Mecklenburg-VorpommernAlles neu bei der Polizei-IT

[02.02.2026] Seit einem Angriff auf IT-Infrastrukturen im Juni 2025 muss die Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern ohne Smartphones auskommen. Das Innenministerium nahm den Vorfall zum Anlass, die mobile IT-Infastruktur grundlegend zu erneuern. Das Vorhaben soll im Verlauf dieses Jahres abgeschlossen werden.
Porträt Christian Pegel

„Wir haben uns früh gegen schnelle Behelfslösungen entschieden. Unser Ziel ist eine mobile IT-Ausstattung, die nicht nur funktioniert, sondern dauerhaft sicher und belastbar ist“, betont Innenminister Christian Pegel.

(Bildquelle: Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung M-V/Fotostudio Berger Schwerin)

Die Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern wurde im Juni 2025 Ziel eines Cyber-Angriffs: Betroffen war ein Server, der für Diensthandys genutzt wurde. Um Risiken für polizeiliche Daten und für angebundene Systeme auszuschließen, wurden als Sofortmaßnahme zahlreiche dienstliche Smartphones außer Betrieb genommen. Der NDR sprach nach dem Vorfall in einem Bericht von über 3.500 Geräten. Seither strebt das Innenministerium Mecklenburg-Vorpommern die vollständige Neuaufstellung der mobilen IT-Ausstattung der Polizei an.

Schon frühzeitig hatten technische Analysen nach dem Vorfall gezeigt, dass eine schnelle Wiederinbetriebnahme einzelner Geräte oder eine punktuelle Reparatur bestehender Strukturen den Sicherheitsanforderungen an polizeiliche IT nicht entsprochen hätten. Daher sei bewusst entschieden worden, auf kurzfristige Übergangslösungen zu verzichten, so das Ministerium in einer aktuellen Meldung. Stattdessen greife die Polizei für ihre tägliche Arbeit auf „die bewährten Kommunikations- und Arbeitsmittel“ zurück, die auch schon vor Einführung der dienstlichen Smartphones genutzt worden seien – also wohl auf Funkgeräte. Einsatzabläufe wurden entsprechend angepasst. Die Einsatzfähigkeit sei gewährleistet.

Abschied von überholten Strukturen

Die mobile IT-Infrastruktur wird umfassend neu aufgesetzt. „Dazu gehört die vollständige Überprüfung und Neuordnung der zugrunde liegenden Systeme, der Serverlandschaft und der Endgeräte ebenso wie aller Verwaltungs- und Sicherheitsprozesse. Umfangreiche Tests, mehrstufige Sicherheitsfreigaben sowie eine kontrollierte Inbetriebnahme sind dabei zwingender Bestandteil“, erklärt Innenminister Christian Pegel.

Die neue IT-Struktur soll auf Basis der detaillierten Auswertung des Vorfalls aufgebaut werden, alle bisherigen technischen Erkenntnisse und Prüfergebnisse sollen in die neue Systemarchitektur einfließen. So soll ein klar strukturiertes und dauerhaft belastbares System entstehen, das ohne überholte Strukturen auskommt und den aktuellen und künftigen Anforderungen an Sicherheit und Stabilität gerecht wird. Die Architektur werde nicht nur repariert, sondern neu gedacht, betont das Innenministerium. Parallel werden bestehende Sicherheits- und Kontrollprozesse überprüft und wenn nötig nachgeschärft. Innenminister Pegel rechnet im weiteren Verlauf dieses Jahres mit der Rückkehr zu einer vollständig verfügbaren mobilen IT-Ausstattung.





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