Rheinland-PfalzDigitale Unfalldaten aufnehmen

[20.07.2023] Fahrzeuge bringen nicht nur Personen oder Güter von A nach B, sondern generieren und speichern immer größere Datenmengen. Die Polizei in Rheinland-Pfalz erprobt nun eine digitalisierte Verkehrsunfallaufnahme, bei der diese Daten ausgewertet werden.
Rheinland-Pfalz: Innenminister Michael Ebling bei der Vorstellung des Vorhabens zur digitalisierten Verkehrsunfallaufnahme.

Rheinland-Pfalz: Innenminister Michael Ebling bei der Vorstellung des Vorhabens zur digitalisierten Verkehrsunfallaufnahme.

(Bildquelle: MdI RLP)

Fahrzeuge werden mit immer mehr Technik ausgestattet, und während der Fahrt werden Daten generiert, verarbeitet und gespeichert. Auch Entwicklungen im Zusammenhang mit dem autonomen und automatisierten Fahren sowie die Vernetzung von Fahrzeugen schreiten voran. Wie sich all das auf die polizeiliche Verkehrsunfallaufnahme auswirkt und welche Möglichkeiten das der Polizei bietet, hat Michael Ebling, Innenminister von Rheinland-Pfalz, jetzt vorgestellt. Insbesondere bei Verkehrsunfällen ohne klassische Spurenlage könnten die gespeicherten, digitalen Daten viele Informationen zum Unfallhergang liefern. Die Polizei Rheinland-Pfalz habe dazu eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die in den kommenden zwölf Monaten verschiedene Einsatzmöglichkeiten der Technik zur digitalen Verkehrsunfallaufnahme erproben wolle, sagte der Innenminister.

Zwei Teams mit unterschiedlichen Schwerpunkten

Die Bildung der Arbeitsgruppe „Fortentwicklung und Digitalisierung in der Verkehrsunfallaufnahme“ wurde im August 2022 vom Innenministerium in Auftrag gegeben. Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich in zwei Teams mit unterschiedlichen Aspekten der digitalisierten Verkehrsunfallaufnahme. In der nun startenden Erprobung sollen beide Teams der AG in ihren jeweiligen Schwerpunktgebieten zum Einsatz kommen.
Das Unfallaufnahme-Team in Koblenz wird den gesamten objektiven Tatbefund bei schwersten Verkehrsunfällen aufnehmen; das Datensicherungsteam im Bereich der Polizeidirektion Bad Kreuznach wird sich auf das Auslesen der digitalen Daten aus dem Airbag-Steuergerät konzentrieren. Für die Erprobungsphase wurden beide Teams mit moderner Technik ausgestattet. Unter anderem kommen so genannte Crash-Data-Retrieval-Geräte zum Einsatz. Diese können unfallrelevante Daten aus dem Airbag-Steuergerät auslesen, darunter beispielsweise Informationen darüber, ob ein Sicherheitsgurt angelegt war. Das Einsatzspektrum des Datensicherungsteams erstreckt sich auf alle Verkehrsunfälle mit Personenschäden sowie Unfälle mit erheblichem Sachschaden oder unklarer Beweislage.
Nach Ablauf der zwölfmonatigen Erprobungsphase soll im dritten Quartal 2024 eine Evaluation der Ergebnisse erfolgen, sodass die Arbeitsgruppe ihre Tätigkeit Ende 2024 abgeschlossen haben wird. Anlassbezogen kann laut Ministerium über eine Verlängerung der Erprobungsphase entschieden werden.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Innere Sicherheit
Das Bild zeigt ein Polizeifahrzeug, aus dessen Fenster eine Kelle mit der Aufschrift Halt Polizei gestreckt wird.
bericht

Materna Virtual Solution: Polizeiarbeit der Zukunft

[25.04.2024] Die Arbeit der Polizei wird digitaler und mobiler. Dies erfordert eine sichere und einheitliche IT-Basis. Für die praktische Umsetzung sind vier Aspekte entscheidend, so der Security-Spezialist Materna Virtual Solution. mehr...

Unterzeichnung Kooperationsvereinbarung Land Berlin und Fraunhofer

Berlin: Sicherheitslagen simulieren

[12.04.2024] Im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung wollen Berlins Sicherheitsbehörden und das Fraunhofer-Zentrum SIRIOS Sicherheitslagen simulieren und visualisieren, um im Ernstfall schneller reagieren zu können. mehr...

Abhörskandal: Das Problem liegt tiefer

[25.03.2024] In Deutschland fehlt eine zentrale Kommunikationslösung für Sicherheitsbehörden. Dieses Dilemma steht hinter dem Abhörskandal bei der Bundeswehr. Ein Kommentar des Sicherheitsexperten Christian Pohlenz. mehr...

Das Bld zeigt Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr im Hof einer Feuerwache.

