Cybersicherheitsmonitor 2025Cybergefahren werden unterschätzt

[04.07.2025] Trotz hoher Betroffenheit schützen sich Menschen immer weniger vor Gefahren aus dem Internet. Das geht aus dem aktuellen Cybersicherheitsmonitor von BSI und Polizei hervor. Das BSI hat – in Reaktion auf die Ergebnisse – neue „Ernstfall-Checklisten“ veröffentlicht.
Covergrafik des Cybersicherheitsmonitors 2025, blauer Hintergrund mit fünf verschiedenfarbigen, horizontalen Balken.

Der Cybersicherheitsmonitor gibt Einblicke in den digitalen Alltag der internetnutzenden Bevölkerung in Deutschland.

(Bildquelle: ProPK/BSI)

Starke Passwörter, Zwei-Faktor-Authentisierung und regelmäßige Updates – zum Schutz vor Gefahren im Internet gibt es zahlreiche sinnvolle Maßnahmen. Angewendet werden diese jedoch – trotz anhaltend hoher Bedrohungslage – deutlich seltener als noch in den Vorjahren. Zu diesem Schluss kommt der Cybersicherheitsmonitor 2025. Die repräsentative Dunkelfeldstudie des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und des Programms Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) betrachtet das Schutzverhalten der Bevölkerung sowie ihre Betroffenheit von Cyberkriminalität. In diesem Jahr wurden für die Untersuchung 3.061 Personen ab 16 Jahren bundesweit befragt. Der Kurzbericht zum Cybersicherheitsmonitor 2025 liegt bereits vor, weitere Ergebnisse sollen im August publiziert werden.

Auf die leichte Schulter genommen

Demnach schützt eine Mehrheit der Verbraucherinnen und Verbraucher sowohl Benutzerkonten als auch Geräte nur unzureichend vor möglichen Angriffen. Nur 34 Prozent geben etwa an, die Zwei-Faktor-Authentisierung zu verwenden. Im Jahr 2023 lag der Anteil noch bei 42 Prozent der Befragten. Auch automatische Updates hatten 2023 noch 36 Prozent aktiviert, während 30 Prozent Updates regelmäßig manuell durchführten. 2025 sind beide Anteile gesunken – auf 27 Prozent bei den automatischen und 24 Prozent bei den manuellen Updates. „Cybersicherheit betrifft uns alle – privat, beruflich und gesellschaftlich. Gerade in der aktuellen geopolitischen Situation müssen wir Cybersicherheit viel ernster nehmen: Das gilt für den Staat, für die Hersteller von IT-Produkten und für jede und jeden Einzelnen von uns“, betont BSI-Präsidentin Claudia Plattner.

Checklisten für den Worst Case

Der wachsenden Sorglosigkeit in der Bevölkerung steht eine hohe Betroffenheit gegenüber: Zwar geben mit sieben Prozent etwas weniger als noch in den Vorjahren an, in den vergangenen zwölf Monaten von Cyberkriminalität betroffen gewesen zu sein. Keineswegs rückläufig ist jedoch der Anteil von Menschen, die eine Straftat im Internet mit finanziellem Schaden erlebten: Zwei Prozent der Befragten erlitten allein im Vorjahr einen finanziellen Schaden durch Cyberkriminalität. Über die Hälfte der Befragten (51 Prozent) wünscht sich zum Vorgehen im Ernstfall mehr Informationen. BSI und ProPK haben daher umgehend zwei neue sowie drei überarbeitete „Checklisten für den Ernstfall“ mit Handlungsempfehlungen veröffentlicht. Diese befassen sich unter anderem mit Szenarien wie der Infektion mit einem Schadprogramm, Betrug beim Onlinebanking sowie Cybermobbing und Erpressung.





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