Bund und LänderBundeseinheitliche Justizcloud

Die Justizcloud soll als gemeinsame Plattform für die Justiz einen direkten Zugang zu innovativer Cloudtechnologie bieten.
(Bildquelle: everythingpossible/123rf.com)
In der vergangenen Woche fand der fünfte Bund-Länder-Digitalgipfel der Justizministerinnen und Justizminister in Berlin statt. Bei ihren vorherigen Treffen hatten die Ministerinnen und Minister eine Studie zur Machbarkeit einer bundeseinheitlichen Justizcloud in Auftrag gegeben. Die Studie wurde unter enger Einbeziehung von Fachleuten aus Ländern und Bund sowie weiterer Stakeholder erarbeitet. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass sich eine bundeseinheitliche Cloudinfrastruktur für justizbezogene Anwendungen praktisch realisieren lässt und dass ihre Verwirklichung erhebliche Kosten- und Qualitätsvorteile verspricht.
Wie das Bundesjustizministerium meldet, haben die Justizministerinnen und Justizminister auf dieser Grundlage nun eine Erklärung verabschiedet, die das gemeinsame Ziel formuliert, bis Ende 2026 eine erste Version einer bundeseinheitlichen Justizcloud zu realisieren. Finanziert werden soll das Vorhaben aus der Digitalisierungsinitiative der Justiz. „Das Ergebnis des heutigen Gipfels ist ein Erfolg. Wir haben heute die Grundlage gelegt für die Entwicklung einer bundeseinheitlichen Justizcloud. Ich bin überzeugt: Für unsere Justiz kann eine einheitliche Cloudlösung ein Gamechanger sein“, sagt Bundesjustizminister Volker Wissing. Nun müssten dem Beschluss Taten folgen.
Haushaltsfragen dürfen Digitalisierung der Justiz nicht stoppen
Manche IT-Anwendungen in der Justiz sind schon heute cloudbasiert. Allerdings fehlt es an einer bundeseinheitlichen Cloudinfrastruktur für justizbezogene IT-Anwendungen. Die Justizcloud könnte gemäß der Machbarkeitsstudie virtuelle Infrastruktur und Plattformen standardisieren und bündeln, sodass signifikante Synergien entstehen. Anwendungen könnten mit ihr schneller und kostengünstiger entwickelt und zügiger in den Betrieb gebracht werden. Updates und Anpassungen könnten schneller in der Fläche umgesetzt werden. Die bundesweit einheitliche Nutzung von Anwendungen würde so einfacher werden, auch Workflows könnten mit der flächendeckenden Umstellung auf Cloudtechnologie vereinfacht werden – etwa im Bereich Datenmanagement.
Auch wenn das Ampel-Aus im Bund Unsicherheit gebracht habe und Haushaltsfragen noch offen sind, müsse die weitere Digitalisierung der Justiz vorangebracht werden, betonte Anna Gallina, Senatorin und Präses der Behörde für Justiz und Verbraucherschutz der Freien und Hansestadt Hamburg. Wichtig sei, dass Bund und die Länder die Justizcloud als gemeinsames Projekt begreifen. „Das heißt auch, dass der Bund die Länder weiterhin finanziell unterstützen muss, unabhängig vom Ausgang der anstehenden Bundestagswahl“, so Gallina.
Baden-Württemberg: Zivilgerichtliches Online-Verfahren läuft an
[06.05.2026] Das zivilgerichtliche Online-Verfahren ist ein bürgernahes Angebot, das eine effiziente und schnelle Bearbeitung von Rechtsstreitigkeiten ermöglichen soll – ohne dass die Beteiligten zwingend persönlich vor Gericht erscheinen müssen. Nun startete die Pilotierung auch in Baden-Württemberg. mehr...
Baden-Württemberg: KI-Tool hilft beim Aktensichten
[30.04.2026] Als Teil der Digitalisierungsinitiative für die Justiz entwickelt das Land Baden-Württemberg ein KI-Werkzeug zur Aktenstrukturierung. Justizangehörige sollen so schnelleren Zugriff auf wesentliche Informationen erhalten und Verfahren dadurch beschleunigt werden. mehr...
Sachsen: E-Akte in der Justiz wird weiterentwickelt
[27.04.2026] Die sächsische Justiz hat die elektronische Verfahrensakte flächendeckend eingeführt. Der erfolgreiche und fristgemäße Projektabschluss im Dezember 2025 wurde nun mit einem Festakt begangen. Die weitere Entwicklung der E-Akte ist organisatorisch bereits abgesichert. mehr...
