Baden-Württemberg/NiedersachsenAnschluss an bundesweites Justiznetz

Baden-Württemberg und Niedersachsen sind als erste Länder jetzt an das neue bundesweite Justiznetz angeschlossen worden.
(Bildquelle: iuriigagarin/123rf)
Baden-Württemberg und Niedersachsen sind als erste Bundesländer an das neue bundesweite Justiznetz angeschlossen worden. Wie das niedersächsische Justizministerium und das Land Baden-Württemberg jeweils mitteilen, soll das Netz die technische Grundlage für eine bundeseinheitliche Justiz-Cloud bilden.
Bislang nutzen die Justizverwaltungen der Länder unterschiedliche IT-Systeme, die untereinander und mit den Systemen des Bundes nur begrenzt vernetzt sind. Bund und Länder arbeiten deshalb seit 2025 an einer gemeinsamen Cloud-Infrastruktur. Künftig sollen IT-Anwendungen zentral betrieben und von Gerichten sowie Staatsanwaltschaften bundesweit genutzt werden können. Das folgt dem Einer-für-Alle-Prinzip: Anwendungen müssen nicht mehr von jedem Land einzeln beschafft und betrieben werden.
Die erste Version der Justiz-Cloud soll bis Mitte 2027 bereitstehen. Sie soll neben dem Justiznetz und der erforderlichen Infrastruktur zunächst das Gemeinsame Fachverfahren (GeFa) umfassen. Mit dieser bundesweit einheitlichen Software sollen Gerichte und Staatsanwaltschaften ihre Verfahren künftig digital bearbeiten und verwalten.
Das Justiznetz schafft dabei die Verbindung zwischen den IT-Systemen von Bund und Ländern und den Anwendungen der künftigen Cloud. Nach Angaben aus Baden-Württemberg gehört das Netz ausschließlich der Justiz und läuft nicht über die Infrastruktur eines anderen IT-Dienstleisters. Damit soll es auch den besonderen Anforderungen an den Schutz sensibler Daten in Gerichts- und Ermittlungsverfahren Rechnung tragen.
Nach dem Anschluss von Baden-Württemberg und Niedersachsen soll als Nächstes Bayern folgen. Bis Ende 2028 sollen alle Bundesländer und der Bund mit dem Justiznetz verbunden sein.
Justiz-Cloud und Justiznetz werden derzeit aus Bundesmitteln finanziert. Ab 2027 sollen nach den Angaben weitere Mittel aus dem Pakt für den Rechtsstaat zur Verfügung stehen. Aus dessen Digitalsäule sind 210 Millionen Euro für dieses und weitere Digitalisierungsprojekte vorgesehen.
Strafverfolgung: Digitale Beweismittel schneller übermitteln
[21.08.2026] Die Zusammenarbeit zwischen den EU-Staaten soll bei der Verfolgung von Straftaten verbessert und an neue technische Entwicklungen angepasst werden. Auf der Grundlage von EU-Vorgaben ist in Deutschland ein entsprechendes Gesetz in Kraft getreten. mehr...
Offenburg: Pilotprojekt für bundesweite Justizsoftware
[06.08.2026] Am Landgericht Offenburg ist die neue bundesweite Justizsoftware GeFa erstmals im Echtbetrieb im Einsatz. 33 Beschäftigte testen das Fachverfahren, das künftig in allen Bundesländern genutzt und zahlreiche ältere Lösungen ablösen soll. mehr...
Justizcloud: ITDZ Berlin übernimmt zentrale Aufgaben
[31.07.2026] Das ITDZ Berlin übernimmt zentrale Serviceprozesse für die bundesweite Justizcloud. Damit stärkt der Berliner IT-Dienstleister seine Rolle in einem länderübergreifenden Digitalisierungsprojekt der Justiz und übernimmt Aufgaben für den Betrieb der gemeinsamen Cloud-Infrastruktur. mehr...
Sachsen-Anhalt: E-Akte an allen Arbeitsgerichten
[16.07.2026] In Sachsen-Anhalt arbeiten nun alle vier Arbeitsgerichte und das Landesarbeitsgericht mit der elektronischen Akte. Den Abschluss bildete die Umstellung in Dessau-Roßlau. In der Startphase können einzelne Abläufe noch langsamer laufen. mehr...
