Sachsen-AnhaltNeue Plattform für Polizeieinsätze

[23.06.2026] Die Landespolizei in Sachsen-Anhalt führt die Leitstellensoftware eOCS landesweit ein. Das browserbasierte System verknüpft Einsatzinformationen von Notruf bis Dokumentation und bindet Einsatzkräfte über eine mobile Anwendung direkter ein.
Nahaufnahme eines Polizeiwagens in der Seitenansicht

In Sachsen-Anhalt wird die Leitstellensoftware eurofunk Operations Center Suite landesweit eingeführt.

(Bildquelle: hunterbliss/123rf.com)

Die Landespolizei Sachsen-Anhalt führt landesweit die Leitstellensoftware eurofunk Operations Center Suite (eOCS) ein. Nach rund zwei Jahren Planung und Umsetzung soll das System künftig in allen Lage- und Führungszentren sowie den Einsatzführungsstellen der Polizeiinspektionen genutzt werden, wie das Ministerium für Inneres und Sport mitteilt. Die neue Software löst das bisherige Einsatzleit-, Dispositions- und Informationssystem ELDIS 3 ab und soll die Einsatzsteuerung flexibler, ausfallsicherer und stärker vernetzt machen.

Nächster Schritt nach der Zentralisierung

Die Einführung von eOCS schließt an mehrere Modernisierungsschritte der vergangenen Jahre an. Bereits 2013 hatte Sachsen-Anhalt den polizeilichen Notruf von 21 dezentralen Abfragestellen zunächst auf drei, später auf vier Standorte konzentriert. Danach wurden die Lage- und Führungszentren baulich und technisch modernisiert. Mit ELDIS 3 entstand eine zentrale Informationsdrehscheibe für das polizeiliche Sofortmanagement. Die Ablösung durch eOCS soll diesen Ansatz nun weiterentwickeln: Die Leitstellen sollen sich von einer vor allem verwaltenden Systemumgebung zu einer proaktiven Managementplattform für Einsätze entwickeln.

Vom Notruf bis zur Dokumentation

Die neue Software unterstützt den gesamten Ablauf der Einsatzbearbeitung – vom Notrufeingang über Disposition und Alarmierung bis zur Dokumentation. Unterschiedliche Informations- und Kommunikationsquellen werden in einer gemeinsamen Arbeitsumgebung zusammengeführt. eOCS ist vollständig browserbasiert und benötigt keine lokale Installation. Das soll die Nutzung flexibler machen und den Betrieb absichern. Zu den weiteren Funktionen zählen eine optimierte Einsatzortsuche sowie erweiterte Dispositions- und Alarmierungsmöglichkeiten. Die Bedienoberfläche soll relevante Informationen zentral bündeln und die Arbeit in den Leitstellen übersichtlicher machen.

Einführung bis Ende Juni

Die Einführung erfolgt stufenweise. Seit Mai 2026 wird eOCS in der Polizeiinspektion Dessau-Roßlau eingesetzt, Anfang Juni folgte die Polizeiinspektion Halle (Saale). Bis Ende Juni soll die Umstellung auch in den Polizeiinspektionen Magdeburg und Stendal abgeschlossen sein. Parallel wurde mit resQnect MOBILE eine mobile Anbindung für Einsatzkräfte im Außendienst geschaffen. Sie bindet die Kräfte vor Ort direkt in die digitale Leitstellenkommunikation ein und ermöglicht den Austausch einsatzrelevanter Informationen in Echtzeit. Die Gesamtkosten des Modernisierungsprojekts belaufen sich auf rund 5,8 Millionen Euro.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Innere Sicherheit
Gesichtserkennung in großen Menschenmengen

Fraunhofer IGD: Digitale Technologien für Sicherheitsbehörden

[26.05.2026] Begrenzte personelle Ressourcen und komplexere Einsatzlagen erfordern neue Ansätze in der Inneren Sicherheit. Das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD zeigt, wie digitale Technologien Ermittlungen effizienter gestalten und Einsatzkräfte gezielt unterstützen können. mehr...

Fünf Männer in Anzügen durchschneiden feierlich ein Rots Band


Materna: Sicherheitspolitik als digitale Aufgabe

[20.05.2026] 
Das Unternehmen Materna baut seine Präsenz nahe zentraler Auftraggeber aus Bundeswehr und Verwaltung aus und eröffnet einen neuen Standort für Defence und digitale Souveränität in Koblenz. Dort sollen künftig Lösungen für den Einsatz in sicherheitsrelevanten Bereichen entwickelt werden. mehr...

Stapel von verschiedenen IT-Speichermedien und ein aufgeklappter Laptop.

Bremen: Beweismittelnetz stärkt die Ermittlungsarbeit

[09.04.2026] Die Polizei Bremen und die Ortspolizeibehörde Bremerhaven treten einem gemeinsamen Netz für digitale Beweismittel bei. Der Senat hat dafür rund 2,6 Millionen Euro aus dem Bundesinfrastrukturprogramm freigegeben. mehr...

Montage: links Screenshot der Thüringer Onlinewache, rechts Balkendiagramm der angezeigten Delikte

Thüringen: Online-Wache bewährt sich

[17.03.2026] In Thüringen hat sich die Online-Wache – eine im Zuge der OZG-Umsetzung entwickelte Einer-für-Alle-Leistung – zu einem oft genutzten Service entwickelt. Im vergangenen Jahr wurden darüber über 20.000 Anzeigen erstattet. Eine Weiterentwicklung ist geplant. mehr...

