BerlinService-Management mit Open Source

[19.01.2026] Die Berliner Senatsverwaltung für Arbeit und Soziales mit insgesamt 2.200 Mitarbeitenden an zahlreichen Standorten ergänzt ihre Sozialhilfesoftware mit dem Ticketsystem KIX. Nach rund zehn Jahren On-Premises-Betrieb erfolgte der Wechsel in die Cloud.

Enno Krüger (links) und Matthias Mönter bei der Arbeit mit KIX.

(Bildquelle: SenASGIVA)

Als Landesministerium verantwortet die Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung (SenASGIVA) zentral unterschiedliche Bereiche des öffentlichen Lebens, sowohl auf politisch-strategischer Ebene, als auch direkt durch Verfahrensverantwortung. So zahlt die Behörde beispielsweise pro Jahr 2,5 Milliarden Euro an Sozialleistungen mit der Fachsoftware OPEN/PROSOZ aus. Schon vor über zehn Jahren haben die Verfahrensbetreuer der SenASGIVA in ihrer Behörde die Open-Source-ITSM-Software KIX ergänzt, um sämtliche Tickets und Anfragen zu bearbeiten und zu dokumentieren sowie dem Service Desk die Arbeit zu erleichtern. Laut Hersteller folgte nun der Wechsel auf die neueste KIX-Version. Die IT-Mitarbeiter seien bei der Fachsoftware und den ergänzenden Tools auf zuverlässige Lösungen angewiesen – wenn hier etwas nicht nach Plan laufe, bekomme es die Bevölkerung direkt zu spüren.

Freie Wahl bei der ITSM-Lösung

Vorgaben zur ITSM-Software gibt es im Land Berlin nicht. In den Bereichen Open Source und ITSM gehörte die SenASGIVA zu den ersten in Berlin. „Wir hatten uns verschiedene Lösungen wie OTRS angeschaut, aber uns letztendlich für KIX entschieden. Vor allem wollten wir einen einzigen Ansprechpartner haben und uns so wenig wie möglich um Updates kümmern müssen. Plus: Wir hatten ITIL-Prozesse eingeführt, und darin ist KIX in allen für uns relevanten Practices zertifiziert“, berichtet Enno Krüger, IT-Gruppenleiter in der SenASGIVA. Seit der Einführung hat sich das System bewährt, rund 750 Tickets bearbeitet das IT-Team der SenASGIVA pro Monat. Die Herstellerfirma KIX Service Software hatte verschiedene Anpassungen vorgenommen, etwa spezielle Verteilerlisten für Berlin. „Hilfreich sind aber auch die Standardfunktionen. Beispielsweise können wir Verantwortlichkeiten festlegen oder Erinnerungen aktivieren. So geht nichts unter, selbst wenn jemand bei uns ausfällt“, erklärt Enno Krügers Kollege, der Administrator Matthias Mönter.

Von On-Prem in die Cloud

Das Berliner IT-Dienstleistungszentrum ITDZ stellte lange Jahre die IT-Infrastruktur für das Ticketsystem der SenASGIVA zur Verfügung – bis das dabei genutzte Betriebssystem aus dem Support laufen sollte, was mit einer aufwendigen Erneuerung verbunden wäre. Daher entschied sich das IT-Team, in die Cloud des Chemnitzer Herstellers zu wechseln: „Das Hosting in der KIX-Cloud ist einfacher und deutlich günstiger. Zudem haben wir nun einen einzigen Ansprechpartner für alles, vorher mussten wir uns für die Technik an das ITDZ wenden“, so Enno Krüger.

Gleichzeitig sollte auf die neuesten Version KIX Pro 18 migriert werden. Diese bringt unter anderem Verbesserungen im Self-Service-Portal zur leichteren Kommunikation mit den IT-Koordinatoren in den Ämtern mit. Darüber hinaus kann das Team nun erforderliche individuelle Anpassungen, die zuvor vom Hersteller kamen, selbst konfigurieren. Anfang Juli 2025 erfolgte gut geplant die Migration. „Der Übergang lief reibungslos, und wenn wir doch mal Fragen haben, sind die Mitarbeiter von KIX immer sofort zur Stelle. Nach über einer Dekade kann ich sagen: Mit KIX läuft es immer“, so das Fazit von Enno Krüger.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: IT-Infrastruktur
Plastikbausteine mit Noppen in den Deutschland-Farben, vor blauem Hintergrund

BMDS: Konsultation geht in die zweite Runde

[19.01.2026] Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung setzt die Online-Konsultation zum Deutschland-Stack fort. In einer zweiten Runde werden bis Mitte Februar 2026 weitere Rückmeldungen erbeten. mehr...

Berlin: Verwaltungsabkommen mit Dataport

[09.01.2026] Berlin nutzt künftig die Steuer-IT-Infrastruktur von Dataport, gemeinsam mit mehreren norddeutschen Ländern. Ein neues Verwaltungsabkommen regelt die schrittweise Verlagerung der Berliner Steuerdatenproduktion ins Data Center Steuern. Diese soll bis Mitte 2026 abgeschlossen sein. mehr...

Ein Zukunftskongress-Spezial nimmt den Status quo der Verwaltungsdigitalisierung hierzulande in den Blick.

Registermodernisierung: Dreistufiges Anschlussvorhaben

[17.12.2025] Bei der Registermodernisierung sind weitere Fortschritte zu verzeichnen. Das Bundesverwaltungsamt skizziert das nun vorliegende dreistufige Konzept, mit dem dezentrale Register zu einem modernen, vernetzten Register verknüpft werden sollen. mehr...

