Weichen für Deutschland-Stack gestellt

[21.09.2026] Bund und Länder haben zentrale Zuständigkeiten für den Deutschland-Stack festgelegt. Der Bund übernimmt mit Unterstützung der FITKO die Verantwortung für fünf Basiskomponenten der föderalen Digitalinfrastruktur. mehr...

Das passende Vorgehensmodell zu wählen

Hessen: Land fördert Low Code für Kommunen

[17.09.2026] Der Main-Kinzig-Kreis will die Open-Source-Plattform Limbas für den Einsatz in Kommunalverwaltungen weiterentwickeln. Das Land Hessen unterstützt das Projekt OSLOCO-Hessen mit rund 1,3 Millionen Euro. Verwaltungen sollen damit eigene Anwendungen ohne spezielle Programmierkenntnisse erstellen können. mehr...

Sachsen-Anhalt: Erste Bilanz der Digitalstrategie

[16.09.2026] Sachsen-Anhalt will die Digitalisierung von Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft bis 2030 systematisch vorantreiben. Die Strategie „Sachsen-Anhalt Digital 2030“ setzt dabei auf digitale Verwaltungsangebote, vernetzte Smart Regions, digitale Souveränität und nachnutzbare Lösungen. mehr...