BMDS-StudieWeiße Flecken im Detail

Besonders in ländlichen Gebieten gibt es noch Ausbaulücken - sogenannte Weiße Flecken - beim Mobilfunk.
(Bildquelle: Gudella/123rf.com)
Eine neue Studie des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) zeigt erstmals eine umfassende Übersicht über sogenannte weiße Flecken im Mobilfunk – Gebiete, in denen kein Netzbetreiber eine breitbandige Mobilfunkversorgung mit 4G oder 5G bietet. Die Untersuchung basiert auf den Daten aus dem Mobilfunk-Monitoring des Gigabitgrundbuchs. „Die Mobilfunkversorgung ist in den vergangenen Jahren spürbar besser geworden, aber unser Ziel eines flächendeckend leistungsfähigen und zukunftsfähigen Netzes für alle Bürgerinnen und Bürger ist noch nicht erreicht. Bislang wurden weiße Flecken meist mit pauschalen Maßnahmen bekämpft. Nun analysieren wir gezielt die Ursachen der verbleibenden Lücken, um passgenaue Lösungen zu entwickeln“, so Bundesdigitalminister Karsten Wildberger. Die Studie solle nun eine fundierte Datengrundlage liefern, um Versorgungslücken zu priorisieren und zu schließen und den Netzausbau messbar voranzubringen.
Nord-Süd-Gefälle bei der Mobilfunkversorgung
Weiße Flecken sind nicht nur ein Ärgernis für Verbraucherinnen und Verbraucher, sondern behindern auch die wirtschaftliche Entwicklung. Denn ohne Mobilfunk sind digitalisierte Dienstleistungen nicht möglich, etwa mobiles Bezahlen oder das Vernetzen von Geräten per IoT. Auch Geschäftsprozesse können erschwert werden, beispielsweise bei der mobilen Arbeit im Außendienst. Derzeit sind rund 2 Prozent der Fläche Deutschlands – rund 7.500 Quadratkilometer – unversorgt. Vor allem in den südlicheren Bundesländern gibt es größere unversorgte Flächen und mehr Haushalte ohne schnellen Mobilfunk. Dabei variiert die Größe der weißen Flecken. So sind derzeit noch gut 100 weiße Flecken mit einer Größe von mehr als 10 Quadratkilometern, überproportional häufig in Wäldern, Höhenlagen, Naturschutz- und Grenzgebieten zu finden.
Schließen der Versorgungslücken
Die Mobilfunknetzbetreiber arbeiten kontinuierlich an der Verbesserung der Mobilfunkversorgung. Die neuen Versorgungsauflagen der Bundesnetzagentur liefern einen wichtigen zusätzlichen Impuls. Das BMDS will prüfen, ob ergänzende Instrumente zur Schließung der Versorgungslücken notwendig sind. Die Ergebnisse der Studie spielen eine wichtige Rolle, weil sie helfen, die Ursachen der Probleme besser zu verstehen und einzugrenzen. Die neue Studie ist ein erster Schritt, um Versorgungslücken im Mobilfunknetz im Detail zu betrachten. Die Erhebungen sollen fortgesetzt und dabei weitere Erkenntnisse gewonnen werden.
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