Branchenkompass Public Sector 2020Mitarbeiter stärker beteiligen

[11.08.2020] Die Mitarbeiter im öffentlichen Sektor sollen stärker in die Veränderungsprozesse der kommenden Jahre einbezogen werden. Das zeigen die Ergebnisse des Branchenkompasses Public Sector von Sopra Steria und dem F.A.Z.-Institut.
88 Prozent der Behörden arbeiten laut Branchenkompass Public Sector an Formaten wie beispielsweise Workshops

88 Prozent der Behörden arbeiten laut Branchenkompass Public Sector an Formaten wie beispielsweise Workshops, um ihre Mitarbeiter stärker in kommende Transformationsprozesse einzubeziehen.

(Bildquelle: 123rf.com/neyro2008)

Die öffentliche Verwaltung in Deutschland investiert in einen internen Kulturwandel. 95 Prozent der Behördenentscheider halten einen Veränderungsprozess für wichtig. Zwei Drittel halten Change-Maßnahmen für dringend angebracht, um beispielsweise Digitalisierungsziele zu erreichen. Dazu gehört, mehr Akzeptanz zu erreichen und eine digitale Innovationskultur aufzubauen. Das sind die Ergebnisse des Branchenkompasses Public Sector 2020 von Sopra Steria und dem F.A.Z.-Institut (wir berichteten).
Für die Studie sind laut Sopra Steria 100 Entscheider aus 100 deutschen Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltungen befragt worden. Die Mehrheit der Verwaltungen möchte ihre Mitarbeiter demnach stärker in die Veränderungsprozesse der kommenden Jahre einbeziehen. 88 Prozent der Behörden würden an passenden Formaten, wie beispielsweise Workshops, arbeiten. Die Leiter würden so Digitalisierungsvorhaben und ihre Auswirkungen intensiver erklären, zum Beispiel, wie sich die Automatisierung von Aufgaben auf den eigenen Job auswirkt. Zudem würden die Verantwortlichen planen, mit einem Fokus auf die Nutzerzentrierung mehr Ideen und Anregungen aus dem Behördenalltag einzusammeln und zu berücksichtigen.

Zeitgemäße Kommunikation

Fast ebenso viele Befragte (83 Prozent) beabsichtigen laut Umfrage, in zeitgemäße Kommunikation zu investieren. Dazu würden beispielsweise interne Werbe- und Aufklärungskampagnen, Roadshows mit Experten sowie Newsletter und Podcasts zählen. Von den Maßnahmen versprechen sich die Verantwortlichen nach Angaben von Sopra Steria mehr Zuspruch und Beteiligung in den eigenen Reihen. Die fehlende interne Akzeptanz sei für mehr als jeden zweiten befragten Behördenentscheider (54 Prozent) ein zentrales Hindernis bei der Einführung neuer Technologien. 72 Prozent der Behörden würden zudem spüren, dass sie der IT-Fachkräftemangel ausbremst und deshalb verstärkt in die Qualifizierung des eigenen Personals investieren. 35 Prozent sehen demnach Schulungsbedarf in Innovationsmanagement und neuen, agilen Arbeitsweisen. Darüber hinaus würden Behörden an organisatorischen Veränderungen arbeiten. 59 Prozent der Behörden wollen laut Branchenkompass bis 2020 die Arbeit in selbstorganisierten, crossfunktionalen Teams verstärken. 67 Prozent der Kommunen sowie 47 Prozent der Bundes- und Landesverwaltungen würden zudem planen, das Verhalten und die Reaktion ihrer Mitarbeiter auf den Change-Prozess zu analysieren.

