NiedersachsenBAföG-Fachverfahren fürs ganze Land

[30.01.2026] In Nordrhein-Westfalen wird das Gros der Anträge auf BAföG und Aufstiegs-BAföG per Post oder E-Mail eingereicht. Nun soll ein neues Fachverfahren eingeführt werden – landesweit. Den Auftrag erhielt die Firma Datagroup.
Junger Mann it Laptop auf seinem ofa, im Hintergrund Buchregale

NRW will die Beantragung und Bearbeitung von BAföG-Anträgen digitaler machen.

(Bildquelle: nd3000 / 123rf.com)

Unterstützung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz, kurz: BAföG, ermöglicht es Jugendlichen und jungen Erwachsenen, eine Ausbildung zu absolvieren, auch wenn die Eltern diese Ausbildung nicht finanzieren können. In Land Nordrhein-Westfalen wurden im Jahr 2024 rund 114.000 BAföG-Anträge gestellt, davon rund 98.000 per E-Mail oder Post. Das Aufstiegs-BAföG (AFBG) hat eine individuelle Förderung zum Ziel, um Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Maßnahmen der beruflichen Aufstiegsfortbildung finanziell zu unterstützen – neben dem bekannten „Meister-BAföG” kennt das Bundesgesetz insgesamt 700 mögliche Förderziele. Im Jahr 2024 wurden dazu rund 17.000 Anträge gestellt. Auch im Bereich des Aufstiegs-BAföG gehen mit 86 Prozent die weitaus überwiegenden Anträge per E-Mail oder Post ein. „Damit ist nicht nur Frust auf allen Seiten vorprogrammiert, sondern auch Langsamkeit für Antragsteller und bearbeitende Behörden,“ sagt die Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung, Ina Scharrenbach.

Schneller, besser, digitaler

Damit die Anträge auf BAföG und auf Aufstiegs-BAföG in Zukunft schneller und besser bearbeitet werden können, stellt Nordrhein-Westfalen nun auf ein landesweit einheitliches digitales Verfahren um. Der erste Meilenstein sei mit dem Vertragsabschluss mit dem IT-Dienstleister Datagroup für das Softwareverfahren BAFSYS gelungen, so die Ministerin. Laut Datagroup deckt dasFachverfahren BAFSYS die Antragsbearbeitung und -verwaltung für das BAföG und das Aufstiegs-BAföG ab. Rund 1.000 Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter im ganzen Land erhalten einen virtuellen Arbeitsplatz, der eine vollständig elektronische Aktenführung von der Antragstellung bis zur Bescheiderteilung ermöglicht. Die technische Neuerung ist aber nur der erste Schritt, betont Scharrenbach: „Und nun geht es an die Prozesse: Denn eine neue Software macht die Antragsbearbeitung selbst nicht schneller. Die Kernarbeit beginnt jetzt. Unser Ziel: weniger Papierkram, mehr Tempo und eine Verwaltung, die so smart ist wie die Generation, die sie unterstützt.”

Lösung BAFSYS bereits bewährt

Nordrhein-Westfalen wird das zwölfte Bundesland sein, welches die IT-Lösung BAFSYS einsetzt. Dazu kommt noch die Einführung und der Betrieb einer E-Akte für die Studierendenwerke und die kommunalen Ämter im Land Nordrhein-Westfalen. Und auch die Bezirksregierung Köln soll – in ihrer Zuständigkeit für die Bearbeitung von entsprechenden Anträgen – an die E-Akte angeschlossen werden. Außerdem soll zukünftig ein Service Desk für sämtliche Fragen und Themen rund um das Fachverfahren und dessen Nutzung zur Verfügung stehen.

Bis zum Spätsommer 2026 soll die gesamte Infrastruktur aufgebaut und zusammen mit dem Land, den zwölf Studierendenwerken und den 53 kommunalen Ämtern für Ausbildungsförderung in Betrieb genommen werden. Es ist vorgesehen, die „Altdaten“ und laufenden Vorgänge unmittelbar mit der Umstellung in das neue System zu integrieren. Eine zusätzliche Effizienzsteigerung wird von einem ergänzenden, integrierten Forderungsmanagement erwartet, an welchem laut Digitalisierungsministerium ebenfalls mit Hochdruck gearbeitet wird.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Panorama
Zeichnung von vier Händen, die je ein Puzzleteil hält, die zusammengeführt werden. Daneben steht ÖFIT-Wegbereiter geschrieben.

ÖFIT-Wegbereiter-Reihe: Kompetenzaufbau in der Verwaltungspraxis

[30.01.2026] Als niedrigschwellige, anwendungsorientierte Lern- und Arbeitsinstrumente sollen die ÖFIT-Wegbereiter die interdisziplinäre Bearbeitung von Digitalisierungsprojekten in der öffentlichen Verwaltung unterstützen. Die Reihe umfasst derzeit vier Ausgaben unter anderem zu den Themen Low Code, generative Künstliche Intelligenz und Digitale Souveränität. mehr...

Normenkontrollrat BW: Tätigkeitsbericht 2025 übergeben

[27.01.2026] Der Normenkontrollrat Baden-Württemberg hat seinen zweiten Tätigkeitsbericht vorgelegt. Das Gremium fordert ein Umdenken in der Gesetzgebung, mehr Freiräume für flexible Lösungen vor Ort und entschlossene Schritte zum Bürokratieabbau. mehr...

Blick auf einige Elemente der Digitalen Dachmarke, von einem Monitor abfotografiert.