Hessen: Brücke zwischen Polizei und Justiz
[01.06.2026] Polizei und Justiz arbeiten weitgehend digital – aber mit unterschiedlichen Systemen. Damit Strafverfahren dennoch medienbruchfrei und rechtskonform ablaufen, gibt es die elektronische Strafakte. Die Hessische Zentrale für Datenverarbeitung berichtet über das komplexe föderale IT-Projekt. mehr...
Baden-Württemberg: Zivilgerichtliches Online-Verfahren läuft an
[06.05.2026] Das zivilgerichtliche Online-Verfahren ist ein bürgernahes Angebot, das eine effiziente und schnelle Bearbeitung von Rechtsstreitigkeiten ermöglichen soll – ohne dass die Beteiligten zwingend persönlich vor Gericht erscheinen müssen. Nun startete die Pilotierung auch in Baden-Württemberg. mehr...
Baden-Württemberg: KI-Tool hilft beim Aktensichten
[30.04.2026] Als Teil der Digitalisierungsinitiative für die Justiz entwickelt das Land Baden-Württemberg ein KI-Werkzeug zur Aktenstrukturierung. Justizangehörige sollen so schnelleren Zugriff auf wesentliche Informationen erhalten und Verfahren dadurch beschleunigt werden. mehr...
Sachsen: E-Akte in der Justiz wird weiterentwickelt
[27.04.2026] Die sächsische Justiz hat die elektronische Verfahrensakte flächendeckend eingeführt. Der erfolgreiche und fristgemäße Projektabschluss im Dezember 2025 wurde nun mit einem Festakt begangen. Die weitere Entwicklung der E-Akte ist organisatorisch bereits abgesichert. mehr...
Zugang zum Recht: Hilfe beim P-Konto
[24.04.2026] Das Team Digitale Rechtsantragstelle hat das Online-Angebot für verschuldete Menschen weiter ausgebaut. Nachdem im vergangenen Jahr ein umfassendes Informationsangebot gelauncht wurde, gibt es nun digitale Unterstützung zur Einrichtung eines Pfändungsschutzkontos. mehr...
E-Justiz: Online-Verfahren vor Zivilgerichten startet
[21.04.2026] An ersten Amtsgerichten hat die Erprobung des zivilgerichtlichen Online-Verfahrens begonnen. Bürgerinnen und Bürger können Zahlungsklagen digital einreichen. Weitere Gerichte sollen in den kommenden Monaten folgen. mehr...
Studie: Digitale Werkzeuge in der Gesetzgebung
[20.04.2026] Eine im Auftrag der EU durchgeführte Studie untersucht, wie innovative, teils auch KI-gestützte Werkzeuge die Gesetzgebungsarbeit in europäischen Ländern unterstützen. Auch mögliche Risiken und die verschiedenen digitalen Tools selbst sind Gegenstand der Untersuchung. mehr...
Hessen: KI für die Justiz
[26.03.2026] Hessens Justizminister Christian Heinz berichtete im Landtag über den geplanten und schon erfolgenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Justiz. Noch für diese Legislaturperiode nahm der Minister die Entwicklung einer KI-Lösung für die Strafverfolgung in den Fokus. mehr...
Schleswig-Holstein: Eigene Digitalisierungsabteilung im Justizministerium
[19.03.2026] Im Ministerium für Justiz und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein wurde eine neue Abteilung geschaffen, die sich mit „Organisation und Digitalisierung“ befassen wird. Deren Leiter ist Hendrik Jensen, der über einschlägige Erfahrung als Richter wie auch im IT-Bereich verfügt. mehr...
Bremen: Investitionen in die digitale Justiz
[10.03.2026] Der Bremer Senat beschließt Investitionen in die Justiz: Rund eine Million Euro soll in Maßnahmen der Digitalisierung fließen. So wird die Beweismittelplattform erweitert, Gerichtssäle erhalten stationäre Videokonferenztechnik, und es entstehen speziell ausgestattete Prüfungsplätze für juristische E-Examina. mehr...












