BSISchwachstellen im Exchange Server

Cyber-Sicherheit erhöhen: Das BSI rät, auf aktuelle Versionen von Microsoft Exchange umzusteigen.
(Bildquelle: pixabay.com)
In Deutschland sind mindestens 17.000 Instanzen von Microsoft Exchange Servern durch eine oder mehrere kritische Schwachstellen gefährdet. Experten gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl der gefährdeten Server noch höher liegt. Zu diesem alarmierenden Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).
Das BSI fordert die Betreiber dieser Systeme auf, umgehend Maßnahmen zu ergreifen: „Es ist notwendig, auf aktuelle Versionen von Exchange umzusteigen, alle verfügbaren Sicherheitsupdates einzuspielen und die Server sicher zu konfigurieren“, heißt es in einer diese Woche veröffentlichten Warnung. Diese Schritte seien entscheidend, um die Sicherheit der IT-Infrastruktur zu gewährleisten.
Dringender Handlungsbedarf
Cyber-Kriminelle und staatliche Akteure nutzen die Schwachstellen bereits aus, um Schad-Software zu verbreiten, Spionage zu betreiben oder Ransomware-Angriffe durchzuführen. Besonders kritische Bereiche wie Bildungseinrichtungen, medizinische Einrichtungen, Rechtsanwälte und Steuerberater, Kommunalverwaltungen sowie viele mittelständische Unternehmen seien von Angriffen betroffen.
Claudia Plattner, Präsidentin des BSI, macht den Ernst der Lage deutlich: „Es darf nicht sein, dass es in Deutschland zehntausende angreifbare Installationen einer derart relevanten Software gibt. Unternehmen, Organisationen und Behörden gefährden ohne Not ihre IT-Systeme und damit ihre Wertschöpfung, ihre Dienstleistungen oder eigene und fremde Daten, die hochsensibel sein können. Cyber-Sicherheit muss endlich ganz oben auf der Agenda stehen. Es besteht dringender Handlungsbedarf.“
Weitere verwundbare Server
Weitere Untersuchungen ergaben, dass in Deutschland etwa 45.000 Microsoft Exchange Server direkt aus dem Internet erreichbar sind, von denen etwa 37 Prozent aufgrund veralteter Versionen oder Patch-Stände angreifbar sind. Weitere 48 Prozent der Server könnten gefährdet sein, wenn bestimmte Schutzmaßnahmen nicht aktiviert sind. Das BSI weist darauf hin, dass es auch eine neu entdeckte Schwachstelle in Microsoft Exchange gibt, für die erst kürzlich Updates bereitgestellt wurden. Werden diese Updates nicht eingespielt, kann sich das Sicherheitsrisiko weiter erhöhen. Um die Netzwerksicherheit zu erhöhen, informiert das CERT-Bund des BSI bereits seit einiger Zeit die Netzbetreiber in Deutschland über bekannte verwundbare Server in ihren Netzen.
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