HomeofficeTools für Teams

[06.05.2020] Neben den Collaboration Tools US-amerikanischer Konzerne, bei denen die DSGVO-Konformität fraglich ist, stehen auch Lösungen made in Germany zur Verfügung.

Junge, agile Unternehmen und einige größere Firmen aus dem IT-Bereich nutzen sie schon lange – in den meisten Behörden sind sie indes weitgehend unbekannt: Collaboration Tools oder Software für die Zusammenarbeit. Gerade in der jetzigen Krisensituation, wo viele Beschäftigte im Homeoffice arbeiten und völlig neue Routinen entwickeln, sind solche Tools nützlich und können die Abläufe erleichtern. Das Internet bietet vielfältige Hilfsmittel für Team-Arbeit, Kommunikation und Produktivität sowie Selbstorganisation. Sie gehen weit über die Funktionalität von Telefon und E-Mail hinaus.
Um ganze Projekte zu organisieren, Aufgabenpakete zu vereinbaren und den Bearbeitungsstand für alle Beteiligten sichtbar zu machen, bietet sich etwa ein Tool wie Trello an. Mit der Organisationssoftware können alle Aufgaben und Zuständigkeiten verwaltet werden, die im Projekt-Management anfallen; es hilft auch bei der Selbstorganisation. Auf Boards und Karten, welche die To-Do-Listen von Microsoft oder die Erinnerungen von Apple ersetzen, sind alle Aufgaben übersichtlich verteilt. Jede Karte enthält eine Aufgabe und kann mit Texten, Anhängen, Deadlines, Tags und Checklisten versehen oder um Kommentare oder Bewertungen ergänzt werden. Fortschrittsstände können als „geplant“, „im Gange“ oder „fertig“ markiert werden, auch Fälligkeitsdaten lassen sich einbinden.
Ganz ähnlich funktioniert Asana, ein professionelles Projekt- und Aufgaben-Management-Tool, das von zwei Facebook-Entwicklern gegründet wurde und aus dem Silicon Valley stammt. Wie bei allen US-amerikanischen Angeboten, die auf Cloud-Diensten basieren, ist eine DSGVO-Konformität fraglich. Bei Slack, einem populären Messaging-Dienst, mit dem Nachrichten ausgetauscht und Chats mit Einzelpersonen und Gruppen möglich sind, legt man zwar großen Wert auf Sicherheit und Datenschutz und hat die Anforderungen an die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) angepasst. Da wirkliche Kollaboration, etwa das gemeinsame Bearbeiten von Dokumenten, jedoch nur mit externen Zusatzdiensten wie Dropbox oder Google Drive möglich ist, übernimmt Slack keine Gewähr für Tracking und Analysen durch dritte Parteien. Im Einsatz ist Slack etwa bei IBM und Uber. Microsoft wollte Slack im Jahr 2016 ganz übernehmen, entschied sich stattdessen aber für eine Konkurrenzplattform: Microsoft Teams.
Mit Teams stellt der US-Konzern eine in Office und den Videodienst Skype integrierte Plattform zur Verfügung, die als Rundum-sorglos-Lösung auftritt. Wie der Name schon sagt, können Teams gebildet, Kommunikationskanäle definiert, Messaging, Voice-over-IP-Telefonie und Videoconferencing betrieben werden. Meetings planen, organisieren und sogar aufzeichnen, ist problemlos möglich – alles in Verbindung mit den Cloud-Diensten von Microsoft und Rechenzentrumsstandorten in den USA.

