BVADigitalisierung des Migrationsmanagements

[10.09.2024] Digitalisierungsmaßnahmen im Migrationsmanagement setzt das Bundesverwaltungsamt um. In den Bereichen Visum, Grenze und Aufenthalt sollen Effizienz und Zukunftsfähigkeit der Systeme weiter steigen.

Das Bundesverwaltungsamt (BVA) hat umfangreiche Maßnahmen rund um die Digitalisierung des Migrationsmanagements auf den Weg gebracht. Wie die Behörde mitteilt, haben der Bundeskanzler sowie die Regierungschefinnen und -chefs der Bundesländer mit ihren Beschlüssen vom 10. Mai und 15. Juni 2023 die Weichen für eine grundlegende Digitalisierung der Migrationsverwaltung im Bund, in den Ländern und Kommunen gestellt. Das Bundesverwaltungsamt habe daraus eine Roadmap mit einem umfangreichen Maßnahmenkatalog abgeleitet und setze diese in enger Abstimmung mit dem Bundesinnenministerium um. BVA-Präsidentin Katja Wilken sagt: „Wir haben uns in unserer Roadmap das Ziel gesetzt, die Bearbeitungsschritte, die in unserem Zuständigkeitsbereich im Themenkomplex Migration anfallen, fachlich und technisch auf den neuesten Stand zu bringen. Dabei verfolgen wir einen systemischen Ansatz, um den größtmöglichen Nutzen für alle am Gesamtprozess beteiligten Akteure erzielen zu können.“

Das BVA verantwortet den Betrieb des Ausländerzentralregisters einschließlich der Visadatei mit zahlreichen Schnittstellen und Anwendungen sowie Hintergrundsysteme, die essentiell sind für die Arbeit der Ausländerbehörden, aber auch für die Grenzkontrolle und Datenabgleiche im Rahmen von Visum-, Erstregistrierungs- und Aufenthaltsverfahren. Ziel der Digitalisierungsmaßnahmen seien eine Effizienzsteigerung und Beschleunigung von Vorgängen, an denen das BVA beteiligt ist, indem Medienbrüche abgeschafft, Arbeitsschritte automatisiert, Infrastruktur erneuert und neue Schnittstellen geschaffen werden. Dies dient der Entlastung aller Prozessbeteiligten. Erste Maßnahmen der Roadmap hat das BVA laut eigenen Angaben bereits abgeschlossen.

Verfahren zur Beteiligung der BA modernisiert

Wird für eine Beschäftigung in Deutschland ein Aufenthaltstitel beantragt, muss die Bundesagentur für Arbeit (BA) grundsätzlich zustimmen. Auch bei zustimmungsfreien Beschäftigungen können Ausländerbehörden und Auslandsvertretungen die BA beteiligen, um bei der Prüfung der Erteilungsvoraussetzungen unterstützt zu werden. Bisher mussten derartige Anfragen von Mitarbeitenden außerhalb der genutzten Fachanwendungen gestellt, bearbeitet und nachverfolgt werden, was hohe manuelle Zusatzaufwände bei allen beteiligten Behörden verursachte. Gemeinsam mit der BA und dem Auswärtigen Amt hat das BVA die technische Infrastruktur weiterentwickelt, damit die fakultative Beteiligung ohne Medienbrüche erfolgen kann. Der bisherige manuelle Aufwand wird dadurch erheblich reduziert.

Schnellere Visa-Bearbeitung 

Mit dem Gesetz und der Verordnung zur Weiterentwicklung der Fachkräfteeinwanderung wurden die Regelungen des bisherigen Einwanderungsrechts reformiert. Als eine der zentralen Regelungen wurden die Zustimmungserfordernisse der Ausländerbehörden im Visumverfahren ganz wesentlich reduziert und die Prozesse vereinfacht. Dadurch werden die Ausländerbehörden deutlich entlastet und die Visaverfahren von Fachkräften, Forschenden, Studierenden, Ausbildungsplatzsuchenden und deren mitreisenden Familienangehörigen stark beschleunigt.

Das BVA hat die Umsetzung dieser neuen Regelungen in der automatisierten Verarbeitung der Visumanträge durch umfangreiche Anpassungen der technischen Prozesse und Schnittstellen gewährleistet.

