NiedersachsenWie brauchbar sind Registerdaten?

[12.02.2026] Geht es um die Registermodernisierung, stehen vor allem technische Aspekte wie die Datenaustauschplattform NOOTS im Fokus. Ein Pilotprojekt in Niedersachsen hat nun die Qualität der Registerdaten selbst untersucht und gleichzeitig gezeigt, wie diese automatisiert verbessert werden kann.
Montage: ein aufgeklappter Laptop, er Monitor enthält Karteischubladen, eine davon ist ausgezogen und ragt aus dem Bildschirm heraus.

Um die Ziele der Registermodernisierung zu erreichen, ist auch die Qualität der Registerdaten entscheidend.

(Bildquelle: mrgao/123rf.com)

Die Registermodernisierung sieht vor, öffentliche Register wie etwa Melderegister oder Sozialdaten so zu modernisieren, dass Behörden ihre Daten in Zukunft sicher und automatisch austauschen können, deutschlandweit und innerhalb der EU. Digitale Verwaltungsleistungen sollen auf diese Weise für alle Beteiligten – Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, aber auch die Verwaltung selbst – vereinfacht und beschleunigt werden. Damit das funktioniert, ist eine korrekte, vollständige und einheitliche Erfassung der Daten in den Registern erforderlich. Eine entscheidende Frage ist außerdem, ob die Qualität der vorhandenen Namens- und Adressdaten ausreicht, um Menschen künftig eindeutig über eine Identitätsnummer zu erkennen.

Register sind fehlerhaft

Ein gemeinsames Pilotprojekt des Landes Niedersachsen, des Start-ups Datenschmiede.ai und des IT-Dienstleisters Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg (KDO) zeigt nun erstmals verlässlich, wie gut die Daten in kommunalen Registern wirklich sind. Mit dem Wohngeldregister und dem Hundesteuerregister wurden im Rahmen des Projekts zwei reelle Register untersucht. Erkannt wurde ein deutlicher Verbesserungsbedarf. Typische Probleme in den in unterschiedlichen Systemen vorhandenen Daten waren beispielsweise inkonsistente, abweichende Schreibweisen ein- und desselben Namens, Doppelungen, also die mehrfache Erfassung von Personen sowie fehlende oder unvollständige Angaben bei Adressen oder Namen.

Fachverfahren wirkt auf Registerqualität

Die wichtigste Erkenntnis aus dem Projekt war, dass nicht das eigentliche Korrigieren der Daten schwierig ist, sondern das Auffinden etwaiger Fehler. Hier können automatisierte Verfahren helfen. In dem niedersächsischen Projekt wurde eine Software eingesetzt, die Datensätze nach den verschiedenen Kriterien bewerten kann. So wird unterschieden zwischen korrekt, mögliche Dublette, automatisch korrigierbar und einer erforderlichen manuellen Prüfung. Das Wohngeldregister erwies sich insgesamt als gut gepflegt. Bei den Daten aus dem Hundesteuerregister gab es deutlich mehr Probleme. Der Aufwand für die Datenbewertung und -korrektur eines Registers hängt also auch stark vom jeweils genutzten Fachverfahren ab.

Registerdaten systematisch aufbereiten

Das Pilotprojekt legt offen, dass für die Registermodernisierung die Qualität der vorhandenen Daten aktuell noch wichtiger ist als Fachverfahren oder sonstige IT-Systeme. Daher lohnt es sich, die Daten vor der technischen Anbindung an zentrale Systeme vorzubereiten. Automatische Analyse- und Aufbereitungsverfahren können die Kommunen bei der Vorbereitung entlasten. Der manuelle Aufwand kann deutlich reduziert werden, und eine sinnvolle Priorisierung wird möglich.

„Das Land Niedersachsen, die KDO sowie das Start-up Datenschmiede.ai werden die gewonnenen Erkenntnisse nutzen, um Register systematisch zu untersuchen und die Kommunen dabei zu unterstützen, sich auf die kommenden Anforderungen der Registermodernisierung vorzubereiten“, so die niedersächsische Digitalisierungsstaatsekretärin Anke Pörksen.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Panorama
Composit: Hände halten ein Tablet, darüber schwebt ein 2D-Objekt mit den Umrissen und Farben von Deutschland, überlagert von einem gezeichneten Netzwerk.

Bitkom Länderindex 2026: Hamburg führt, Saarland holt auf

[12.05.2026] Der Digitalverband Bitkom hat die Bundesländer erneut nach ihrem Stand bei der Digitalisierung verglichen. Hamburg bleibt klar an der Spitze, Hessen rückt auf Platz drei vor. Besonders deutlich verbessert sich das Saarland, während ostdeutsche Länder bei digitaler Bildung stark abschneiden. mehr...

Screenshot der Social Wall des LGL

LGL Baden-Württemberg: Social Wall für Social Media

[06.05.2026] Das baden-württembergische Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung informiert auch in sozialen Medien über seine Arbeit – und bündelt diese Einträge seit Kurzem nutzer- und datenschutzfreundlich auf der eigenen Website. Zum Einsatz kommt die Social-Wall-Lösung Stage. mehr...

Telefonierende Frau in einem Büro

115: Behördennummer ab jetzt deutschlandweit

[05.05.2026] Die Behördennummer 115 ist seit Ende April in allen Bundesländern erreichbar. Mit der Freischaltung in Bayern ist der telefonische Zugang zu Verwaltungsinformationen bundesweit verfügbar; der konkrete Serviceumfang unterscheidet sich jedoch je nach Land und Kommune. mehr...