Datenschutz per Individualvertrag

Für den öffentlichen Dienst in Deutschland ist es eher schwierig, diese Angebote in Erwägung zu ziehen. Ein einheimischer Anbieter im Bereich Online-Projekt-Management positioniert sich da ganz anders: Factro ist made in Germany. Die cloudbasierte Software erlaubt es, Projekte online zu erstellen, Aufgaben zu planen, zu terminieren und die Beteiligten über alle Änderungen auf dem Laufenden zu halten. Integriert sind ein Echtzeit-Benachrichtigungssystem, Dashboard, Projektstrukturbaum, Gantt-Charts und Controlling-Funktionen. Besonderer Wert wird auf Datenschutz und DSGVO-Konformität gelegt. Die Rechenzentren, in denen die Daten lagern und verarbeitet werden, stehen in Frankfurt und Nürnberg, Firmensitz ist Bochum.
Auch Stackfield, ein Start-up aus München, bietet eine Produktivitätslösung an, die Projekt-Management, Kommunikation und Kollaboration unter DSGVO-Gesichtspunkten erlaubt. Mit Stackfield können Arbeitsbereiche in der Cloud angelegt sowie Produkte, Aufgaben, Dokumente, Termine und Notizen verwaltet werden. Auch gesicherte Echtzeitkommunikation im Teamchat ist möglich. Das Ganze ist durchgehend Ende-zu-Ende-verschlüsselt, und somit können weder Dritte noch der Hersteller selbst auf die Kundendaten zugreifen. Standort der ISO-zertifizierten Rechenzentren ist ebenfalls Deutschland.
Insbesondere für öffentliche Stelle dürften die beiden letzten Angebote interessant sein, da sie einen niedrigschwelligen Zugang erlauben bei gleichzeitiger Beachtung der Sicherheits- und Datenschutzstandards. Die Stadt Freiburg im Breisgau hat beispielsweise Stackfield im Einsatz und hierzu einen individuellen Vertrag mit dem Anbieter vereinbart.

Helmut Merschmann




Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Panorama

Niedersachsen: Polizei verteilt digitale Knöllchen

[02.11.2026] Die Polizei Niedersachsen führt mit dem elektronischen Datenermittlungsbeleg (eDEB) ein durchgängig digitales Verfahren zur Erfassung von Verkehrsordnungswidrigkeiten ein. Verstöße werden künftig direkt vor Ort elektronisch dokumentiert und medienbruchfrei an die kommunalen Bußgeldstellen übermittelt. mehr...

Deutsches Nummernschild plus Spielzeugauto auf einem Holztisch

Kfz-Zulassung: Erprobung zeigt Modernisierungspotenzial

[26.10.2026] Ein Erprobungsprojekt des IT-Planungsrats zeigt, wie sich die Kfz-Zulassung bürgerfreundlicher und effizienter gestalten lässt. Im Fokus stehen ein besserer Zugang zu digitalen Angeboten, die Bündelung von Support-Anfragen und die Digitalisierung bislang nicht online abwickelbarer Sonderfälle. Die Ergebnisse sollen in die weitere Modernisierung der Kfz-Zulassung einfließen. mehr...

Bayern: Virtuelle Welten im Klassenzimmer

[22.10.2026] Mit dem Projekt XR\@school will Bayern den Einsatz immersiver Technologien im Schulunterricht erproben. Das Digitalministerium fördert das Modellvorhaben im Landkreis Schwandorf mit 225.000 Euro. Die Ergebnisse sollen später auch anderen Schulen im Freistaat zugutekommen. mehr...

Außenaufnahme: Wiese mit mehreren Männern in Uniform, auf dem Boden eine weiße Markierung.

Bundeswehr: Heereskommunikation wird digital

[22.10.2026] Die Bundeswehr will ihre ersten Großverbände 2027 mit digitaler Kommunikationstechnik ausstatten. Die Einsatzprüfung läuft, bei der Fahrzeugumrüstung gibt es jedoch Rückstände. Verteidigungsminister Boris Pistorius hält am vorgesehenen Zeitplan fest. mehr...

Registermodernisierung: Website bündelt Informationen zu NOOTS

[20.10.2026] Mit einem neuen Internetportal steht eine zentrale Informationsplattform zum Nationalen Once-Only-Technical-System (NOOTS) zur Verfügung. Das Angebot richtet sich insbesondere an Behörden von Bund, Ländern und Kommunen und informiert über technische Anschlussmöglichkeiten, den Umsetzungsstand und Unterstützungsangebote bei der Registermodernisierung. mehr...

Kommune21 im Gespräch: Herausforderung Registermodernisierung

[08.10.2026] Die Registermodernisierung gehört zu den zentralen Vorhaben der Verwaltungsdigitalisierung. Im Live-Webinar „Kommune21 im Gespräch“ am 22. Oktober 2026 zeigen Fachleute des Landes Baden-Württemberg, von Komm.ONE und aus einem kommunalen Pilotprojekt, wo die Umsetzung derzeit steht, welche Erfahrungen bereits vorliegen und was Kommunen jetzt tun sollten. mehr...

