BAMFMillionen für Blockchain
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat für die Vorbereitung eines Pilotprojekts zur „Verwaltung von Asylprozessen in der Blockchain“ 1,15 Millionen Euro ausgegeben. Wie auf heise online zu erfahren ist, sind weitere 3,38 Millionen Euro veranschlagt, um den Testbetrieb in die Spur zu bekommen. Dabei sei jedoch fraglich, ob sich die dezentrale Datenbanktechnik für den vorgesehenen Einsatzzweck überhaupt eigne.
Die Zahlen stammen laut heise online aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linke-Bundestagsfraktion, die netzpolitik.org veröffentlicht hat. Laut Bundesinnenministerium befindet sich das Pilotprojekt noch „in der Konzeptionsphase“. Die Abstimmungen mit dem Projektpartner, dem Freistaat Sachsen, liefen noch. Laut dem offiziellen Zeitplan sei die Testphase für das erste Quartal 2020 vorgesehen.
Wie heise online weiter mitteilt, soll es sich bei dem Projekt laut der Digitalisierungsagenda 2020 des BAMF um einen Proof of Concept handeln. Es gehe also darum, den Nachweis zu erbringen, dass die Blockchain-Technik „die behördenübergreifende Kommunikation und Zusammenarbeit im Asylprozess“ unterstützen könnte. Dabei sollen auch „Teile des behördenübergreifenden Prozess-Managements“ automatisiert werden.
Prinzipiell ließen sich über Distributed-Ledger-Technologien Informationen „über den aktuellen Status einzelner Personen im Asylprozess zeitnah mit allen beteiligten Behörden gemäß rechtlicher Grundlagen teilen“, heißt es im BAMF laut heise online. Es soll darum gehen, die „Rechtsstaatlichkeit der Asylverfahren“ zusätzlich abzusichern. In einem weiteren Schritt sollen gemäß dem heise-Bericht neben den Ausländerämtern auch Sicherheitsbehörden oder Verwaltungsgerichte eingebunden werden. Ein „quantifizierbarer Nutzen“ für das BAMF sei derzeit noch nicht zu ermitteln.
In dem Bundesamt sind nach Angaben von heise online aktuell zehn interne Mitarbeiter mit dem Projekt befasst, das auf das Open Source Softwareframework Hyperledger Fabric setzt. Als externer technischer Partner für eine bereits erstellte Machbarkeitsstudie fungierte die Firma T-Systems Multimedia Solutions. Ein großes Problem im Rahmen der Umsetzung dürfte laut heise online der Datenschutz darstellen: Informationen, die in eine Blockchain eingestellt werden, sollen darin dauerhaft gespeichert werden und nachträglich nicht mehr verändert werden können. Vorgeschriebene Löschfristen oder Korrekturansprüche könnten so kaum befolgt werden, selbst wenn Pseudonyme eingesetzt würden.
Nach Angaben von heise online plant das BAMF weitere ambitionierte IT-Projekte. So befinde sich etwa eine Analytik-Plattform in der Konzeptionsphase, für welche die Behörde insgesamt knapp zwei Millionen Euro ausgeben will. Hinzu kommen soll unter anderem ein intelligentes Assistenzsystem für Anhörungen von Asylbewerbern. Dafür habe das BAMF bereits mehr als 2,6 Millionen Euro ausgegeben, gut 2,5 Millionen seien dafür noch veranschlagt. Als Berater oder Dienstleister sind bei den Digitalprojekten laut heise online Atos, das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT, Capgemini, KPMG und Sopra Steria an Bord.
BMDS: Digitalpartnerschaft mit Brasilien
[22.04.2026] Seit 2019 existiert ein Digitaldialog mit der größten Volkswirtschaft Südamerikas – nun haben Deutschland und Brasilien eine vertiefte KI-Zusammenarbeit vereinbart. Im Fokus stehen industrielle KI und digitale Infrastruktur. Zudem wollen die Länder Ansätze erproben, die staatliche Dienstleistungen effizienter machen. mehr...
IT-Planungsrat: Ist eine föderale Antragsplattform machbar?
[15.04.2026] Eine neue Studie des IT-Planungsrats zeigt, warum Online-Dienste von Bürgern zu wenig genutzt und von Kommunen kaum nachgenutzt werden. Sie schlägt eine föderale Antragsplattform mit kommunalen Marken, Ende-zu-Ende-Digitalisierung und einer Cloud-Infrastruktur vor. mehr...
Schleswig-Holstein: Sicher kommunizieren auch bei Sturmflut
[07.04.2026] Schleswig-Holstein hat ein eigenes 5G‑Campusnetz in Betrieb genommen. Das neue Mobilfunknetz stellt sicher, dass Behörden wie der Küstenschutz künftig auch bei schweren Sturmfluten oder Stromausfällen kommunizieren und Einsätze koordinieren können. mehr...
