ÖsterreichWirtschaftsministerium setzt auf Nextcloud

[27.10.2025] Durch eine klare Strategie und pragmatische Entscheidungen ist es möglich, dem Ziel einer digital souveränen Verwaltung sukzessive näher zu kommen. Das zeigt das Beispiel des österreichischen Wirtschaftsministeriums, das jetzt die quelloffene Cloudlösung Nextcloud einsetzt.

Datensouveränität ist ein wichtiger Faktor bei der Wahl des Cloudanbieters.

(Bildquelle: tshum/123rf.com)

Das österreichische Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) hat seine digitale Zusammenarbeit neu aufgestellt. Statt vollständig auf Clouddienste außereuropäischer Anbieter zu setzen, entschied sich das Ministerium für die Einführung der Cloudplattform Nextcloud auf eigener Infrastruktur. Mit der Lösung, die Sicherheit, Datenschutz und Kontrolle in den Mittelpunkt stelle, wolle das BMWET die technologische Abhängigkeit von außereuropäischen Anbietern verringern und gleichzeitig moderne, effiziente Arbeitsprozesse sicherstellen. Diese Entscheidung habe Signalwirkung, so das Unternehmen Nextcloud.

Datenhoheit bleibt im Haus

Das Ministerium stand vor der Aufgabe, seine digitale Zusammenarbeit neu zu strukturieren. Für die Nutzung ausschließlich US-amerikanischer Clouddienste ergab eine Risikoanalyse rechtliche Unsicherheiten. Daher entschied sich das BMWET für die Nextcloud-Plattform. Diese ermöglicht es, dass sämtliche sensible Informationen auf österreichischen Servern verbleiben. Kommunikation und Zusammenarbeit erfolgen über ein vollständig selbst betriebenes System, das den hohen Anforderungen an Datenschutz und Transparenz entspricht.

Reibungslose Einführung

Die Einführung der neuen Plattform, die von rund 1.200 Mitarbeitenden genutzt wird, erfolgte nach einer Testphase innerhalb von nur vier Monaten. Durch die Integration in bestehende Systeme konnten der digitale Servicekatalog und die Zusammenarbeit stark modernisiert werden – ohne die gewohnten Abläufe der Kolleginnen und Kollegen zu verändern, berichtet der BMWET-CIO Martin Ollrom. Zudem hätten eine umfangreiche Informationskampagne, klare Kommunikation, Schulungen und ein schrittweiser Übergang für hohe Akzeptanz und einen reibungslosen Ablauf gesorgt.

Rolle als Wegbereiter

Derzeit setzt das Ministerium in bestimmten Bereichen weiterhin auf bestehende Lösungen wie etwa Microsoft Teams – doch die Grundlage für eine schrittweise Unabhängigkeit sei geschaffen, betont Nextcloud. Damit schließe sich das BMWET einer Gruppe wegweisender öffentlicher Organisationen wie dem Land Schleswig-Holstein an, das bereits vollständig auf einen digital souveränen Open-Source-Arbeitsplatz umgestellt hat (wir berichteten). Deren Erfolg könnte wegweisend für weitere öffentliche Einrichtungen in Österreich und der EU sein – in einer Zeit, in der digitale Souveränität zunehmend als strategische Voraussetzung für Innovation und politische Handlungsfreiheit wahrgenommen wird. Österreich und Schleswig-Holstein stehen zum Thema der digitalen Souveränität im Austausch – erst kürzlich war eine Delegation aus Wien zu Gast in Kiel (wir berichteten).





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