Zugang zum Recht: Hilfe beim P-Konto
[24.04.2026] Das Team Digitale Rechtsantragstelle hat das Online-Angebot für verschuldete Menschen weiter ausgebaut. Nachdem im vergangenen Jahr ein umfassendes Informationsangebot gelauncht wurde, gibt es nun digitale Unterstützung zur Einrichtung eines Pfändungsschutzkontos. mehr...
E-Justiz: Online-Verfahren vor Zivilgerichten startet
[21.04.2026] An ersten Amtsgerichten hat die Erprobung des zivilgerichtlichen Online-Verfahrens begonnen. Bürgerinnen und Bürger können Zahlungsklagen digital einreichen. Weitere Gerichte sollen in den kommenden Monaten folgen. mehr...
Studie: Digitale Werkzeuge in der Gesetzgebung
[20.04.2026] Eine im Auftrag der EU durchgeführte Studie untersucht, wie innovative, teils auch KI-gestützte Werkzeuge die Gesetzgebungsarbeit in europäischen Ländern unterstützen. Auch mögliche Risiken und die verschiedenen digitalen Tools selbst sind Gegenstand der Untersuchung. mehr...
Hessen: KI für die Justiz
[26.03.2026] Hessens Justizminister Christian Heinz berichtete im Landtag über den geplanten und schon erfolgenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Justiz. Noch für diese Legislaturperiode nahm der Minister die Entwicklung einer KI-Lösung für die Strafverfolgung in den Fokus. mehr...
Schleswig-Holstein: Eigene Digitalisierungsabteilung im Justizministerium
[19.03.2026] Im Ministerium für Justiz und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein wurde eine neue Abteilung geschaffen, die sich mit „Organisation und Digitalisierung“ befassen wird. Deren Leiter ist Hendrik Jensen, der über einschlägige Erfahrung als Richter wie auch im IT-Bereich verfügt. mehr...
Bremen: Investitionen in die digitale Justiz
[10.03.2026] Der Bremer Senat beschließt Investitionen in die Justiz: Rund eine Million Euro soll in Maßnahmen der Digitalisierung fließen. So wird die Beweismittelplattform erweitert, Gerichtssäle erhalten stationäre Videokonferenztechnik, und es entstehen speziell ausgestattete Prüfungsplätze für juristische E-Examina. mehr...
Mecklenburg-Vorpommern: Weitere Entlastung der Justiz
[03.03.2026] Die Digitalisierung der Justiz ist oftmals mit einer hohen Belastung für die Beschäftigten verbunden. In Mecklenburg-Vorpommern werden Justizbedienstete an immer mehr Standorten vom unvermeidlichen Scannen eingehender Papierakten entlastet. Gleichzeitig ist „Outtasking Scannen“ ein Integrationsprojekt. mehr...
Sachsen-Anhalt: E-Akte für die Verwaltungsgerichte
[25.02.2026] Die Verwaltungsgerichte in Sachsen-Anhalt führen ihre Verfahren nun durchgängig digital. Zum Einsatz kommt eine Fachanwendung des e²-Verbundes, Dataport begleitete die Implementierung. Eine Ausweitung auf weitere Gerichtsbarkeiten ist bereits in Vorbereitung. mehr...
Hessen: KI-Tool für die Strafverfolgung
[03.02.2026] Hessen will den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Strafverfolgung deutlich ausbauen. Das Justizministerium plant, den Staatsanwaltschaften bis zum Ende der Legislatur ein KI-Tool bereitzustellen, um große Datenmengen effizienter auszuwerten. mehr...
Brandenburg: Gerichtssäle fit für die E-Akte
[23.01.2026] Das Land Brandenburg hat das Großprojekt der Einführung der E-Akte bei allen Gerichten und Staatsanwaltschaften erfolgreich abgeschlossen – und denkt bereits an die nächsten Schritte. Die Hardware-Basisausstattung in den Gerichten soll nun schrittweise durch leistungsfähigere Technik ersetzt werden. mehr...
Schleswig-Holstein: Verhandlung bei leerem Gerichtssaal
[16.01.2026] Nach einer neuen Rechtsverordnung dürfen in Schleswig-Holstein ausgewählte Amtsgerichte erstmals vollständig virtuelle Videoverhandlungen erproben. Dabei sollen Erfahrungen für eine mögliche bundesweite Regelung gesammelt werden. mehr...
E-Akte: Justiz und Polizei arbeiten digital zusammen
[14.01.2026] In vielen Bundesländern wird die Zusammenarbeit von Polizei und Justiz digitaler – und damit enger, effizienter und sicherer. So arbeiten seit Jahresbeginn Justiz und Polizei in Schleswig-Holstein digital. Und auch Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg haben die elektronische Akte eingeführt. mehr...