Automatisierte Verfahrensschritte zur Einreise und zum Aufenthalt

Weitere Maßnahmen werden laut BVA in den kommenden Monaten umgesetzt. Dazu zählt eine Biometrie-basierte Weblösung zur Registrierung und Identitätsüberprüfung von Asylsuchenden, die an das vom BVA verantwortete Registerportal angeschlossen sein wird. Im Rahmen der „Smart Borders Initiative“ befinden sich außerdem das neue Einreise-/Ausreisesystem (Entry Exit System) sowie das Europäische Reiseinformations- und Reisegenehmigungssystem (European Travel Information and Authorisation System) in der Umsetzung. Die beiden Systeme sollen der Erfassung und Kontrolle personenbezogener Daten von Staatsangehörigen aus Nicht-EU-Ländern dienen, welche die Außengrenzen des Schengen-Raums überqueren. Als nationale Kopfstelle stellt das BVA allen zugriffsberechtigten Behörden den technischen Zugang zu den beiden europäischen Systemen zentral zur Verfügung.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Panorama
Berliner Rathaus, daneben der Fernsehturm

Berlin: Wer macht was?

[11.08.2026] Der im Juni beschlossene Zuständigkeitskatalog soll die Aufgabenverteilung innerhalb der Berliner Verwaltung klar regeln und das notorische „Behörden-Ping-Pong“ beenden. Nun ist das Kernstück der Berliner Verwaltungsreform auch online einsehbar. mehr...

Hände auf Laptop-Tastatur, darüber schwebt ein Briefumschlag-Icon

Saarland: Digitaler Rückkanal für BAföG-Anträge

[07.08.2026] Im Saarland kann schon seit längerem staatliche Unterstützung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) digital beantragt werden. Dabei kommt das bundesweite BAföG-Portal zum Einsatz. Nun können Antragstellende ihre BAföG-Bescheide auch digital empfangen. mehr...

Säulengrafik aus dem Bitkom-DESI 2026

Bitkom-DESI-Index: Platz 17 im EU-Digitalranking

[06.08.2026] Im Bitkom-DESI-Index 2026, der Fortschritte der Digitalisierung in den EU-Ländern misst, belegt Deutschland Platz 17 im Gesamtranking, vorne liegen Dänemark, Finnland und die Niederlande. Unter den fünf bevölkerungsreichsten Flächenstaaten liegt die Bundesrepublik dagegen auf Rang 2. mehr...

Nahaufnahme einer Person (Torso) mit grünem Pullover, die an einem Holztisch sitzt und mit dem Smartphone hantiert.

Thüringen: Projekt „Amsel“ auf der Zielgeraden

[29.07.2026] Thüringens Finanzämter haben mehr als 50.000 Vorschläge für eine Einkommensteuerfestsetzung ohne vorherige Steuererklärung verschickt. Rund ein Drittel der Angeschriebenen hat dem Verfahren bislang zugestimmt. mehr...

Nüchternes Büro mit einigen herumstehenden Personen im Hintergrud, vorne auf dem Tisch laptop mit E-Learning-Log-In-Screen

Studie: Digitale Weiterbildung im Public Sector

[27.07.2026] Digitale Selbstlernangebote werden im öffentlichen Dienst bislang kaum systematisch genutzt. Eine Studie für den IT-Planungsrat sieht die größten Hürden nicht bei Zertifikaten, sondern bei fehlenden Kompetenzmodellen, Prozessen und technischen Strukturen. mehr...

Rechenzentrum von innen, Blick in eine Gasse mit blau beleuchteten Server-Racks.

Hessen/Rheinland-Pfalz: Gemeinsames Fundament für die Steuer-IT

[23.07.2026] Hessen stellt der rheinland-pfälzischen Steuerverwaltung mehr als 400 Quadratmeter Rechenzentrumsfläche in Frankfurt bereit. Eine langfristige Kooperation soll zudem gemeinsame Vorhaben bei Cloud-Infrastrukturen, KI und automatisierten Steuerverfahren ermöglichen. mehr...

Mehrere Menschen stehen vor einem Aufsteller mit der Aufschrift „Startuphafen SH“.