Logo er Dienstekonsolidierung

Bundesverwaltung: Großprojekt Dienstekonsolidierung abgeschlossen

[17.12.2025] Bundesclient, Bundescloud, E-Akte Bund, Chatbots und mehr – das Programm der Dienstekonsolidierung will durch einheitliche IT-Lösungen behördenübergreifende Veränderungen ermöglichen. Nach zehn Jahren ist das Vorhaben nun abgeschlossen. mehr...

Umrisse der BRD, daneben stichwortartig verschiedene Ziele der NdB, darunter Bündelung, hohes Sicherheitsniveau und schnellerer Datentransport.

Bundesrechnungshof: Netzkonsolidierung ohne Architekturmanagement

[12.12.2025] Der Bundesrechnungshof kritisiert das Milliardenvorhaben Netze des Bundes. Das BMDS wolle die IT-Netze ohne ressortübergreifendes Architekturmanagement bündeln. Damit drohen ein teurer „Blindflug“, höhere Risiken und eine erschwerte Konsolidierung bei einem Projekt von sicherheitsrelevanter Bedeutung. mehr...

Eine Person arbeitet an einem Laptop mit digitalen Dokumenten und Ordnern.

BW-Empfangsclient: Anträge ohne Fachsoftware empfangen

[10.12.2025] Mit dem BW-Empfangsclient können Kommunal- und Landesbehörden in Baden-Württemberg jetzt auch solche digitalen Verwaltungsleistungen anbieten, für die sie bislang keine Fachsoftware nutzen. Die Behörden können sich kostenfrei selbst registrieren, die Lösung ist sofort einsetzbar. mehr...

Hauptgebäude des ITDZ Berlin

Berlin: Moderne IT für den Justizsenat

[13.11.2025] Die Berliner Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz beschleunigt ihre IT-Modernisierung mithilfe des ITDZ Berlin: Die Einführung des standardisierten BerlinPC und eine IT-Zentralisierung via Cloud erhöhen die IT-Sicherheit und entlasten das IT-Fachpersonal. mehr...

Bayern: Rechenzentren als Rückgrat der Digitalisierung

[10.11.2025] Um die langfristige Ansiedlung leistungsfähiger Rechenzentren im Freistaat zu unterstützen, wurde die neue Kontaktstelle Datacenter Bayern geschaffen. Das Angebot richtet sich an Investoren und Projektentwickler, aber auch an Kommunen und Regionen. mehr...

Dunkel gestaltetes D-Balkendiagramm mit neonfarbenen Balken und digitalem Raster als Basis, das eine futuristische Ästhetik der Datenvisualisierung widerspiegelt.

Berlin: Prototyp des Data Hub freigeschaltet

[07.11.2025] Berlin ebnet den Weg hin zu einer datengetriebenen Verwaltung: Mit dem nun von der Landesverwaltung und der Technologiestiftung Berlin freigeschalteten Webangebot Data Hub entsteht eine stadtweite, zentrale Infrastruktur für die Arbeit mit Daten. 
 mehr...

Plastikbausteine mit Noppen in den Deutschland-Farben, vor blauem Hintergrund

BMDS: Konsultation für Deutschland-Stack

[16.10.2025] Das BMDS hat den Beteiligungsprozess zu technischen Standards für den Deutschland-Stack gestartet. Bis Ende November können Digitalwirtschaft und Fachöffentlichkeit ihre Anregungen zur geplanten interoperablen IT-Infrastruktur für Bund, Länder und Kommunen einbringen. mehr...

Schleswig-Holstein: Landesverwaltung mailt per Open Source

[09.10.2025] Das Mailsystem der Landesverwaltung Schleswig-Holstein wurde komplett auf Open Source umgestellt. Über 40.000 Postfächer wurden von Microsoft Exchange auf Open-Xchange und Thunderbird migriert. Das Land will Erfahrungen aus dem in seiner Dimension einzigartigen Projekt teilen. mehr...

USU Digital Consulting/Stackit: Neue Cloud-Kooperation

[29.09.2025] USU Digital Consulting und Stackit wollen künftig kooperieren, um die öffentliche Verwaltung sowie Banken und Versicherungen beim Aufbau souveräner Cloud-Infrastrukturen zu unterstützen, die höchste Anforderungen an Datenschutz, Sicherheit und Compliance erfüllen. mehr...

Graue Hängeregisterschränke mit Papierakten.

Baden-Württemberg: Jobcenter starten Pilotprojekt zur Registermodernisierung

[25.09.2025] In Baden-Württemberg beginnt ein Pilotprojekt zur Registermodernisierung. Drei kommunale Jobcenter erproben die Aufbereitung von Datensätzen und den Datenabgleich gemäß Once-Only-Prinzip, um Erkenntnisse für den bundesweiten Roll-out zu gewinnen. mehr...

Viele Hände halten ein Gewirr von bunten Seilen fest.

NOOTS: Übergang in neue Struktur

[24.09.2025] Die Realisierung des National Once-Only-Technical-Systems (NOOTS) – eine wichtige Grundlage für Registermodernisierung und Once-Only-Prinzip – zeigt beispielhaft, wie komplex die Aufgabe der digitalen Verwaltungstransformation ist. Das BVA berichtet über die neu geschaffenen Strukturen. mehr...