Torsi von Männern an einem Schreibtisch, darüber als Overlay Gebäudekonturen

Nordrhein-Westfalen: Führend beim Einsatz von BIM

[30.04.2026] Nordrhein-Westfalen nimmt im Bereich des BIM-basierten Bauantrags bundesweit eine Vorreiterrolle ein. Das zeigt eine Studie der Ruhr-Universität Bochum, die dafür Bauvorhaben in mehreren Kommunen unter realen Bedingungen untersucht hat. mehr...

Blick in eine Berliner Straßenflucht, im Hintergrund der Fernsehturm.

Berlin: Mehr Innovation in der Verwaltung

[27.04.2026] GovTech Deutschland erhält einen weiteren Satelliten: GovTech Berlin soll künftig die Bedarfe der Berliner Behörden bündeln und sie gemeinsam mit GovTech Deutschland in konkrete Lösungen übersetzen. mehr...

In blaues Licht getaquchter Raum, Person am Monitor, flankiert von Mann und Frau in förmlicher Kleidung
bericht

Berlin: Unruhe beim ITDZ

[24.04.2026] Im März hat Matthias Hundt die Rolle des Berliner CDO übernommen, jetzt wurde er auch zum Aufsichtsratsvorsitzenden des ITDZ Berlin berufen. Gleichzeitig zeichnet sich eine engere Steuerung des IT-Landesbetriebs durch die Senatskanzlei ab. Hintergrund sind anscheinend anhaltende finanzielle Herausforderungen. mehr...

Darstellung der App-Startseite auf einem Tablet.

Nordrhein-Westfalen: Besser gegen Wasser geschützt

[23.04.2026] Das Land NRW stellt eine App bereit, die Eigentümerinnen und Eigentümer von Immobilien darin unterstützt, Gefährdungen durch Starkregen oder Hochwasser einzuschätzen. Mit der nächsten Ausbaustufe werden nun auch Schutzmaßnahmen direkt am Gebäude sichtbar und umsetzbar. mehr...

Building Information Modeling: Im Straßenbau wird digital zur Regel

[22.04.2026] Projekte im Bereich der Bundesfernstraßen sollen ab sofort nach 
einheitlichen digitalen Standards geplant, gebaut und betrieben werden. Die Methode Building Information Modeling (BIM) wird damit nach erfolgreichen Pilotprojekten künftig zum Regelprozess. mehr...

Ein Laptop, dessen Monitor die Startseite der Servicestandard-Website zeigt.

DigitalService des Bundes: Hotline für den Servicestandard

[16.04.2026] Nutzerfreundliche digitale Verwaltungsleistungen steigern die Zufriedenheit von Bürgern und Unternehmen, parallel entlasten sie die Verwaltung. Der Servicestandard hilft bei der Umsetzung. Eine Hotline liefert nun individuelle Unterstützung bei Fragen rund um diesen Kriterienkatalog. mehr...

Porträt Leonhard Kugler

ZenDiS: Wechsel an der Spitze

[16.04.2026] Beim Zentrum für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung wechselt die Geschäftsführung: Leonhard Kugler übernimmt und folgt auf Alexander Pockrandt. Mit dem Wechsel soll die Aktivierung des Open-Source-Ökosystems stärker in den Fokus rücken. mehr...

Überwachung des Imports und Exports von Containern, Kontrolle von Handelscontainern.

Zoll/ITZBund: Anwendung zur Zentralen Zollabwicklung

[10.04.2026] Zoll und ITZBund haben eine neue Version des Zollsystems ATLAS in Betrieb genommen. Mit ATLAS-CCI startet eine zentrale Zollabwicklung für Einfuhren, die grenzüberschreitende Verfahren ermöglicht. Unternehmen können sich nun auf die zertifizierungspflichtige Nutzung vorbereiten. mehr...

Hand mit Euronoten vor blauem Hintergrund

Nordrhein-Westfalen: Digital zum Mittelabruf

[08.04.2026] Das Land Nordrhein-Westfalen hat ein umfangreiches Infrastruktur- und Investitionsprogramm für Kommunen auf den Weg gebracht. Der Antragsweg für die Kommunen sollte dabei möglichst glatt verlaufen: Über ein Portal können sie über ein rein digitales Verfahren auf die Mittel zugreifen. mehr...

Nahaufnahme von Aktenstapeln und Papieren auf einer Tischplatte in einem Büro.

ÖFIT: Wege zur wirksamen Verwaltung

[24.03.2026] Personalmangel und Bürokratielasten führen zum Eindruck einer überforderten Verwaltung. Eine aktuelle Studie des ÖFIT zeigt, wie innerhalb des Verwaltungssystems die Hebel für eine erfolgreiche Staatsmodernisierung umgelegt werden können – durch strikte Outcome-orientierte Handlungsleitung und pragmatische Ansätze. mehr...

Mehrere Personen sitzen offenbar miteinander redend um einen Tisch herum, dieser ist mit gelben Zetteln bedeckt.

BMDS: Kriterien für gute Servicequalität

[17.03.2026] Im Februar haben Menschen aus ganz Deutschland in mehreren Bürgerwerkstätten erarbeitet, was für sie einen guten Verwaltungsservice ausmacht. Die Ergebnisse will das BMDS nun weiter validieren, um ein Audit-Tool für die Servicequalität von Bundesleistungen zu entwickeln. mehr...

Laptop auf einem niedrigen Tisch in warmen Licht, Händet tippen darauf.

Hessen: Quick-Check Bauantrag gestartet

[16.03.2026] Das Land Hessen hat ein einfaches digitales Angebot geschaffen, mit dem Bürgerinnen und Bürger schnell prüfen können, ob für ihr Bauvorhaben ein Bauantrag erforderlich ist. Das spart Zeit, schafft Klarheit und entlastet auch die Behörden. mehr...