Nahaufnahme eines Polizeiwagens in der Seitenansicht

Sachsen-Anhalt: Neue Einsatz-App für die Polizei

[26.01.2026] Die Landespolizei Sachsen-Anhalt setzt bei der Einsatzkommunikation künftig landesweit auf die App resQnect. Die mobile Anwendung vernetzt Einsatzkräfte mit Lage- und Führungszentren und wird nach einer Pilotphase nun im Streifendienst eingesetzt. mehr...

 Drei Soldaten hocken auf einer Wiese. Ein Soldat bedient ein Tablet. Im Hintergrund steht ein Fahrzeug.

Bundeswehr: Megaprojekt D-LBO startet

[28.11.2025] 
Das Gefechtsfeld des 21. Jahrhunderts erfordert vernetzte Kommunikation, präzise Daten und schnelle Entscheidungen. Das Megaprojekt Digitalisierung Landbasierte Operationen (D-LBO) ist daher eines der großen Zukunftsvorhaben der Bundeswehr. mehr...

Die Minister stehen nebeneinander und halten je ein Exemplar des Berichts zur Cybersicherheit in Bayern 2025 in den Händen.

Bayern: Bericht zur Cybersicherheit 2025

[17.11.2025] Für Bayern liegt jetzt der diesjährige Bericht zur Cybersicherheit im Freistaat vor. Die Bedrohungslage ist demnach weiterhin hoch, mutmaßlich politisch motivierte Cyberangriffe nehmen zu. Bayern hat seine Schutzmaßnahmen angepasst und die Präventionsangebote für den Bereich Wirtschaft und Gesellschaft weiterentwickelt. mehr...

Blick auf ein Bahnhofsgebäude, im Vordergrund ein Laternenmast mit montierter Kamera.

Hamburg: Videoüberwachung mit smarter KI

[11.11.2025] Hamburg führt die Erprobung KI-gestützter Videobeobachtung fort: Nach dem erfolgreichen Test am Hansaplatz soll die Technologie nun auch am Hauptbahnhof Gefahrensituationen früh erkennen und so ein schnelleres Eingreifen der Polizei ermöglichen. mehr...

Blaues Schild mit weißer Aufschrift Polizei, an einer Ziegelwand montiert.

Brandenburg: Internetwache mit neuen Funktionen

[10.10.2025] Die brandenburgische Internetwache ist jetzt mit dem bundesweiten Strafanzeigenportal P20-Onlinewache verbunden. Das Land verspricht sich davon Zeitersparnis für Nutzende und Polizei. mehr...

Mutmaßlicher Feuerehreinsatz im Abendlicht, man sieht zwei Einsatzkräfte von hinten durch eine Pfütze auf ihr Fahrzeug zulaufen, im Hintergrund Rauch und Lichter.

Baden-Württemberg: Feuerwehr funkt per Satellit

[21.08.2025] Einsatzkräfte der Feuerwehren müssen jederzeit – auch in Krisensituationen – zuverlässig kommunizieren. Baden-Württemberg will nun ein satellitengestütztes Funksystem aufbauen. Dieses kann den bestehenden Digitalfunk entlasten und auch auswärtige Kräfte leichter einbinden. mehr...

Baden-Württemberg: Palantir als Zwischenlösung

[30.07.2025] Die grün-schwarze Landesregierung in Baden-Württemberg hat ein Sicherheitskonzept sowie eine Änderung des Polizeigesetzes beschlossen, um eine Analyseplattform zur Terrorabwehr nutzen zu können. Laut Innenminister Thomas Strobl soll das Programm des US-Unternehmens Palantir als Übergangslösung eingesetzt werden, bis eine europäische Software zur Verfügung steht. mehr...

Schleswig-Holstein: BOS-Digitalfunk modernisiert

[30.07.2025] In Schleswig-Holstein wurde mit Inbetriebnahme der letzten neuen Netzersatzanlage für den BOS-Digitalfunk das Vorhaben „Netzhärtung BOS-Digitalfunk“ erfolgreich abgeschlossen. Rund 170 Basisstationen erhielten eine Glasfaseranbindung und eine krisensichere Stromversorgung. mehr...

Bildtermin anlässlich der App-Präsentation: Professor Jörg Roche, Vizepräsidentin Francesca Biagini, Innenminister Herrmann sowie Beamte der Polizei München.

Bayern: Übersetzungs-App für die Polizeiarbeit

[16.07.2025] Die Münchner Polizei hat – gemeinsam mit der Ludwig-Maximilians-Universität – eine Übersetzungs-App speziell für die Polizeiarbeit entwickelt und pilotiert. Durch bessere Verständigung sollen Einsätze erleichtert und das Vertrauen in die Polizei gestärkt werden. mehr...

Das vorwiegend männliche Projektteam hat sich vor einer blauen Wand mit LKA-Niedersachsen-Logo zum Gruppenfoto aufgestellt.

Niedersachsen: Dataport baut Beweismittelcloud auf

[10.07.2025] Dataport baut derzeit für Niedersachsen eine Cloudplattform zur Speicherung, Aufbereitung und Auswertung digitaler Beweismittel auf. Grundlage ist die forensische Analyseumgebung Hansken des niederländischen NFI, die Polizei und Justiz eine effizientere Strafverfolgung ermöglichen soll. mehr...