Mecklenburg-Vorpommern: ÖGD wird digital fit
[07.04.2026] Mecklenburg-Vorpommern hat eine zentrale Maßnahme zur Digitalisierung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes abgeschlossen. Über sechs Millionen Euro aus dem Programm NextGenerationEU flossen in Strategieentwicklung, Technik und Schulungen. mehr...
FITKO/IT-Planungsrat: Konsultation zur föderalen API-Autorisierungsinfrastruktur
[31.03.2026] Föderale Basisdienste sollten idealerweise leicht in Online-Dienste und Fachverfahren integrierbar sein. Ein vom IT-Planungsrat beauftragtes Vorhaben entwickelt die dazu notwendige gemeinsame Autorisierungsinfrastruktur. Erste Projektergebnisse können jetzt kommentiert werden. mehr...
IT-Planungsrat: Marktplatz startet Produktivbetrieb
[20.03.2026] Öffentliche Organisationen von Bund, Ländern und Kommunen sowie öffentliche IT-Dienstleister finden ab sofort auf dem Marktplatz Deutschland Digital ein umfassendes Angebot an IT-Lösungen für die Verwaltung. mehr...
BVA/Hessen: Erste Melderegister an IDA angeschlossen
[18.03.2026] Der Abruf von Identitätsdaten ist ein zentrales Element bei der Umsetzung des Once-Only-Prinzips. Das BVA hat dafür das IDA-Fachverfahren entwickelt. Nun hat Hessen als erstes Bundesland den Anschluss einzelner Melderegister an IDA realisiert. mehr...
Bremen: Digitalisierungsschub für die Steuerverwaltung
[05.03.2026] Der Senat der Freien Hansestadt Bremen stellt 2,5 Millionen Euro für die Modernisierung der Steuerverwaltung bereit. Neue Hardware und ein moderneres Datennetz sollen künftig dazu beitragen, die Bearbeitung von Steuererklärungen zu beschleunigen. mehr...
Hessen: Das Ende der Papierwirtschaft
[03.03.2026] Mit der digitalen Antragsstrecke hat die Hessische Zentrale für Datenverarbeitung eine All-in-One-Lösung geschaffen, bei der verschiedene selbst entwickelte Komponenten nahtlos ineinandergreifen und die den gesamten Prozess der Antragsverarbeitung durchgängig digitalisiert. mehr...
Berlin: Multi-Cloud-Strategie beschlossen
[02.03.2026] Cloud-Lösungen haben das Potenzial, die Arbeit von Behörden zu verbessern und den Kontakt zwischen Verwaltung und Bürgern erheblich zu vereinfachen. Der Berliner Senat hat nun eine Multi-Cloud-Strategie für das Land beschlossen. Details zu Anbietern und Diensten wurden zunächst nicht bekannt gegeben. mehr...
Universität Gießen: Effizientes Gebäudemanagement
[09.02.2026] 345 Gebäude, 210 Nutzer, ein zentrales System: Die Justus-Liebig-Universität Gießen steuert ihre komplexe Gebäudeinfrastruktur mithilfe einer CAFM-Software. Die Lösung ermöglicht automatisierte Prozesse und erleichtert so die Arbeit verschiedener Aufgabenbereiche. mehr...
Brandenburg: Amazon-Cloud geht in Betrieb
[21.01.2026] In Potsdam hat Amazon Web Services die AWS European Sovereign Cloud in Betrieb genommen. Die Infrastruktur liegt vollständig in der EU – konkret in Brandenburg. Geplant sind eigene Rechenzentren und Investitionen von rund 7,8 Milliarden Euro. mehr...
Registermodernisierung: Erfolgreicher Nachweisdatenabruf
[20.01.2026] Beim NOOTS wurde ein weiterer Meilenstein erreicht: Der Nachweisdatenabruf aus dem Fahrzeugregister des Kraftfahrt-Bundesamts wurde erfolgreich umgesetzt. Noch in diesem Jahr soll ein ausgereiftes System für den Flächen-Roll-out bereitgestellt werden. mehr...
BMDS: Konsultation geht in die zweite Runde
[19.01.2026] Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung setzt die Online-Konsultation zum Deutschland-Stack fort. In einer zweiten Runde werden bis Mitte Februar 2026 weitere Rückmeldungen erbeten. mehr...
Berlin: Service-Management mit Open Source
[19.01.2026] Die Berliner Senatsverwaltung für Arbeit und Soziales mit insgesamt 2.200 Mitarbeitenden an zahlreichen Standorten ergänzt ihre Sozialhilfesoftware mit dem Ticketsystem KIX. Nach rund zehn Jahren On-Premises-Betrieb erfolgte der Wechsel in die Cloud. mehr...