In Deutschland kann man sich bald per Smartphone digital ausweisen.

Rheinland-Pfalz: Ehrenamtskarte per App beantragen

[07.10.2026] Rheinland-Pfalz hat eine App gestartet, mit der Ehrenamtliche die Ehrenamtskarte vollständig digital beantragen und Vergünstigungen finden können. Das Land übernimmt eine in Nordrhein-Westfalen entwickelte Lösung. Organisationen und Kommunen bearbeiten Anträge digital. mehr...

Ki-Bild eines hellblauen Vorhängeschlosses auf dunkelblauem Grund

Bundesdruckerei/ZenDiS: Geschützter Zugriff auf openDesk

[02.10.2026] Das Technologieunternehmen des Bundes Bundesdruckerei-Gruppe will mit dem Zentrum für Digitale Souveränität openDesk für sicherheitssensible Einsätze weiterentwickeln. Ein erster Anwendungsfall verbindet die Suite mit einer VS-NfD-Lösung des IT-Sicherheitsspezialisten genua. mehr...

bericht

eGovernment-Wettbewerb: BMI gewinnt mit LISSA

[30.09.2026] Mit LISSA entwickelt das ITZBund eine standardisierte und automatisierte Lieferkette für sichere Software. Beim eGovernment-Wettbewerb 2026 erreichte LISSA den ersten Platz in der Kategorie „Souveränität, Sicherheit und Stabilität digitaler Infrastrukturen“. mehr...

bericht

eGovernment-Wettbewerb: BW-Empfangsclient auf dem zweiten Platz

[24.09.2026] Das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg hat mit dem BW-Empfangsclient einen zweiten Platz beim eGovernment-Wettbewerb 2026 erreicht. Die Infrastrukturkomponente soll Behörden einen einfachen Zugang zu digitalen Verwaltungsleistungen ermöglichen – auch wenn ihre Fachverfahren noch nicht durchgängig digital angebunden sind. mehr...

EU-System DIWASS: Deutschland bindet Abfallverfahren an

[24.09.2026] Die Länderarbeitsgemeinschaft „Gemeinsame Abfall DV-Systeme“ bindet die deutschen Verfahren für grenzüberschreitende Abfalltransporte an das europäische Digital Waste Shipment System an. Technologiepartner bei der Umsetzung ist die Firma cit. mehr...

Mehrere Auszeichnungen des eGovernment-Preises in Form gläserner Rechtecke, mittig die Auszeichnung des 3. Preises.

eGovernment-Wettbewerb: Auszeichnung für Digitales Jobcenter

[23.09.2026] Digitale Verwaltungsangebote kämpfen mitunter mit geringen Nutzungszahlen. Dass gezielte Verbesserungen Abhilfe schaffen, zeigt ein gemeinsames Projekt von Bundesarbeitsministerium und Bundesagentur für Arbeit. Anträge des Jobcenters wurden untersucht und überarbeitet – und steigerten die Nutzungsquote. mehr...

Berlin: Zentrale Plattform für Baustellenkoordinierung

[23.09.2026] Berlin will die Koordinierung von Baustellen in einer zentralen digitalen Plattform bündeln. Planung, Antragstellung, Genehmigung, Koordinierung und Kontrolle sollen künftig auf einer gemeinsamen Datenbasis zusammenlaufen. mehr...

Normenkontrollrat: Seit 20 Jahren für bessere Rechtsetzung

[16.09.2026] Der Nationale Normenkontrollrat besteht seit 20 Jahren. Das ursprünglich zur Kontrolle von Bürokratiekosten eingesetzte Gremium beschäftigt sich heute auch mit Verwaltungsdigitalisierung und Staatsmodernisierung. Zum Jubiläum fordert der Rat eine frühere Beteiligung an Gesetzgebungsverfahren und stärkere Praxistests. mehr...

Graues Büro mit leichtenden Leitsystem-Displays

digitalSIGNAGE: Digitale Bürgerkommunikation für Rathaus & Co.

[28.08.2026] Digitale Informations- und Anzeigesysteme können das Personal in Kommunen entlasten: Sie erleichtern die Orientierung, organisieren den Besucheraufruf und informieren. Der ISO/IEC 27001 zertifizierte Anbieter digitalSIGNAGE deckt dafür ein breites Produktspektrum ab. mehr...