Kaum Kontrolle

Eine valide Kontrolle, ob Veränderungsprozesse greifen, finde derzeit jedoch kaum statt. Das scheint auch in Zukunft so zu bleiben: Nur jede dritte Behörde plane die Einführung passender Instrumente zur Erfolgsbewertung für interne Veränderungen, beispielsweise Benchmark-Vergleiche mit anderen Behörden oder Unternehmen. Eine Steuerung von Veränderungsmaßnahmen über Kennzahlen wie Balanced Reorganisation Scorecards sei nur in 17 Prozent der befragten Verwaltungen vorgesehen. Vielen Behörden drohe somit die Gefahr, dass angestoßene Veränderungsprozesse im Sande verlaufen oder im Ergebnis keine Verbesserungen bringen.
„Ein erfolgreicher kultureller Wandel drückt sich vor allem in weichen Kategorien aus, beispielsweise einem Bewusstseinswandel, einer Akzeptanz digitaler Technologien oder einer gesteigerten Motivation, eigene Ideen einzubringen“, sagt Ulf Glöckner, Senior Manager Public Sector von Sopra Steria und Experte für Veränderungsmanagement. „Umso wichtiger ist es, diesen Wandel in messbare Kennzahlen zu übersetzen und die Fortschritte zu überprüfen. Nur mit Transparenz nach innen und nach außen steigt die Akzeptanz bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die anstehenden Veränderungen im Zuge des Onlinezugangsgesetzes mitzutragen und sich aktiv zu beteiligen“, so Glöckner.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Personalwesen
Screenshot eines Online-Formulars

ZAB: Nachweis ausländischer Ausbildungen online

[11.07.2024] Wer mit einem ausländischen Ausbildungsabschluss nach Deutschland einwandern und hier arbeiten will, muss zuvor die so genannte Auskunft zur Berufsqualifikation erteilen. Dies ist ab sofort auch für nicht-hochschulische Abschlüsse digital und vollständig medienbruchfrei möglich. mehr...

Bundesinnenministerin Nancy Faser am Rednerpult, rechts von ihr ein Banner der Digitalakademie des Bundes.

BMI: Aufbau der Digitalakademie Bund abgeschlossen

[05.06.2024] Nach drei Jahren ist der Aufbau der Digitalakademie Bund nun offiziell abgeschlossen. Die Akademie will nicht nur technisches Know-how vermitteln, sondern auch Wissen um neue Arbeitsweisen. Das Angebot richtet sich an alle Bundesbeschäftigten. mehr...

Eine Gruppe aus drei Männern in förmlicher Kleidung steht hinter einem roten Band und ist im Begriff, dieses zu durchtrennen. Im Hintergrund ein Gebäude mit Aufschrift "Alter Tabakspeicher" sowie weitere Personen.

Bremen: Räume für gute Zusammenarbeit

[24.05.2024] Der Innovationscampus für Verwaltungsdigitalisierung in Bremen wurde nun offiziell eröffnet. Dort sollen künftig Beschäftigte des Finanzressorts und des IT-Dienstleisters Dataport in enger räumlicher Nähe arbeiten. Zudem bietet die bremische Verwaltung damit ihren Beschäftigten neue Arbeitsmodelle. mehr...

Bildschirmarbeiter von hinten gesehen an einem braunen Holzschreibtisch mt zwei Monitoren, Topfpflanzen und einer Lautsprecherbox.

Brandenburg: Attraktiv als Arbeitgeber

[23.05.2024] Wie können Verwaltungen für ihre Beschäftigten attraktiv werden und bleiben? Im Land Brandenburg wurde dazu mit verschiedenen Beteiligten ein Konzept erarbeitet und jetzt durch das Kabinett verabschiedet. mehr...

Saarland: Modernisierung der Beihilfe

[17.05.2024] Die Beihilfebearbeitung des Saarlandes wird seit einigen Wochen von der Postbeamtenkrankenkasse erledigt. Gleichzeitig wurde die Bearbeitung digitaler. Die bereitgestellte App wird von den Kundinnen und Kunden gut angenommen: Rund 70 Prozent der Anträge gingen auf diesem Weg ein. mehr...

Illustration: vereinfacht gezeichnete Darstellung eines Computermonitors, der die ZAB-Website zeigt, vor grünem Hintergrund.

ZAB: Ausländische Hochschulabschlüsse bewerten

[06.05.2024] Ausländische Fachkräfte können die Bewertung ihrer Hochschulabschlüsse inklusive aller Nachweise ab sofort digital und vollständig medienbruchfrei bei der ZAB beantragen: Die Antragstellung, die Bearbeitung und die Ausstellung finden über eine Ende-zu-Ende digitalisierte Plattform statt. mehr...