Schleswig-Holstein: Schnell ein Unternehmen gründen

[10.07.2026] Eine von acht Pilotregionen beim bundesweiten BMDS-Projekt „Schneller Gründen“ ist Nordfriesland. Der dort entwickelte Startuphafen bündelt Informationen und Verwaltungsangebote zur Unternehmensgründung – und soll bald weiteren Städten und Kreisen im Land zur Verfügung stehen. mehr...

Ein roter Bauhelm liegt auf dem Asphaltboden, im Hintergrund unscharf eine Baustelle.

Niedersachsen: Bauleitplanung landesweit digital

[08.07.2026] Niedersachsen hat für seine Kommunen flächendeckend das digitale Verfahren DiPlanCockpit PRO für die Bauleitplanung eingeführt. Das neue Online-System soll Planungsverfahren schneller und einfacher machen. mehr...

Mutter spielt mit den Füßen eines Neugeborenen

GovTech Deutschland: Elterngeldverfahren föderal nachnutzen

[06.07.2026] Das Elterngeldverfahren steht perspektivisch auf der Deutschlandplattform zur föderalen Nachnutzung zur Verfügung. Die von GovTech Deutschland verantwortete Migration zeigt, wie bestehende Verwaltungsverfahren effizient und in kurzer Zeit auf eine moderne Plattformarchitektur überführt werden können. mehr...

Nahaufnahme eines Mannes, der eine Angel in der Hand hält vor grünem Hintergrund

Nordrhein-Westfalen: Fischereischein fürs Smartphone

[06.07.2026] Wer in Nordrhein-Westfalen den Fischereischein erwirbt, erhält diesen künftig im modernen Scheckkartenformat oder als elektronisches Zertifikat auf dem Smartphone. mehr...

Drei Verkehrsschilder (Abbiegen) gegen blauen Himmel aufgenommen

Baden-Württemberg: Kataster für Verkehrszeichen

[03.07.2026] Baden-Württemberg digitalisiert die Verwaltung seiner Verkehrszeichen. Ein neues Kataster soll Anordnung, Pflege und Auswertung der Schilder medienbruchfrei unterstützen und die Daten zugleich für Planung, Forschung und Mobilitätsanwendungen öffnen. mehr...

Festlich gedeckte Tafel, ein paar formell gekleidete Menschen, hinten Projektionsfläche

NEGZ/msg: Rückblick auf das Erfurter Digitalisierungsgespräch

[03.07.2026] Mit seinen Digitalisierungsgesprächen bringt das NEGZ Fachleute aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft zusammen. Beim jüngsten Termin in Erfurt ging es unter anderem um das Spannungsfeld zwischen technologischer Unabhängigkeit, effizienten Verwaltungsprozessen und rechtlichen Rahmenbedingungen. mehr...

Aus Code-Bausteinen neue Anwendungen zusammensetzen.

IT-Planungsrat: Ein Designsystem für Bund und Länder

[02.07.2026] Der IT-Planungsrat nimmt den offenen Standard KERN UX in sein Portfolio auf. Das von Hamburg und Schleswig-Holstein initiierte Projekt soll digitale Verwaltungsdienste nutzerfreundlicher, konsistenter und – zusammen mit der Digitalen Dachmarke – wiedererkennbarer machen. mehr...

Außenaufnahme: Wiese mit mehreren Männern in Uniform, auf dem Boden eine weiße Markierung.

Bitkom: Bundeswehr-Reserve muss digitaler werden

[02.07.2026] Das Bundeskabinett hat ein Gesetz zur Stärkung der Bundeswehr-Reserve beschlossen. Aus Sicht des Bitkom genügt Personalaufwuchs jedoch nicht für die Einsatzfähigkeit. Die Nutzung digitaler Technologien – von Apps über digitale Identität bis VR – müsste systematisch vorangetrieben werden. mehr...

Nahaufnahme eines Papierstapels auf einem Schreibtisch

Berlin: Zuwendungen sollen schneller fließen

[29.06.2026] In Berlin sollen eine moderne Software für digitale Anträge und eine neue Datenbank für Förderprogramme künftig dafür sorgen, dass mögliche Zuwendungen im Sozialbereich schneller und mit weniger Bürokratie vergeben werden können. Auch ein neues IT-Fachverfahren soll eingeführt werden. mehr...