Low Code/No CodeDigitalisierung von innen

[13.02.2026] Es ist eine Mammutaufgabe, die Verwaltung einer großen Organisation zu digitalisieren. Das gilt auch für die Bundeswehr, die zudem vor zahlreichen weiteren Herausforderungen steht. Die Digitalisierung in Teilen in die Hände kleinerer Einheiten oder Teams zu geben, kann zu erheblichen Effizienzgewinnen führen.
Einige braune Kartonhefter mit einem Plastikkugelschreiber.

Laufzettel sind in der Bundeswehrverwaltung oft noch zeitraubende Realität – und könnten durch kleine, eigenentwickelte Digitaltools ersetzt werden.

(Bildquelle: eric1513/123rf.com)

Wer im Kontext der Bundeswehr an Digitalisierung denkt, hat möglicherweise vor allem vernetzte Waffensysteme oder die sichere Kommunikation im Gefechtsfeld vor Augen. Doch auch in der Verwaltung kommt es auf effiziente, digitale Abläufe und arbeitsentlastende Fachverfahren an. Zwar laufen in allen Bereichen dazu längst zahlreiche Projekte und Initiativen, der Fokus liegt bisher aber vornehmlich auf großen Vorhaben wie der Bereitstellung eines modernen digitalen Arbeitsplatzes oder der Einführung einer digitalen Gesundheitsakte für Soldatinnen und Soldaten. Kleinere Digitalisierungsaufgaben innerhalb einer Einheit oder eines Teams haben hingegen oft keine Priorität und bleiben jahrelang liegen – obwohl sie Soldaten, Bundeswehrbeamte sowie zivile Angestellte von zeitraubenden Routineaufgaben wie dem bis heute praktizierten Ausfüllen und Herumtragen von Laufzetteln befreien könnten. Diese Einschätzung vertritt Fabian Kretschmer, Strategic Account Executive – Defense & Public Sector Advisor des weltweit tätigen US-Softwareunternehmens Pegasystems, das KI-gestützte Plattformen anbietet.

Kleine Tools mit großer Wirkung

Kleine Abläufe, die viel Zeit fressen und sich gut automatisieren lassen, binden gemessen an heute verfügbarer Technologie unnötig Ressourcen und bremsen die Streitkräfte aus. Betroffen sind laut Kretschmer etwa die Beschaffung von Ausrüstung, die Verteilung von Material, die Organisation des Nachschubs und das Personalmanagement. In den kommenden Jahren soll die Bundeswehr größer werden. Verwaltung und IT sollen dabei aber nicht linear mit der kämpfenden Truppe mitwachsen – sie müssen (zeit-)effizienter werden. Dazu können auch kleine Digitaltools beitragen, die Personal von Aufgaben wie dem simplen Übertragen oder Weitergeben von Daten entlasten.

Eigenleistungsfähigkeit stärken

Für die BWI als Digitalisierungspartner der Bundeswehr und die vielen externen IT-Partner sind solche Projekte in der Regel zu klein. Kretschmer schlägt daher vor, die Eigenleistungsfähigkeit der Einheiten oder Fachverantwortlichen zu stärken, damit sie ihre Digitalisierung in einem gewissen Rahmen selbst vorantreiben können. Der Schlüssel dafür sind Low-Code-/No-Code-Technologien, mit denen sich digitale Abläufe ohne Programmierung aus Softwarebausteinen erstellen lassen. Notwendig ist aber auch die Befähigung der Fachverantwortlichen, die diese Technologien nutzen sollen. Für beides werden, zumindest in der Anlaufphase, durchaus die Spezialistinnen und Spezialisten der BWI benötigt.

Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch implementieren

Aus Kretschmers Sicht ist es außerdem wichtig, Gemeinschaften aufzubauen, in denen sich die Nutzer der neuen Low-Code-/No-Code-Plattformen austauschen können und sich nicht auf ein einzelnes, spezialisiertes System zu beschränken. Wichtig ist, sich für Lösungen zu entscheiden, die integrationsfähig, flexibel und gut skalierbar sind, also eher keine Nischen-Champions. „Letztlich kann die Eigenleistungsfähigkeit ein Digitalisierungsturbo für die Bundeswehr sein, weil Einheiten all die kleinen Projekte, für die sonst die Ressourcen fehlen, selbst und damit meist deutlich schneller umsetzen können, also in Tagen oder Wochen statt in Monaten oder Jahren“, betont Kretschmer.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Panorama
Composit: Hände halten ein Tablet, darüber schwebt ein 2D-Objekt mit den Umrissen und Farben von Deutschland, überlagert von einem gezeichneten Netzwerk.

Bitkom Länderindex 2026: Hamburg führt, Saarland holt auf

[12.05.2026] Der Digitalverband Bitkom hat die Bundesländer erneut nach ihrem Stand bei der Digitalisierung verglichen. Hamburg bleibt klar an der Spitze, Hessen rückt auf Platz drei vor. Besonders deutlich verbessert sich das Saarland, während ostdeutsche Länder bei digitaler Bildung stark abschneiden. mehr...

Screenshot der Social Wall des LGL

LGL Baden-Württemberg: Social Wall für Social Media

[06.05.2026] Das baden-württembergische Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung informiert auch in sozialen Medien über seine Arbeit – und bündelt diese Einträge seit Kurzem nutzer- und datenschutzfreundlich auf der eigenen Website. Zum Einsatz kommt die Social-Wall-Lösung Stage. mehr...

Telefonierende Frau in einem Büro

115: Behördennummer ab jetzt deutschlandweit

[05.05.2026] Die Behördennummer 115 ist seit Ende April in allen Bundesländern erreichbar. Mit der Freischaltung in Bayern ist der telefonische Zugang zu Verwaltungsinformationen bundesweit verfügbar; der konkrete Serviceumfang unterscheidet sich jedoch je nach Land und Kommune. mehr...

Torsi von Männern an einem Schreibtisch, darüber als Overlay Gebäudekonturen

Nordrhein-Westfalen: Führend beim Einsatz von BIM

[30.04.2026] Nordrhein-Westfalen nimmt im Bereich des BIM-basierten Bauantrags bundesweit eine Vorreiterrolle ein. Das zeigt eine Studie der Ruhr-Universität Bochum, die dafür Bauvorhaben in mehreren Kommunen unter realen Bedingungen untersucht hat. mehr...

Blick in eine Berliner Straßenflucht, im Hintergrund der Fernsehturm.

Berlin: Mehr Innovation in der Verwaltung

[27.04.2026] GovTech Deutschland erhält einen weiteren Satelliten: GovTech Berlin soll künftig die Bedarfe der Berliner Behörden bündeln und sie gemeinsam mit GovTech Deutschland in konkrete Lösungen übersetzen. mehr...

In blaues Licht getaquchter Raum, Person am Monitor, flankiert von Mann und Frau in förmlicher Kleidung
bericht

Berlin: Unruhe beim ITDZ

[24.04.2026] Im März hat Matthias Hundt die Rolle des Berliner CDO übernommen, jetzt wurde er auch zum Aufsichtsratsvorsitzenden des ITDZ Berlin berufen. Gleichzeitig zeichnet sich eine engere Steuerung des IT-Landesbetriebs durch die Senatskanzlei ab. Hintergrund sind anscheinend anhaltende finanzielle Herausforderungen. mehr...

Darstellung der App-Startseite auf einem Tablet.

Nordrhein-Westfalen: Besser gegen Wasser geschützt

[23.04.2026] Das Land NRW stellt eine App bereit, die Eigentümerinnen und Eigentümer von Immobilien darin unterstützt, Gefährdungen durch Starkregen oder Hochwasser einzuschätzen. Mit der nächsten Ausbaustufe werden nun auch Schutzmaßnahmen direkt am Gebäude sichtbar und umsetzbar. mehr...