Bayern: FinanzIT bündelt Kompetenzen

[01.03.2024] Die IT-Kompetenzen des bayerischen Landesamts für Finanzen werden ab sofort in der neuen Organisation FinanzIT BAYERN gebündelt. Diese steigt damit zum größten staatlichen IT-Arbeitgeber in der Oberpfalz auf. mehr...

Berlin: Moderner Landespersonalservice

[29.01.2024] Die demografische Entwicklung stellt die Berliner Verwaltung vor akute Probleme. Schon jetzt sind 7.000 Stellen unbesetzt. Nun will das Land das Landesverwaltungsamt zu einer modernen Full-Service-Personalagentur umbauen. Erste Schritte sind gemacht. mehr...

Mobiles Arbeiten: Ortsflexibel in Bremen

[14.12.2023] Moderne Arbeitsmodelle bieten Chancen und neue Herausforderungen. Die bremische Verwaltung hat eine eigene Dienstvereinbarung für das ortsflexible Arbeiten. Entsprechende Räumlichkeiten finden sich im Tabakquartier. mehr...

Rheinland-Pfalz: Digitalisierungsminister Alexander Schweitzer hat das erste Innovationslabor der Landesverwaltung eröffnet.

Rheinland-Pfalz: Raum für neue Ideen in der Verwaltung

[12.09.2023] Raus aus den Denksilos – hin zu einer agilen Arbeitsweise in der öffentlichen Verwaltung: Diesen Zielen will das Land Rheinland-Pfalz mit einem TransformationLAB näherkommen, das im Digitalisierungsministerium eingerichtet wurde. mehr...

Mecklenburg-Vorpommern: Kooperation für E-Government-Studium

[05.09.2023] Dem Land Mecklenburg-Vorpommern stehen jährlich zwei Studienplätze im neu entwickelten Studiengang E-Government am Department Public Management der Fakultät Wirtschaft und Soziales der HAW Hamburg offen. Eine entsprechende Vereinbarung wurde jetzt unterzeichnet. mehr...

Bayern: Mitarbeiter digital fortbilden

[27.07.2023] In Bayern ist jetzt eine neue Lernplattform an den Start gegangen. Behördenmitarbeiter finden darauf kostenlose E-Learning-Kurse unter anderem zum Thema Verwaltungsdigitalisierung. Die Plattform richtet sich auch an Kommunen. mehr...

Bremen bahnt Verwaltungsbeschäftigten den Weg zum ortsflexiblen Arbeiten.

Bremen: Ortsflexibles Arbeiten verankert

[18.07.2023] In Bremen wurde eine neue Dienstvereinbarung für ortsflexibles Arbeiten unterzeichnet. Diese ermöglicht der Verwaltung das Arbeiten im Homeoffice und regelt dessen Ausstattung, bahnt aber auch den Weg zum Desksharing, bei dem Beschäftigte keine fixen Büroarbeitsplätze mehr haben. mehr...

Polizei Hessen nutzt Augmented Reality für die Nachwuchsgewinnung.

Polizei Hessen: Augmented Reality für Nachwuchsgewinnung

[17.07.2023] Um insbesondere jüngere Menschen für den Polizeiberuf zu begeistern, greift die hessische Polizei auf Augmented Reality zurück. Auf Plakaten, die für eine Karriere bei der Polizei werben, sind dazu übergroße Fingerabdrücke angebracht, die mit dem Smartphone gescannt werden können und so Zugang zu einer interaktiven Ermittlungswelt bieten. mehr...

Teilnehmer der ersten Digital Journey.

Digitalakademie Bund: Erste Digital Journey abgeschlossen

[10.07.2023] Die erste #digitaljourney haben 15 oberste Führungskräfte der Verwaltung mit Schirmherr und Bundes-CIO Markus Richter abgeschlossen. Eine neue Runde startet im September. mehr...