Krisenfall: Koordination ist das A und O

[15.03.2024] Im Katastrophenfall zählt jede Sekunde. Die Einsatzkräfte sind auf eine schnelle, sichere und reibungslose Kommunikation angewiesen. Der Software-Hersteller Materna Virtual Solution sieht dabei vier große Herausforderungen. mehr...

Das Bild zeigt einen Bildschrim mit geöffnetem Security-Programm.

Cybersecurity Report: Bedrohung auf Rekordniveau

[14.03.2024] Der aktuelle Cybersecurity Report von Trend Micro zeigt, dass Angriffe auf IT-Systeme immer raffinierter werden. Deutschland gehört zu den am stärksten betroffenen Ländern, insbesondere im Bereich Ransomware. Im Fokus der Angreifer stehen staatliche Einrichtungen und Kritische Infrastrukturen. mehr...

Das Bild zeigt ein rotes Alarmlicht.

Krisenkommunikation: BSI gibt GroupAlarm frei

[29.02.2024] GroupAlarm ist nun die offizielle Lösung für alle Bundesbehörden in Deutschland. Nach dem erfolgreichen Einsatz beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) für Cyber-Sicherheitsvorfälle steht das System nun allen Bundesbehörden zur Verfügung. mehr...

Blaulichtbalken auf einem deutschen Polizeiauto, dahinter verschwommen Feuerwehrfahrzeuge mit eingeschaltetem Blaulicht.

Niedersachsen: Stabssoftware für Katastrophenschutz

[26.02.2024] Niedersachsen führt eine landesweit einheitliche Stabssoftware für den Katastrophenschutz ein. Damit soll die Kommunikation zwischen den Stabsstellen schneller, verlässlicher und sicherer werden. mehr...

An einem großen Konferenztisch sitzen 26 europäische Cyber-Sicherheitsdirektoren beim Cyber Security Directors‘ Meeting.

Cyber-Sicherheit: EU-Experten diskutieren Herausforderungen

[23.02.2024] Beim vierten Cyber Security Directors‘ Meeting des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) diskutierten 26 europäische Cyber-Sicherheitsdirektoren über die Umsetzung neuer EU-Rechtsakte und gemeinsame Strategien gegen IT-Sicherheitsvorfälle. mehr...

Das Bild zeigt Bundesinnenministerin Nacy Faeser im Gespräch mit den Machern des Projects Eagle, mit dem Hasskommentare im Internet aufgespürt werden kann.

Jugend forscht: Innovation gegen Online-Hass

[23.02.2024] Bundesinnenministerin Nancy Faeser hat sich mit den Bundessiegern von Jugend forscht im Bereich Mathematik/Informatik getroffen, um über neue Methoden gegen antisemitische Hetze in sozialen Medien zu diskutieren. mehr...

Zwei deutsche Soldaten in Uniform schauen zur Seite.

Bundeswehr: IT-Beschaffung beschleunigen

[21.02.2024] Ein Positionspapier, wie die Beschaffung digitaler Technologien seitens der Bundeswehr beschleunigt werden kann, hat der Digitalverband Bitkom erarbeitet. Insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen oder Tech-Start-ups sei die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr sehr aufwendig. mehr...

Brandenburg: Neue App für die Polizeiarbeit

[08.02.2024] Die Brandenburger Polizeibediensteten können künftig die Handy-App mScan nutzen: Sie liest die Prüfcodes von Ausweisdokumenten und Kennzeichen aus und prüft die Echtheit. Mit dieser weiteren Möglichkeit des mobilen Arbeitens sollen zusätzliche Schreibarbeiten im Revier reduziert werden. mehr...

Das Bild zeigt symbolisch eine Karte von Deutschland über die ein Sicherheitsnetz gespannt ist.

Bundeswehr: Sicher in das Quantenzeitalter

[02.02.2024] Die BWI hat das Glasfasernetz der Bundeswehr grundlegend modernisiert. Das 13.000 Kilometer lange Netz ist nun nicht nur leistungsfähiger, sondern auch gegen künftige Quantencomputer gewappnet. mehr...

Baden-Württemberg: Cybercrime-Zentrum am Start

[05.01.2024] Mehr Schlagkraft im Kampf gegen Cyber-Kriminalität verspricht sich das Land Baden-Württemberg von einem neu eröffneten Cybercrime-Zentrum. mehr...

Baden-Württemberg: Polizei beteiligt sich am Ipai

[21.12.2023] Künftig wird sich die Polizei Baden-Württemberg am Innovation Park Artificial Intelligence (Ipai) beteiligen. Dieses KI-Zentrum wird – auch mit Landesmitteln – derzeit in Heilbronn aufgebaut. mehr...

BSI: Verschärfte Sicherheit für Rechenzentren

[11.12.2023] Das BSI hat die Mindestanforderungen an die IT-Sicherheit in Rechenzentren der Bundesverwaltung angehoben. Dies geschieht auf Basis einer neuen Version der HV-Benchmark kompakt 5.0. Darin wird nun das Niveau der Standard-Absicherung nach IT-Grundschutz als Maßstab angelegt. mehr...