Building Information Modeling: Im Straßenbau wird digital zur Regel

[22.04.2026] Projekte im Bereich der Bundesfernstraßen sollen ab sofort nach 
einheitlichen digitalen Standards geplant, gebaut und betrieben werden. Die Methode Building Information Modeling (BIM) wird damit nach erfolgreichen Pilotprojekten künftig zum Regelprozess. mehr...

Ein Laptop, dessen Monitor die Startseite der Servicestandard-Website zeigt.

DigitalService des Bundes: Hotline für den Servicestandard

[16.04.2026] Nutzerfreundliche digitale Verwaltungsleistungen steigern die Zufriedenheit von Bürgern und Unternehmen, parallel entlasten sie die Verwaltung. Der Servicestandard hilft bei der Umsetzung. Eine Hotline liefert nun individuelle Unterstützung bei Fragen rund um diesen Kriterienkatalog. mehr...

Porträt Leonhard Kugler

ZenDiS: Wechsel an der Spitze

[16.04.2026] Beim Zentrum für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung wechselt die Geschäftsführung: Leonhard Kugler übernimmt und folgt auf Alexander Pockrandt. Mit dem Wechsel soll die Aktivierung des Open-Source-Ökosystems stärker in den Fokus rücken. mehr...

Überwachung des Imports und Exports von Containern, Kontrolle von Handelscontainern.

Zoll/ITZBund: Anwendung zur Zentralen Zollabwicklung

[10.04.2026] Zoll und ITZBund haben eine neue Version des Zollsystems ATLAS in Betrieb genommen. Mit ATLAS-CCI startet eine zentrale Zollabwicklung für Einfuhren, die grenzüberschreitende Verfahren ermöglicht. Unternehmen können sich nun auf die zertifizierungspflichtige Nutzung vorbereiten. mehr...

Hand mit Euronoten vor blauem Hintergrund

Nordrhein-Westfalen: Digital zum Mittelabruf

[08.04.2026] Das Land Nordrhein-Westfalen hat ein umfangreiches Infrastruktur- und Investitionsprogramm für Kommunen auf den Weg gebracht. Der Antragsweg für die Kommunen sollte dabei möglichst glatt verlaufen: Über ein Portal können sie über ein rein digitales Verfahren auf die Mittel zugreifen. mehr...

Nahaufnahme von Aktenstapeln und Papieren auf einer Tischplatte in einem Büro.

ÖFIT: Wege zur wirksamen Verwaltung

[24.03.2026] Personalmangel und Bürokratielasten führen zum Eindruck einer überforderten Verwaltung. Eine aktuelle Studie des ÖFIT zeigt, wie innerhalb des Verwaltungssystems die Hebel für eine erfolgreiche Staatsmodernisierung umgelegt werden können – durch strikte Outcome-orientierte Handlungsleitung und pragmatische Ansätze. mehr...

Mehrere Personen sitzen offenbar miteinander redend um einen Tisch herum, dieser ist mit gelben Zetteln bedeckt.

BMDS: Kriterien für gute Servicequalität

[17.03.2026] Im Februar haben Menschen aus ganz Deutschland in mehreren Bürgerwerkstätten erarbeitet, was für sie einen guten Verwaltungsservice ausmacht. Die Ergebnisse will das BMDS nun weiter validieren, um ein Audit-Tool für die Servicequalität von Bundesleistungen zu entwickeln. mehr...

Laptop auf einem niedrigen Tisch in warmen Licht, Händet tippen darauf.

Hessen: Quick-Check Bauantrag gestartet

[16.03.2026] Das Land Hessen hat ein einfaches digitales Angebot geschaffen, mit dem Bürgerinnen und Bürger schnell prüfen können, ob für ihr Bauvorhaben ein Bauantrag erforderlich ist. Das spart Zeit, schafft Klarheit und entlastet auch die Behörden. mehr...