SachsenE-Klausur im ersten juristischen Examen

[22.10.2024] Sachsen modernisiert die juristische Ausbildung: Ab Februar 2025 wird auch die Staatliche Pflichtfachprüfung digital abgelegt. Damit setzt der Freistaat auf ein einheitliches und zeitgemäßes Prüfungsformat für angehende Juristinnen und Juristen, das sich in der Zweiten Juristischen Staatsprüfung bereits bewährt hat.
Symbolbild KI in der Justiz

Sachsens Justiz wird moderner – auch in der Ausbildung.

(Bildquelle: alexandersikov/123rf.com)

Sachsen war eines der ersten Bundesländer, das bereits 2021 die elektronische Klausurbearbeitung in der Zweiten Juristischen Staatsprüfung einführte. Mit Erfolg: Zuletzt entschieden sich alle Prüflinge, die schriftlichen Aufsichtsarbeiten am Laptop zu verfassen. Nun soll dieser Erfolg ausgebaut werden. Ab Februar 2025 wird die elektronische Klausurbearbeitung auch im schriftlichen Teil der Staatlichen Pflichtfachprüfung angeboten. Damit schaffe Sachsen ein einheitliches, modernes Prüfungsformat für beide juristischen Staatsprüfungen, so das Staatsministerium der Justiz.

Justizministerin Katja Meier betont: „Mit dem elektronischen Examen in der Staatlichen Pflichtfachprüfung vervollständigen wir unser durchgängig digitales Prüfungsangebot. Dies ist ein weiterer bedeutender Meilenstein in der Digitalisierung der sächsischen Justiz. Aufgrund der positiven Erfahrungen in der Zweiten Juristischen Staatsprüfung können wir den Studierenden eine sichere Prüfungsumgebung bieten und erwarten auch hier großen Zuspruch für die E-Klausur. Die Digitalisierung der juristischen Ausbildung stärkt die Attraktivität des sächsischen Justizstandortes.“

Mehr Komfort und Fairness für die Prüfungen

Bisher mussten angehende Juristinnen und Juristen sechs fünfstündige Klausuren handschriftlich verfassen. Mit der E-Klausur profitieren sie von schnellerem Schreiben, Schonung der Hand und besserer Strukturierung der Inhalte. Auch die Prüferinnen und Prüfer sehen Vorteile, vor allem in der besseren Lesbarkeit und der einfacheren Korrektur. Zusätzlich erhöht die elektronische Klausur die Objektivität der Bewertung, da Handschrift und Lesbarkeit keine Rolle mehr spielen. Diese moderne Prüfungsmethode spiegelt zudem die Praxis wider, da in der Berufswelt fast alle Schriftstücke, wie Urteile und Anträge, digital erstellt werden.

Für die Klausurvorbereitung wurde in Zusammenarbeit mit der Juristenfakultät Leipzig ein Übungsportal eingerichtet, das es den Studierenden ermöglicht, Übungsklausuren direkt mit der Prüfungssoftware zu absolvieren. Bereits beim elektronischen Probeexamen im September 2024 nutzten 150 Studierende diese Möglichkeit. So wird eine umfassende Vorbereitung auf die E-Klausur gewährleistet. Die angehenden Juristinnen und Juristen können jedoch weiterhin frei wählen, ob sie ihre Prüfungsarbeiten digital oder handschriftlich anfertigen möchten.



Stichwörter: E-Justiz, E-Klausur, Sachsen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: E-Justiz
Porträtfoto von Hessens Justizminister Christian Heinz.

Hessen: KI-Tool für die Strafverfolgung

[03.02.2026] Hessen will den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Strafverfolgung deutlich ausbauen. Das Justizministerium plant, den Staatsanwaltschaften bis zum Ende der Legislatur ein KI-Tool bereitzustellen, um große Datenmengen effizienter auszuwerten. mehr...

Porträt von Dr. Benjamin Grimm

Brandenburg: Gerichtssäle fit für die E-Akte

[23.01.2026] Das Land Brandenburg hat das Großprojekt der Einführung der E-Akte bei allen Gerichten und Staatsanwaltschaften erfolgreich abgeschlossen – und denkt bereits an die nächsten Schritte. Die Hardware-Basisausstattung in den Gerichten soll nun schrittweise durch leistungsfähigere Technik ersetzt werden. mehr...

Justizia-Skulptur und Richterhammer

Schleswig-Holstein: Verhandlung bei leerem Gerichtssaal

[16.01.2026] Nach einer neuen Rechtsverordnung dürfen in Schleswig-Holstein ausgewählte Amtsgerichte erstmals vollständig virtuelle Videoverhandlungen erproben. Dabei sollen Erfahrungen für eine mögliche bundesweite Regelung gesammelt werden. mehr...

Composite in Blautönen: Geschäftsfrau tippt auf Smartphone, Laptop und Notebook auf einem Tisch. Overlay mit Ordnern mit Dokumentensymbolen.
bericht

E-Akte: Justiz und Polizei arbeiten digital zusammen

[14.01.2026] In vielen Bundesländern wird die Zusammenarbeit von Polizei und Justiz digitaler – und damit enger, effizienter und sicherer. So arbeiten seit Jahresbeginn Justiz und Polizei in Schleswig-Holstein digital. Und auch Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg haben die elektronische Akte eingeführt. mehr...