DigitalService des Bundes: Neues zur Digitalen Dachmarke

[20.01.2026] Die Digitale Dachmarke gewinnt an Reichweite: Seit der Pilotphase Ende 2024 stieg die Zahl der eingebundenen Onlineservices von 17 auf rund 150. Der DigitalService des Bundes berichtet nun über Erfahrungen aus der Pilotierung und über Anpassungen bei Vergabe, Umsetzung und Betrieb. mehr...

 Verschiedene Mobilitätsicons von Bus über Auto bis Bahn liegen auf einer Baden-Württemberg-Karte.

Baden-Württemberg: Digitales Verkehrsmodell

[06.01.2026] Ein landesweites Verkehrsmodell bildet den Auto-, Bus-, Bahn-, Rad- und Fußverkehr sowie den Güterverkehr in Baden-Württemberg nun digital ab. Mit dem Modell steht dem Land künftig ein zentrales, leistungsfähiges Planungswerkzeug zur Verfügung. mehr...

Sachsen-Anhalt: Erneut Digitalisierungsideen gesucht

[06.01.2026] Das Land Sachsen-Anhalt sucht im Rahmen des Innovationswettbewerbs erneut innovative Digitalisierungsideen für die öffentliche Verwaltung. Noch bis zum 13. Februar können Ideen eingereicht werden. mehr...

Drei Frauen sitzen vor einem Plakat mit der Aufschrift "Arbeit neu gestalten"

Work4Germany: Fellowship für einen zukunftsfähigen Staat

[15.12.2025] Digitalisierung bedeutet nicht nur die Einführung neuer Technologien – sie verändert auch die Zusammenarbeit. Mit seinem Fellowship Programm Work4Germany möchte der DigitalService neue Arbeitsweisen in der Bundesverwaltung verankern. Die Bewerbungsfrist für den nächsten Durchgang startet jetzt. mehr...

Größere Menge von blauen, runden Aufklebern mit der Aufschrift "Servicestandard hilft", die auf einer weißen Tischplatte liegen.

Standardisierung: Standardverordnung Onlinezugang praktisch umsetzen

[12.12.2025] Im Juni hat der IT-Planungsrat die Standardverordnung Onlinezugang beschlossen, die im Oktober in Kraft getreten ist. Damit werden verbindliche Qualitätsanforderungen formuliert, welche die Verwaltung mit ihren digitalen Angeboten einhalten muss. DIN SPEC 66336 und der Servicestandard helfen, diese Vorgaben umzusetzen. mehr...

Person mit Laptop auf dem Sofa

Bitkom-Befragung: Digitalpolitik ist den Deutschen wichtig

[02.12.2025] Eine neue Bitkom-Befragung zeigt: Die meisten Menschen wollen endlich einfache Online-Behördengänge. Auch Datenschutz, digitale Teilhabe und mehr Sicherheit im Netz zählen zu den wichtigsten Anliegen. Digitalpolitik ist für viele von großer Bedeutung. mehr...

Gruppenfoto mit sechs Personen

Gesetzgebung: Praxisaustausch zum Digitalcheck

[01.12.2025] Im November fand zum zweiten Mal das Bund-Länder-Treffen zum Digitalcheck statt, auch Vertreterinnen und Vertreter der Europäischen Kommission waren dabei. Die Teilnehmenden tauschten sich über Erfahrungen und Chancen praxis- und digitaltauglicher Gesetzgebung aus. mehr...

Gruppenfoto der Mitglieder des Kompetenzteams Datenschutz des IT-Planungsrats.

IT-Planungsrat: Klausur des Kompetenzteams Datenschutz

[19.11.2025] Das Kompetenzteam Datenschutz – eines von drei Arbeitsformaten innerhalb des vom IT-Planungsrat strategisch vorangetriebenen Schwerpunkts Datennutzung – traf sich in Hamburg, um die Weichen für das Jahr 2026 zu stellen. mehr...

Karsten Wildberger am Messestand der eWA.

BMDS: Digitale Wohnsitzanmeldung als Erfolgsmodell

[18.11.2025] Rund 55 Millionen Bundesbürger haben Zugriff auf den Onlinedienst „elektronische Wohnsitzanmeldung“, um sich nach einem Umzug ohne Amtsbesuch umzumelden. Das BMDS sieht dies als Beleg, dass „Einer für Alle“ die beste Lösung für schnelle Flächendeckung ist. mehr...

Rauchende Schornsteine auf einem Hausdach vor blauem Himmel

Bayern: Kehrbuchdaten digital abrufen

[17.11.2025] Die sogenannten Kehrbuchdaten – Aufzeichnungen des Schornsteinfegers über seine Tätigkeiten in einem bestimmten Gebiet – können bayerische Kommunen künftig digital und an zentraler Stelle abrufen. mehr...

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (li.) und Bundesdigitalminister Karsten Wildberger vor einer Werbewand für die neue App.

BMV: Nie mehr den Kfz-Schein suchen

[11.11.2025] Mit der neuen i-Kfz-App erreicht die Digitalisierung von fahrer- und fahrzeugbezogenen Papieren eine weitere Etappe: Bürgerinnen und Bürger können ihren Fahrzeugschein nun digital auf dem Smartphone mitführen – rechtlich anerkannt und jederzeit abrufbar. mehr...

Wehende Brandenburg-Flagge mit dem Landeswappen, das einen Adler zeigt.

Brandenburg: Neuer Standort für die DigitalAgentur

[10.11.2025] Die DigitalAgentur Brandenburg spielt eine zentrale Rolle bei der Digitalisierung des Landes – und ist ein wichtiges Bindeglied zwischen Ressorts, Landesverwaltung, Kommunen und externen Partnern. Nun hat sie ihren neuen Standort in Babelsberg bezogen. mehr...