Bund/Länder: Justizcloud kommt

[08.01.2026] Für die Justiz in Bund und Ländern soll eine einheitliche Cloud aufgebaut werden. Eine entsprechende Vereinbarung wurde jetzt unterzeichnet. Eine erste lauffähige Version soll bis Anfang 2027 zur Verfügung stehen. mehr...

Porträt von Dr. Benjamin Grimm

Brandenburg: Strafsachen ohne Medienbrüche

[07.01.2026] Justiz und Polizei in Brandenburg bearbeiten Strafsachen vollständig digital: Vom Eingang der Strafanzeige bis hin zum Urteil und der Vollstreckung kann der gesamte Verfahrensprozess ohne Medienbrüche abgewickelt werden. mehr...

Tanja Eichner, hessische Justizstaatssekretärin

Hessen: E-Akte in der Justiz eingeführt

[05.01.2026] In der hessischen Justiz ist die E-Akte zum Jahreswechsel 2025/2026 erfolgreich eingeführt. Die Umstellung wurde im laufenden Betrieb abgewickelt. Vorteile bieten sich dadurch auch für Bürgerinnen und Bürger. mehr...

Sozialverwaltung: Papierloses Büro als Basis für zukunftsfähige Arbeitsprozesse.

Niedersachsen: Aufschub für die E-Akte in Bußgeldverfahren

[18.12.2025] Ab Januar 2026 müssen Gerichtsakten in Deutschland elektronisch geführt werden. Niedersachsen nutzt die bundesweite Opt-out-Regelung, um seinen Bußgeldbehörden ein Jahr länger die Papierakte zu erlauben. Eine neue Verordnung soll Verfahrenssicherheit sowie einen schrittweisen Übergang gewährleisten. mehr...

Sachsen: Meilensteine für die digitale Justiz

[11.12.2025] Der Freistaat Sachsen wird im Januar 2026 die elektronische Akte in allen Gerichten und Staatsanwaltschaften eingeführt haben – und nimmt dies zum Anlass, über dieses und weitere Digitalisierungsprojekte zu berichten, darunter auch KI-Tools. mehr...

Schleswig-Holsteins Justizministerin Kerstin von der Decken auf dem 4. Digital Justice Summit in Berlin (24.11.2025)

Schleswig-Holstein: Justiz umfassend digitalisiert

[27.11.2025] In Schleswig-Holstein wird die gesamte Landesjustiz bis Ende dieses Jahres an die E-Akte angeschlossen sein. Den Weg der Digitalisierung der Justiz will das Bundesland auch künftig konsequent fortsetzen. mehr...

Gruppenfoto der Justizministerkonferenz

Bund-Länder-Digitalgipfel: Mittel für Digitalisierung der Justiz

[13.11.2025] Beim siebten Bund-Länder-Digitalgipfel in Leipzig haben Justizministerinnen und -minister von Bund und Ländern die Verteilung der Mittel für die so genannte Digitalsäule des neuen Pakts für den Rechtsstaat festgelegt. Bis 2029 sollen insgesamt 210 Millionen Euro investiert werden, um laufende und neue Digitalisierungsprojekte zu fördern. mehr...

Detailaufnahme aus einem Rechenzentrum: Rückseite eines Serverracks mit Kabeleingängen und Leuchtdiode.

Berlin: Isolierter IT-Betrieb für Gerichte

[29.10.2025] Berliner Gerichte betreiben ihre IT künftig in einer eigenen, abgeschotteten Umgebung, um Datenschutz und IT-Sicherheit zu stärken. Eine neue Rechenzentrumsfläche, die das Kammergericht gemeinsam mit dem ITDZ Berlin realisiert hat, bildet dafür die technische Grundlage. mehr...

Zugang zum Recht gewinnt den Open-Source-Wettbewerb 2025 - hier die Übergabe des Preises

Open-Source-Wettbewerb 2025: „Zugang zum Recht“ ausgezeichnet

[20.10.2025] Der Open-Source-Wettbewerb öffentliche Verwaltung würdigt erfolgreiche Beispiele für digitale Souveränität und effiziente Verwaltungsmodernisierung. In der Kategorie „Fachverfahren“ überzeugte das BMJV-Projekt „Zugang zum Recht“, das den digitalen Zugang zur Justiz verbessert. mehr...

Blau hinterlegte, stilisierte Darstellung einer Waage, verschwommen dahinter die Umrisse einer Hand, die mit dem Zeigefinger in Richtung des Waagesymbols tippt.

Sachsen-Anhalt: Finanzgericht führt E-Akte ein

[17.10.2025] Im Finanzgericht Sachsen-Anhalt – dem einzigen Gericht der Finanzgerichtsbarkeit im Land – werden nun alle Verfahren vollständig elektronisch geführt. Die Voraussetzungen für revisionssichere Videoverhandlungen wurden ebenfalls bereits geschaffen. mehr...

Niedersachsen: E-Examen für angehende Juristen

[13.10.2025] In Niedersachsen sollen juristische Staatsexamina künftig elektronisch abgelegt werden können. Ein entsprechender Gesetzentwurf wurde nun beschlossen. Neben den digitalen Prüfungsformaten sind weitere Anpassungen vorgesehen. mehr...